Bahnen- Wuppertal.de Region im Portrait


Richtung Oberbergisches Land

1. Die betrachtete Region
Mit dem etwas diffusen Begriff des “Oberbergischen” im weiteren Sinne bezeichnet man die Landschaft südlich der drei bergischen Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal bis zur Sieg. Westlich sind es die Ausläufer zum Rhein, östlich geht es nahtlos über ins märkische Hügelland. Nördlich von Wuppertal bis zur Ruhr liegt das Niederbergische. Obwohl die oberbergischen Gemeinden wie Wipperfürth, Marienheide oder Gummersbach zweifelsohne schon einige Kilometer von der Schwebebahnstadt entfernt liegen, bestehen zwischen dem Wuppertal und dem oberbergischen Land historisch gesehen schon recht enge Beziehungen (bspw. kamen in die Doppelstadt am Fluss früher viele “Pflasterer” als Arbeitskräfte aus dieser Gegend). In anderer Richtung fuhren später etliche Ausflügler in diese Region, um sich einmal vom Alltag der Großstädte erholen zu können. Deshalb gab es wohl nicht aus Zufall bis vor gar nicht so langer Zeit auch eine direkte Verbindung mit der Bahn über Lennep, Wipperfürth, Marienheide, Gummerbach, Dieringhausen und Wiehl bis nach Waldbröl.  Diese aus Wuppertaler Sicht durchaus so einzustufende “Hauptstrecke” ins Oberbergische ist somit der Mittelpunkt dieser Regionen-Seite, während wir andere Strecken, wie bspw. die Aggertal-Volmetal-Verbindung nur am Rande erwähnen möchten. Eine aus Wuppertaler Sicht aber zweite, zu berücksichtigende Verbindung ins (nordwestliche) oberbergische Land war die Linie von Remscheid-Lennep bzw. Bergisch Born über Wermelskirchn und Burscheid nach Opladen, die mit wechselvollen Status von der Bevölkerung wegen der eher ländlich-bergigen Lage vielfach als “Balkanlinie” bezeichnet wurde.  PS: Die Linie von Wuppertal nach Radevormwald wird bei den Strecken-Seiten gesondert behandelt (
Beyenburger Strecke).
                  

Bf. Marienheide
Wir stehen in der Verzweigungstation
 Marienheide. Hier trafen die Strecken
aus Wuppertal und Hagen aufeinander.
 Entsprechend war der Bahnhof ausge-
stattet. Von der alten Bahnherrlichkeit
ist heute nicht mehr viel geblieben.
 Erfreuen wir uns um so mehr an der
 Zuggarnitur und am Bahnhofsgebäude
mit dem schönem Bahnhofs”schild”.
Mit der Schieferverkleidung ist das
 Gebäude eine typische Erscheinung in
der Bergisch-Märkischen Region (Lok
211 240 im Mai 1985 mit N 6067).
Foto Wolfgang Bügel

zwischen Remscheid-Lennep
und Bergisch Born
Fast ist es so, als ob wir uns an einer
 Hauptbahn befänden, aber der zwei-
gleisige Abschnitt täuscht über die
 tatsächliche Bedeutung hinweg.
Zwischen Lennep und Bergisch Born
war die Strecke zweigleisig und wurde
von Zügen nach Dieringhausen und
nach Opladen in gleicher Weise ge-
nutzt. Was im Herbst 1972 auch
noch die Normalität war.
Foto VOBA

Ausfahrt Bf. Wipperfürth
Die Stadt Wipperfürth ist ein reger
Wirtschaftsstandort im Oberbergischen
 und heute ein wichtiges Schulzentrum
für die Gegend. Der Name der Stadt
erklärt sich eigentlich selbst. Ab hier
heisst der Fluss nun Wupper. Nach
 Stillegung des durchgehenden Per-
sonenverkehrs gab es noch bis Ende
1995 zeitweise Güterzüge von Rem-
scheid her. Im Bild die Steinbecker
212 238 an einem der letzten Be-
triebstage bei der Ausfahrt aus dem
 Bahnhof am Stellwerk (mit dem
N 6066 am 31. Mai 1986).
Foto Wolfgang Bügel

bei Hückeswagen
Eine schöne Winteraufnahme konnte
der Fotograf hier unweit von Hückes-
wagen anfertigen. Man kann die Kälte
 förmlich spüren, dafür gibt es als “Be-
lohnung” aber eine tolle Dampfent-
wicklung. Die Szene lässt irgendwie
auf eine der beliebten Scheinanfahrten
bei Sondereinsätzen schliessen. Wir
sind unterwegs mit der 064 419-4, die
einen Extrazug von Düsseldorf über
 Wuppertal und RS-Lennep nach Wipper-
fürth zieht. So schön die Szene ist,
der Anlass ist ein sehr trauriger, denn
es naht das Ende des Betriebes auf
der Rumpfstrecke zwischen Lennep
und Wipperfürth (30.12. 1995).
Foto Wilfried Sieberg

2. Auf der “Hauptstrecke” durchs Oberbergische: von Lennep nach Dieringhausen
Die Linie von Barmen-Rittershausen (Oberbarmen) über Lennep nach Remscheid wurde von der BME zum 1. September 1868 in Betrieb genommen. Bald schon darauf sprachen sich Kreise aus den südlicher gelegenen Gemeinden vehement für die Anbindung an die Eisenbahn aus. Die ersten Ergebnisse dieser Bemühungen waren zwei Stichstrecken, die beide am 15. Mai 1876 eröffnet wurden: die Linie von Lennep über Bergisch Born nach Hückeswagen (12 Kilometer) sowie von Born nach Wermelskirchen (4 Kilometer, siehhe unten). Der gemeinsame Abschnitt von Lennep bis Bergisch Born wurde übrigens ab dem 27. November 1893 zweigleisig betrieben. Die “Zentralbahn” ins Oberbergische musste hingegen noch einige Jahre warten, bis der Abschnitt von Wipperfürth bis Marienheide am 1. Januar 1902 fertig war. Hier gab es dann Anschluss an die aus Hagen kommende Volmetalbahn und die ins Aggertal führende Linie über Gummersbach nach Dieringhausen. Die Linie ins Oberbergische erhielt in den folgenden Jahren viel Auftrieb, es gab dann auch die besagten durchgehenden Relationen von Wuppertal nach Dieringhausen (-Waldbröl). Fahrpläne zeigen sogar einen Eilzuglauf auf, der nicht nur in W-Ronsdorf und RS-Lüttringhausen durchfuhr! Im Zuge des bekannten Nebenbahnsterbens wurde der Gesamtbetrieb zwischen Wipperfürth Ost und Marienheide zum 1. Juni 1985 eingestellt, der Personenverkehr auf dem Reststück nach Lennep zum 31.5.1986. Der Restgüterbetrieb zwischen Lennep und Wipperfürth endete endgültig zum 31.12.1995. Im südlichen Teil von Wipperfürth bis Marienheide ist die Trasse schon lange abgebaut (Herbst 1986), während die aufgelassene Verbindung von Marienheide nach Gummersbach mit der Verbindung aus Hagen jetzt wieder zur Disposition steht, selbst eine Reaktivierung der Verlängerung ab Dieringhausen (Wiehltalbahn) ist im Gespräch (s.u.). Die “Citybahn”-Strecke von Gummersbach durchs Aggertal nach Köln gibt es natürlich noch. 
  

südlich Bergisch Born
 So richtig eine Nebenbahnidylle: Eine Einheit der Triebwagen 795/995 fährt als Nto von Remscheid-Lennep nach
 Dieringhausen. Man datiert einen Tag im April 1978. Zu jener Zeit konnte man noch auf etlichen Strecken durch
das Oberbergische fahren. Die Szene ist eine gute Orientierung für die Modellbahner, wie die Umgebung an
einer Nebenbahnstrecke auf der Anlage eigentlich ausgestaltet werden sollte.
Foto Zeno Pillmann

Bf. Winterhagen
Ein interessantes Empfangsgebäude
hatte diese Station, zwischen Bergisch
 Born und Hückeswagen gelegen. Dazu
war der Bahnhof noch “modellbahnge-
recht” in einer Kurve angeordnet. Am
10. April 1971 gab es ungewöhnlichen
 Besuch, denn quasi verirrten sich
 hierhin zwei Neubauloks der Reihe 82
mit der kurz zuvor aufgearbeiteten Rheingold-Garnitur. Leider war das
Wetter an diesem Tag meist recht
diesig. Zuvor am Tag war der Zug
auch über die Rheinische Strecke
durch Wuppertal gefahren.
Foto Wilfried Sieberg

Bf. Hückeswagen
Die Station Hückeswagen auf dem Ab-
schnitt zwischen Lennep und Wipper-
fürth. Im Ort gab es immer reichlichen
 Güterverkehr, denn hier waren einige
 Firmen angesiedelt. Eine recht foto-
gene Zuggarnitur der sog. Modellbahn
Epochen 3 und 4 sehen wir hier im
Bild. Es handelt sich um die 211 232-4
vor dem N 6219. Man datiert den 2.
 Februar 1982, wo der Abgesang der
Linie zwar schon begonnen hatte,
aber immerhin noch etliche Zug-
leistungen im Angebot waren.
Foto Wilfried Sieberg

Bf. Hückeswagen
Mal keine Lok im Bild, dafür aber heute
 alles historisch. Denn das Empfangs-
gebäude in recht interessantem Stil
gibt es heute nicht mehr. Nach den
 Fahrspuren im Schnee zu urteilen, gab
es damals aber etliche Fahrgäste, dazu
 auch einen notwendigen Taxistand. Die
 Autos wirken in dieser Perspektive un-
gewöhnlich zierlich, fast so wie in
einem anderen Maßstab.
Foto Wilfried Sieberg

Ausfahrt Bf. Hückeswagen
Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof von
 Hückeswagen erspähen wir die 212 325
 mit dem N 6071 (am 16. Mai 1986).
Hier auch wieder eine interessante
 Variante als Vorbild für die Modellbahn,
denn der eingereihte Schnellzugwagen
ist schon eine eher ungewöhnliche
Sache auf einer Nebenbahn (auch
wenn es ausser Sondereinsätzen früher
 etliche Kurswagen in die Provinz gab).
Foto Wolfgang Bügel

Bf. Hückeswagen
Zur Abwechslung mal ein Güterzug
auf der oberbergischen “Haupstrecke”.
Für die 212 106-9 sind die wenigen
Wagen aber keine eigentliche Aufgabe,
da sind die Maschinen auf den stei-
gungsreichen Strecken im Oberber-
gischen doch schon anderes gewöhnt.
Das Seitenlicht, verbunden mit der
 laubarmen Jahreszeit, vermittelt eine
 eigentümliche Atmosphäre, irgendwie
so etwas Abschiedsartiges.
Foto Wilfried Sieberg

Bf. Hückeswagen
Eine eher ungewöhnliche Loktype auf
 dieser Strecke, dazu auch ein selt-
samer Zuglauf. Denn die 215 032-4
hat am Rosenmontag, den 8. Februar
 1986, einen Sonderzug zu führen, der
von Remscheid-Hasten(!) über Marien-
heide und Dieringhausen nach Köln
 gebracht werden musste. Sicherlich in
 dieser Relation zum “Aufsammeln” der
 Fahrgäste an verschiedenen ober-
bergischen Stationen, denn der direkte
Weg über Solingen-Ohligs wäre natür-
lich wesentlich schneller gewesen.
Foto Wilfried Sieberg

Bf. Wipperfürth
 Mit dem Eiltriebwagen auf ins Ober-
bergische? Schön wär es ja gewesen,
aber leider handelt es sich um einen
 Sondereinsatz mit dem Triebwagen
624 507/648. Zu sehen war die Kom-
position am 25. Mai 1985. Mit dem
Eilzug hingegen war es gar nicht so
 abwegig, denn das Kursbuch zeigt uns
 in früheren Zeiten einen derartigen
 Zuglauf von Wuppertal nach Diering-
hausen (uns liegt ein Kursbuch vom
 Sommer 1939 vor). Von Wipperfürth
gab es übrigens früher eine Verbin-
dungsstrecke nach Anschlag, deren
 Station an der Bahnlinie Wuppertal -  Radevormwald - Brügge lag.
Foto Wolfgang Bügel

Bf. Wipperfürth
Noch ein Foto von der Sonderfahrt mit
der 064 491-4, diesmal am Endpunkt
in Wipperfürth. Viele Fans haben sich
 eingefunden, um der Linie die letzte
Ehre zu geben. Ob sie wohl auch alle
im Planbetrieb mit den Zügen hier ge-
fahren sind? Wohl kaum, denn dann
hätte es sicherlich Zukunftschancen
für die Strecke gegeben. Auch diese
 Aufnahme vermittelt trotz der Dampf-
atmosphäre leider doch mehr eine
 wehmütige Abschieds-Tristesse.
Foto Wilfried Sieberg

Hp. Ohl-Rönsahl
Diese Station war einmal eingerichtet
zur Bedienung der ansässigen Bevölke-
rung, dazu auch als beliebter Ausstieg
für Wanderer. Als die 211 270 mit dem
N 6071 am 4.2.85 daher kommt, ist die
 Götterdämmerung der Strecke aller-
dings längst angebrochen. Infolge der
vielen Wälder an der Strecke waren
etliche Stellen schlecht zu fotogra-
fieren bzw. der Fotograf hatte des
öfteren mit den ungeliebten Schat-
tenspielen zu kämpfen. Und war im
Winter das Laub von den Bäumen, gab
es gerade dann lange Schatten ...
Foto Wolfgang Bügel

nördlich Marienheide
Ein Steppenpferd im Oberbergischen! Das muss natürlich ein Sonderzug sein, denn der Spitzname für die Maschinen
der BR 24 weist schon auf die bevorzugten Landschaften der jeweiligen Lok-Einsatzgebiete hin, die sich mehr aus
der Fläche heraus als durch hügelige Formen definierten. Einsatzgebiete waren bspw. bei der DB die Betriebs-
werke von Rhaden nördlich des Wiehengebirges, Kleve am Niederrhein oder bei der DR Jerichow in der Mark. Uns
 begegnet die 24 009 am 8. Oktober 1972 auf grosser Tour durch das Bergische Land, nicht weit vom Abzweig-
bahnhof Marienheide. An diesem Tage war eine “Verfolgung” des Zuges angesagt. Wiederum interessant ist
die “intensvie” Landschaft, die zumindest mit den grossen Reiz der Strecke ausmachte.
Foto VOBA

zwischen Rönsahl und Marienheide
Das oberbergische Land ist mittlerweile
 auch im Winter eine beliebte Sport-
und Erholungsregion. Mit den Schnee-
massen ist es natürlich nicht immer so
 weit her, aber viele Urlauber fröhnen
 mittlerweile dem Skilanglauf. Eine
 Schienenbuseinheit 798/998 fährt
an uns vorbei als Nto RS-Lennep - Dieringhausen (10. Februar 1985).
Im Sommer ist diese Gegend eine
sehr beliebte Wanderregion.
Foto Zeno Pillmann

Einfahrt Bf. Marienheide
Im nördlichen Bereich von Marienheide
traf die Wipperfürther Strecke auf die
Linie aus Hagen/Brügge (Fortsetzung
der Volmetalbahn). Linker Hand be-
gegnet uns die 211 232 vor dem N
6067 aus RS-Lennep. Noch sind beide
 Linien durchgängig in Betrieb (am 29.
Mai 1982). Interessant und als Vorbild
für die Minibahn sind der “Verhau” der
 Telegrafenleitungen sowie die weit aus
dem eigentlichen Bahnhofsbereich
aufgestellten Holzmastleuchten.
Foto Wolfgang Bügel

Bf. Marienheide
Der Bahnhof von Marienheide war eine
 wichtige Abzweigstation im Oberber-
gischen. Hier  trennten sich die von
 Gummersbach kommenden Gleise zum
 einen in Richtung Lennep/Wuppertal,
zum anderen Richtung Meinerzhagen/
Hagen. Letztere sieht einer Reakti-
vierung entgegen. Die Trasse in Rich-
tung Wipperfürth ist aber bereits ab-
gebaut. Die Sonderfahrten mit noch
 planmässig fahrenden Dampfloks ins
 oberbergische Land waren Ende der
 60er/Anfang der 70er Jahre stets be-
liebte Veranstaltungen. Hier ein Son-
derzug mit der 57 2070 und der 055
 567-2  (Foto vom 26. Oktober 1969).
Foto VOBA

Bf. Marienheide
Die 211 227-4 ist mit einem Nahver-
kehrszug von RS-Lennep nach Marien-
heide im Zielbahnhof angekommen
 (19. Februar 1985). Wenige Monate
später zum Beginn des Sommerfahr-
plans war eine solche Fahrt planmässig
 nicht mehr möglich, denn da wurde
der Gesamtverkehr zwischen Wipper-
fürth Ost (Schulzentrum) und Marien-
heide eingestellt. Der “Rauch” der
Diesellok mag eine kleine Reminiszenz
an die gute alte Dampflokzeit sein und
die tollen Dampfwolken der Loks bei
kaltem Winterwetter.
Foto Zeno Pillmann

Ausfahrt Bf. Kotthausen
Die kleine Ansiedlung Kotthausen liegt quasi vor den Toren der Kreisstadt Gummersbach. Noch in der ursprüng-
lichen, roten Lackierung fährt die 212 060 mit dem N 6415 an uns vorbei. Im Schnee macht sich eine rote Lok
immer recht gut (18.2.1985). An der Stellung des Signals ist erkennbar, in welche Richtung der Zug unterwegs
ist. Früher oft verpönt, ist das Ensemble eine typische Erscheinung der so genannten Modellbahnepoche 4
und würde heute schon so manchen Fans aus der Reserve locken oder nicht?
Foto Wolfgang Bügel

bei Kotthausen
Als Ersatzleistung für einen ausgefal-
lenen Motorwagen der BR 795 zieht
eine 212 vom Bw Wuppertal einen
 Beiwagen 995. Wir sind auf Fototour
an der Strecke, hier in der Nähe von
 Kotthausen (14. Mai 1976). Deutlch
 sichtbar ist die Trasse, die früher
einmal zweigleisig gewesen sein
könnte. Unsere Recherchen dies-
bezüglich haben aber keine Bestäti-
gung der Zweigleisigkeit ergeben:
Infolge der starken Zunahme des
 Güterverkehrs beschloss die Reichs-
bahn anno 1936, zwischen Diering-
hausen und Gummersbach und dann
auch weiter nach Marienheide die
Trasse mit einem zweiten Gleis aus-
zustatten. Bereits zu Beginn de Som-
merfahrplans 1937 konnte das zweite
 Gleis zwischen Dieringhausen und
 Gummersbach in Betrieb genommen
 werden, gleichzeitig mit Umbauten in
den beiden Bahnhöfen. Richtung Ma-
rienheide wurde der Bahnkörper für
das zweite Gleis auch vollständig
fertiggestellt. Zu einer Verlegung
eines parallelen Gleises ist es aber
 offenbar nicht gekommen.
Foto und Infos Zeno Pillmann

Bf. Gummersbach
Eine “Citybahn” ist zwar nie auf der
 Verbindung von Wuppertal ins Oberber-
gische gefahren, aber zwischen Gum-
mersbach und Köln wurde anno 1984
der Betrieb mit dieser Komposition ein-
geführt. Etwas umgebaute Waggons
sowie eine besondere Farbgebung soll-
ten der Aggertalstrecke neuen Auftrieb
 geben. Hier sehen wir die 218 146-9
im Sommer 1986 im ansonsten wenig
regen Bahnhof von Gummersbach.
Foto Zeno Pillmann

Bf. Dieringhausen
Abschied von der Schiene und plötz-
lich sind die Fotografen auf der Pirsch.
Das war bei der Normalität von V 100
und Silberlingen oft anders. Die 212
308 vor dem N 6366 ist voll ge-
schmückt, so als ob es was zu feiern
 gäbe! Die Strassenbrücke im Hinter-
grund ist ein untrügliches Kennzeichen
 dafür, wo in Zukunft die Musik spielt
(31. Mai 1986). Östlich von Diering-
hausen gab es früher eine Bahnlinie
über Bergneustadt nach Olpe.
Foto Wolfgang Bügel

Bahnknoten in Oberberg:  eigene Seite über den Bahnhof Dieringhausen

3. Durchs Tal der Wiehl:  von Dieringhausen nach Waldbröl
Die eigentliche Wiehltalbahn zweigt(e) im Bahnhof Osberghausen, sechs Kilometer westlich von Dieringhausen gelegen, von der Aggertalstrecke ab. Die Station wurde hier aus topografischen Gründen angelegt und hatte auch einen Verschiebebahnhof, der Betriebsmittelpunkt blieb aber immer der Bahnhof Dieringhausen, wo auch die Personenzüge begannen. Die Linie wurde in zwei Etappen eröffnet: Osberghausen - Wiehl am 21. April 1897 sowie Wiehl - Waldbröl am 15. Dezember 1906. Kurz vor dem Endpunkt, im Bahnhof Brüchermühle, gab es eine Stichbahn nach Wildbergerhütte (eröffnet 1910) mit Weiterplanung an die Strecke Olpe - Betzdorf (nicht gebaut). In Hermesdorf gab es einen Abzweig über Morsbach (eröffnet am 1. Oktober 1908) nach Wissen an der Sieg (diesen Abschnitt gab es bereits seit dem 1. Oktober 1890), wodurch eine durchgehende Nord-Süd-Verbindung geschaffen wurde. In Waldbröl gab es zudem noch zwei andere Bahnen, zum einen die bereits seit 1870 bestehende Bröltalbahn von Hennef herauf (Schmalspur) sowie die regelspurige Kleinbahn Bielstein - Waldbröl aus dem Jahre 1915. Die vermeintliche “Ballung” der Eisenbahnen um Waldbröl war zwar mit vielen Anschlüssen für die Fahrgäste eine angenehme Sache, aber bei den durchgehende Zügen sah die Sache äusserst bescheiden aus. Beim Güterverkehr war das bei der Wiehltalbahn aber ganz anders, denn an der Strecke lagen grosse Grauwackevorkommen und es gab viele Steinbrüche und entsprechende Verladeanlagen. Zu einem grossen Teil wurden damit Pflastersteine und Schottermaterial produziert, was in den 20er Jahren zu einem regelrechten Boom in dieser Region führte. Diese Zeiten sind aber längst vorbei. Der durchgehende Zugverkehr von Waldbröl an die Sieg wurde bereits zu Kriegsende aufgegeben (und dann auf Reststücken bis 1960 kassiert), der Personenverkehr auf der Wiehltalbahn hielt sich noch bis zum 26. September 1965. Fortan gab es nurmehr Frachtenverkehr, vieles in Form von Bedarfsfahrten - immerhin bis ins Jahr 1994. Die Gleise auf der Wiehltallinie einschliesslich des Abzweigs nach Morsbach liegen noch. Nach etlichen Sonderfahrten und immer wieder auftauchenden Reaktivierungsplänen war es im Frühjahr 2005 wieder soweit: einige wenige Züge mit Holzladungen konnten auf der Strecke verkehren. Hoffen wir, dass sich hier in Zukunft weitere Perspektiven für den Bahnverkehr eröffnen!  
 

Einfahrt Bf. Osberghausen
Im Bahnhof von Osberghausen zweigte
früher die Wiehltalbahn von der Agger-
talstrecke ab. Als es ehedem auf der
dieser Linie noch Personenverkehr
gab, konnte man hier zeitweise von
 Wuppertal bis Waldbröl durchfahren.
Im Bild sehen wir die 215 119 mit ihrem
N 6430 am 1. November 1984. Den Bf.
Osberghausen gibt es heute nicht
mehr, aber die Wiehltalbahn ist noch
 befahrbar. Nachdem es immer wieder
Sonderfahrten gab, konnte man im
Sommer 2005 ein erstes Mal wieder
einen Güterzug (mit Holzladung) be-
wundern. Auch ist eine Reaktivierung
des Personenverkehrs im Gespräch.
Foto Wolfgang Bügel

Bf. Wiehl
Die Stadt Wiehl ist an sich ein kleines
 Zentrum für diese Region. Der Per-
sonenverkehr ist bereits seit 1965
 stillgelegt, aber verschiedene Kreise
 sinnen immer wieder über eine Re-
aktivierung der noch vorhandenen
Gleise nach. Ein erster Schritt konnte
im Jahre 2005 getan werden, da es
seit Zeiten wieder einige Holztrans-
porte gab. Hoffen wir auf eine erfolg-
reiche Auferstehung der Bahn in dieser
 schönen Gegend! Im Bild ein Foto aus
 (noch) etwas besseren Zeiten: ein
 Übergabezug mit der 211 273-8 in der “normalen” DB-Zeit (am 2.11.1984).
Foto Wolfgang Bügel

Bf. Morsbach
Kurz vor Waldbröl, im Bahnhof Hermes-
dorf, zweigte früher die Strecke nach
 Wissen an der Sieg ab. Etwa auf halber
 Strecke liegt das Städtchen Morsbach,
im damaligen Streckenverlauf als
 Kopfstation errichtet. Nach Abbau der
 Gleise bis Wissen gab es nach Mors-
bach aber noch lange Zeit zeitweisen
 Güterverkehr. Unsere Übergabe mit
 der 211 273-8 hat nun die Station
 erreicht und “sucht” nach Aufgaben (Aufnahme vom 2. November 1984).
Foto Wolfgang Bügel

Auf ins Bahnparadies: eigene Seite über das Bw Dieringhausen

4. In den Schluchten des Balkans ...: von Lennep nach Opladen
Nun, zugegeben, Schluchten gibt es hier so richtig keine und alles scheint masslos übertrieben zu sein. Und in den letzten Jahrzehnten hat sich in dieser Region viel getan. Tatsache ist aber, dass die Strecke in vielen Windungen durch meist ländliche Bezirke verlief, vom Rhein herauf man quasi ins Gebirge fuhr und - viele werden es nicht wissen - die Gegend um Wermelskirchen wegen ihres rauhen Klimas oft als “Bergisch Sibirien” bezeichnet wurde. Dass auf der Linie in den Augen der Bevölkerung also der “Balkanexpress” verkehrte, ist dann schon eher zu verstehen. Die Strecke wurde in zwei Etappen eröffnet: zwischen Born und Wermelskirchen am 15. Mai 1876 und das Reststück nach Opladen am 15. Okober 1881. Der Güterverkehr entwicklete sich in den nächsten Jahren recht ansprechend, während der Personenbetrieb doch eher bescheiden blieb. Eine erhoffte überregionale Verbindung (Wuppertal-)Lennep - Opladen -Köln war wohl ein doch zu hochtrabender Plan. Um so erstaunlicher ist die Tatsache, dass die Linie trotz Nebenbahnstatus bis zum 28. April 1910 mit einem zweiten Gleis ausgestattet wurde. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg war aber auch dieses (durchgehende) Kapitel beendet. In den 50er Jahren wurde die Trasse sukzessiv wieder auf ein Gleis reduziert, dafür gab es aber - man höre und staune - einen Aufstieg zum Hauptbahnstatus. Dieser wurde sogar bis zur ersten Stillegung eines Abschnittes anno 1985  (Wermelskirchen - Hilgen) beibehalten. Die beiden Reststümpfe wurden, mittlerweile wieder mit Nebenbahnstatus, in den Jahren 1991 (Opladen - Hilgen) und 1994 (Lennep - Wermelskirchen) endgültig kassiert. Was mit der Trasse in Zukunft passieren soll, ist unklar.
    

Bf. Remscheid-Lennep
Der Bahnhof von Lennep machte nach den Kriegszerstörungen jahrzehntelang einen recht provisorischen Ein-
druck und war wenig einladend. Die hier beginnenden Züge Richtung Opladen und Dieringhausen fuhren auf
den drei Gleisen am Kopfbahnsteig ab. Früher gab es am Ende eine kleine Drehscheibe zum Umsetzen der Loks.
 Durchgehende Züge aus/von Wuppertal nahmen natürlich die beiden durchgehenden Gleise ganz links. Am 20.
Mai 1983 sind die Stumpengleise noch in Betrieb. Auf Ausfahrt wartet die 211 273 mit dem N 7124. Ein schöner
Zug zur Nachbildung auf der Minibahn! Der Bf. Lennep verfügte übrigens bis 1960 über ein Bahnbetriebswerk.
Foto Wolfgang Bügel

nördlich Bergisch Born
Zwischen Lennep und Bergisch Born
wurde die Strecke ab 1893 zweigleisig
 befahren, zunächst wegen des paral-
len Betriebes der Linien nach Opladen
und Dieringhausen. Ab 1910 war dann
die “Balkanlinie” zwischen Born und
 Opladen durchgehend zweigleisig. Hier
so ein typischer Zug in dieser Region
mit den 4yge-Umbauwagen und einer
V 100 (211 229 mit dem N 7121, auf-
genommen am 16. März 1983).
Foto Wolfgang Bügel

Bf. Wermelskirchen
Im Bahnhof Wermelskirchen begegnet
uns ein sog. Sprengzug, der einer der
 letzten Züge auf dem Streckenab-
schnitt war. Infolge der klimatischen
 Verhältnisse wird die Region zuweilen
als “Bergisch Sibirien” bezeichnet, was
die Autofahrer auf der nahen A 1 in
den Wintermonaten sicherlich oft
 bestätigen können (Lok 212 324
am 24. August 1989).
Foto Zeno Pillmann

Literaturtipp: Eisenbahnen im Oberbergischen vom Martina-Galunder-Verlag  (s.Archiv-Liste)

Bf. Wermelskirchen
Nochmals der Bahnhof Wermelskirchen
aus einer anderen Perspektive, eben-
falls mit dem besagten “Sprengzug”
beim Abgesang des Betriebes. Im Bild
 diesmal die noch rote 211 272 am
17. Juli 1986.
Foto Wolfgang Bügel

Bf. Burscheid
Von Burscheid aus geht es noch in
einigen Windungen hinunter zur Rhein-
ebene resp. zum Endbahnhof der Linie
in Opladen. Am 5. September 1983 (N
 7124 mit 211 241) sehen Zug und
 Bahnhof noch recht ansehnlich aus, so
 gar nicht in Endzeitstimmung. Die
 “Balkanlinie” wurde lange Zeit von den
 Betriebswerken in Opladen und Len-
nep bedient. Nach Auflösung dieser
 selbständigen Dienststellen anno
1960 kamen auf der Linie meist
 Steinbecker oder Dieringhauser
 Dieselfahrzeuge zum Einsatz.
Foto Wolfgang Bügel

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