Bahnen- Wuppertal.de Bahnhöfe im Portrait

Radevormwald

1. Radevormwald bekommt einen Bahnanschluss
Die Stadt Radevormwald, östlich von Remscheid gelegen, gehört heute zum Oberbergischen Kreis (Sitz in Gummersbach). Für die umliegenden Gemeinden hat sich der Ort zu einem kleinem Zentrum der Region entwickelt. Eisenbahnmäßig begann das Zeitalter anno 1890 mit der Inbetriebnahme der Strecke nach Barmen-Rittershausen (heute Wt-Oberbarmen). Diese Relation - aus Wuppertaler Sicht meist als Beyenburger Linie bezeichnet - wird heute durchweg als Wupper-Talbahn ausgwiesen, ein Begriff, der früher nicht üblich war. Radevormwald selbst liegt aber nicht an der Wupper, sondern einige Kilometer östlich “auf dem Berg”, was zwischen der Station Kräwinklerbrücke auf Wupperniveau und dem Ort eine doch ordentliche Steigung bedeutete. Von der vor Kräwinkel liegenden Station Krebsöge konnte man bereits 1886 westlich zur Stadt Lennep hinauffahren. Wie beim Bau neuer Bahnstrecken damals üblich, wurde am vorläufigen Endpunkt in Rade ein Lokschuppen errichtet. 1910 wurde der Bahnhof schließlich eine Durchgangsstation mit der Eröffnung der Linie über Halver nach Oberbrügge im Volmetal. Betriebsmäßig kamen dann neben den Loks von den Werken im Wuppertal und aus Lennep auch Maschinen vom Bw Brügge zum Einsatz. Im Bahnhof selber war eine kleine Lokstation mit Schuppen und Wasserturm eingerichtet. Wegen der Rangierarbeiten wurde in der Station oft eine eigene Lok eingesetzt (bei der Bundesbahn später die berühmte Bahnhofs-Köf), auch gab es hier eine Bahnmeisterei. Die Linien waren in dieser Gegend immer Nebenstrecken, auf denen lediglich regionale Personenzüge fuhren. Östlich von Rade Richtung Brügge war auch der Personenverkehr immer recht bescheiden. Zwischen Rade und Wuppertal war der Berufs- und Schülerverkehr ausgeprägt, auch gab es an den Wochenenden etliche Ausflügler zu transportieren Etwas anders sah die Sache beim Güterverkehr aus, denn neben den ortsbezogenen Leistungen an der Gesamtstrecke mussten recht viele private Gleisanschlüsse regelmäßig bedient werden.
 

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Zum Ende des Winterfahrplans am 30. Mai 1975 führt die 212 099 mit dem 7196 den letzten lokbespannten Zug auf
der Beyenburger Linie. Etwas erstaunt es schon, dass hierfür die alten vierachsigen Eilzugwaggons herhalten mussten
 und nicht die allseits zu findenden dreiachsigen Umbauwagen. Aber ein zweiachsiger Gepäckwagen ist es ja immerhin.
 Rechts im Hintergrund erspähen wir die “Bahnhofs-Köf”, in alten Zeiten auf vielen Unterwegsstationen so zu finden.
Foto Wilfried Sieberg

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Ein schöner Rücken kann auch entzücken - zumindest gilt das für die Bahnfans, wenn eine Dampflok sich in Stellung
 bringt. Die Loks der preußischen Reihe G 10 waren in der bergisch-märkischen Region bei etlichen Betriebswerken zu
 finden. Es waren recht robuste Maschinen für den Güterzug- und Rangierdienst, die sich bei der DB bis 1970 in Hagen
 halten konnten (offiziell im Bw Bestwig stationiert). Das Bild wurde um 1960 im Bahnhofsbereich aufgenommen und
die Lok gehörte damals zum Bestand vom Bw Wt-Langerfeld. Interessantes Detail: es fehlt an sich die dritte Laterne.
Foto Wilfried Sieberg

Einmal noch nach Bombay, einmal nach
 Schanghai ..., so sang man früher gerne
einen bekannten Seemanns-Schlager
nach. Die Rader Bevölkerung war da viel
 bescheidener und war eher froh, dass
 man mit dem Zug zumindest ans Gestade
 der Wupper fahren konnte. An einem
 alten Eilzugwagen konnte man dieses
 Zuglaufschild entdecken, das ob seines
 erbärmlichen Zustandes bestimmt schon
 wesentlch bessere Zeiten gesehen hat.
 Mit Einstellung des Zugverkehrs auf der
 Linie ist das Schild sicherlich auch zum
 alten Eisen gekommen. - Wie so vieles
an Bahnutensilien, die aus historischen
 Gründen heute echt wertvoll wären und
für die ein Bahnfan garantiert immer
gerne ein Plätzchen freimachen würde.
Foto Wilfried Sieberg

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Zum Knirps passt das kleine rote Bahn-
gefährt recht gut. Es handelt sich um
 einen Klv (Kleinwagen mit Verbrennungs-
motor), der bei der Bundesbahn für den
 kürzeren Transport von Mitarbeitern und
 für Inspektionsfahrten in Betrieb war. Im
 Grunde also nichts anderes als ein Auto
 auf Schienen. Das Motiv wurde in den
1960er Jahren auf dem Durchgangsgleis
im Bahnhof von Rade aufgenommen.
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der
 kleine Bahnwagen zur hier ansässigen
 Bahnmeisterei gehörte, die für die Ge-
samtstrecke zwischen Brügge und
 Wuppertal verantwortlich zeichnete.
Foto Wilfried Sieberg

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Im Grunde ein Bruder vom Klv auf dem
 oberen Bild ist dieses Gefährt. Welche
 Basis zugrunde liegt, dürfte den Einge-
weihten wohl klar sein. Es handelt sich
beim Aufbau um einen normalen VW
Bus, der unter der liebevollen Bezeich-
nung “Samba” mittlerweile legendäre
 Bedeutung besitzt. Hoch interessant
ist das Design an der Frontpartie. Denn
 das “V” erinnert in nicht geringer Weise
 an die beliebte Diesellok V 200, während
 die Schrift vom DB-Emblem in fast “visi-
onärer” Weise eher auf das nüchterne
 Logo der jetzigen DB AG hinweist. Übri-
gens: Das Gefährt gab es bereits in den
 1960er Jahren von der Fa. Brawa als Mo-
dell. Zwar im Maßstab etwas zu groß,
 aber ein toller Blickfang auf der Anlage.
Foto Wilfried Sieberg

Im Bahnhof von Radevormwald konnten
wir bei abnehmendem Büchsenlicht am
18. August 1962 die 50 864 festhalten.
Sie ist mit einem Zug aus Wuppertal ge-
kommen und muss nun für die Rückfahrt
 einige Rangiermanöver ausführen. Das
 Streckengleis Richutng Krebsöge muss
 dazu als Ziehgleis herhalten. Zu damali-
ger Zeit war der Personenverkehr auf
der Linie nach Halver/Brügge zwar noch
 gegeben, aber die meisten Züge fuhren
 doch nur zwischen Wuppertal und Rade.
 Die 50er im Wuppertaler Raum waren in
 jenen Jahren meistens mit einem Ka-
bintentender ausgestattet. Recht origi-
nelle ist linker Hand der kleine Pavillion
im bergischen Stil, der ein dankbares
 Nachbauobjekt für die Modellbahn wäre
Das Gebäude ist übrigens das einzige,
das alle vier Stadtbrände der Ortschaft
 überstanden hat, weil es außerhalb der
 Stadtmauern lag (ist heute umgesetzt)!
Foto Wilfried Sieberg

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Jahrelang ein ganz vertrauter Anblick im Bf. Radevormwald, denn bereits mit Indienststellung der ersten VT 95 beim
Bw Steinbeck ab 1953 kamen die später liebevoll genannten roten Brummer auf der Beyenburger Strecke zum Ein-
satz. Zu bestimmten Zeiten gab es gar vierteilge Einheiten. Etliche Schülergenerationen werden im roten Trieb-
wagen sicherlich auch mit verstohlenem Blick den ersten Kontakt zum anderen Geschlecht aufgenommen haben,
 zumindest den Versuch .... Nun ist die Bahnwelt in Rade bald zu Ende und letzte Einsätze gibt es am 28.5.1976.
Foto Wilfried Sieberg

(c) Sammlung W.Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Eine wirklich alte Ansicht vom Bahnhofsbereich in Radevormwald, denn wir zählen das Jahr 1902. Autos sind natür-
lich Fehlanzeige, alles wird mit Fuhrwerken oder zu Fuß und Muskelkraft erledigt. Rechter Hand liegt das Empfangs-
gebäude mit dem angebauten Güterschuppen. Der Vorplatz bietet genügend Raum für die Reisenden und die Trans-
portgeräte. Links im Hintergrund erspähen wir einen zweigleisigen Lokschuppen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme gab es
die Fortführung der Strecke nach Brügge noch nicht, so dass hier Versorgungsarbeiten möglich sein mussten. Auch
 musste es Übernachtungsgelegenheiten für das Personal und einen Unterstellplatz für die Lokomotiven geben. Beim
Vorplatz vergleichen Sie bitte das Foto unten mit den beiden Bussen, etwa sechs Jahrzehnte später aufgenommen.
Foto Sammlung Wilfried Sieberg

Gleisplanskizze:   Bahnhof Radevormwald
(Zustand ca. 1925, Modellbahnepoche 2)
Vorlage  Rudolf Inkeller

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Vor typischen bergischen Häusern mit Schieferverkleidung hat die Köf 6380 in der “Rader Natur” ein Ruhepäuschen
 eingelegt. Die Vorhänge sind zugezogen und geben Anlass zu jedweden Spekulationen. Wie damals üblich, waren die
 Dieselfahrzeuge auf der Beyenburger Linie meist im Bw Wuppertal-Steinbeck stationiert. Die gelb-schwarze Warn-
lackierung an den Pufferbohlen gab es bei den Teckeln später nicht mehr. Überhaupt macht das Lökchen mit Dach
und Griffstangen einen recht ordentlichen Eindruck. Hemmschuhe zur Fixierung von Waggons nach dem Rangieren
lagen öfters auf den seitlichen Plattformen. Für die nicht so Eingeweihten: Bei dieser Aufnahme kann man sehr gut
die unterschiedliche Ausführung der Puffer erkennen. Der linke Fahrzeugpuffer hat immer einen flachen Teller,
während der rechte Teller gewölbt ist. Diese Anordnung ist wichtig für das Fahren durch Kurven (Foto um 1963).
Foto Wilfried Sieberg

2. Zwischen großer Betriebsamkeit und gleisloser Zukunft
Bis zur Nachkriegszeit in den 1950er Jahren verlief das Bahngeschehen in Rade eigentlich genau so wie auf unzähligen anderen Nebenbahnen. Da die wenigsten Bürger einen eigenen Pkw besaßen und der Frachtenverkehr mit den heutigen Lkw-Massen überhaupt nicht vergleichbar war, mussten eben die Menschen und viele Güter mit der Bahn transportiert werden. In der industriereichen Region Richtung Remscheid und Wuppertal gab es somit sehr ansprechenden Güterverkehr und damit verbunden einen regen Berufsverkehr, ebenso waren die Schülerzüge gut ausgelastet. An den Wochenenden waren dazu etliche Ausflugszüge im Einsatz.  Konzentrations- und Rationlisierungsbemühungen machten letztlich auch vor dem Bahnhof von Radevormwald keinen Halt. Der Personenverkehr von Krebsöge nach Lennep wurde 1953 eingestellt, der gesamte Betrieb dann wenige Jahre später kassiert. Richtung Brügge war es anno 1964 mit den Personenzügen vorbei. Ein bescheidener Güterverkehr konnte sich von Rade aus sporadisch noch knapp zehn Jahre halten (kurz darauf Abbau der Gleise). Der Personenverkehr auf der Beyenburger Linie wurde zwischen Wt-Oberbarmen und Radevormwald Ende Mai 1976 aufgegeben, der Güterbetrieb bis Rade hoch auch nicht lange Zeit später. Das Damoklesschwert für die Beyenburger Linie war immer schon der geplante Bau der Wupper-Talsperre um Kräwinkel, deren Ausführung dann Mitte der 1960er Jahre mit den ersten Straßenumbauten eingeleitet wurde. Die letzten unentwegten Bahnbefürworter erhofften sich zu jener Zeit noch immer einen Neubau der Strecke um die Talsperre herum, wobei sowohl eine neue Trasse Richtung Beyenburg als sogar (alternativ) ein Bahnanschluss nach Lennep diskutiert wurden. Heute erinnert in Radevormwald nicht mehr viel an die einstige Betriebsamkeit im Bahnhof, auch wenn man an einzelnen Stellen auf Spurensuche gehen kann. Die gesamte Region um Radevormwald ist durch Busverbindungen nun recht gut erschlossen. Wer mit dem Zug fahren will, muss sich eben nach Lennep begeben oder in die Schwebebahnstadt, von wo ja viele Regionalbahnen abfahren. Die nächsten IC-Anschlüsse gibt es in Solingen Hbf.( bis Dezember 2006 SG-Ohligs), im Wuppertaler Hbf. oder man steigt in Hagen in den Zug. Ob sich solche “Anreisen” für diejenigen lohnen, die ohnehin einen Pkw besitzen, das muss jeder für sich entscheiden. Der Bahnhof Rade wäre übrigens ein interessantes Vorbild für eine Nebenbahnanlage der Reichsbahn- oder früheren Bundesbahnepoche. Flächenmäßig ist die Station nicht zu groß, aber viele Rangier- und Umsetzmöglichkeiten sind möglich. Vorbildbezogene Streckenteile könnte man bis Krebsöge und Anschlag bauen, beides bekanntlich ehemalige Abzweigbahnhöfe. Also los, holen Sie die Gleisschablone aus der Schublade oder starten Sie das Grafikproramm auf dem PC ...!? Bei unserem Besuch in Rade möchten wir neben dem eigentlichen Bahnhofsbereich mit wenigen Bildern auch die nähere Umgebung im Auge behalten, was dadurch eine kleine Ergänzung zur Beyenburger Streckenseite sein soll.  
 

(c) Roland Siebert   www.bahnen-wuppertal.de

Ein recht schönes Motiv von einer typischen Nebenbahn-
Szenerie hat der Fotograf hier eingefangen. Der Schranken-
posten erinnert an längst vergange Zeiten (anno 1976). Das
Motiv konnte man “zeitweise” am alten Straßenübergang am
 Rader Kreuz einfangen. Wieder eine schöne Nachbauszene!
Foto Roland Siebert

Ein Ausschnitt vom Buchfahrplan, der vom 30. September
 1973 gültig war. Wir erkennen nachmittags einen Güterzug
 mit einer Kleinlokomotive der Baureihe 323 von Rade nach
 Beyenburg mit bescheidenem Tempo. Es gibt etliche Ran-
gieraufgaben an den Unterwegsstationen zu bewältigen.
Sammlung Thomas und Herbert Kugel

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Ein schönes Erinnerungsfoto vom Nebenbahnbetrieb bei der Bundesbahn. Die V 36er waren jahrzehntelang beim Bw
 Wt-Steinbeck beheimatet und auf etlichen Strecken der Region unterwegs. Es gab sogar Personenverkehr (teils als
 Wendezüge) mit den sog. Wehrmachtsloks (die Nr. 235 ist allerdings ein Nachbau von 1949). Am 14. Juli 1968 hat
sich die V 36 235 nach Rade begeben und muss hier einige Rangierdienste verrichten. Obwohl seit dem 1.1.1968 die
 neuen “computergerechten” Loknummern offiziell gelten (236 235-8), besitzt die Maschine noch die ursprüngliche
 Bezeichnung. Im Hintergrund der urige Wasserturm mit Holzverkleidung, dessen Nachbau sich geradezu anbietet.
Foto Wilfried Sieberg

(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Fast schon ein Architekturfoto, so ohne “störende” Elemente wie Loks und Wagen .... Der langjährige Fotograf der
 Bundesbahndirektion Wuppertal, Helmut Säuberlich, machte neben den Fahrzeug- und vor allem Aktionsbildern auch
 viele Aufnahmen von Bahngebäuden zur Archivierung. Das Bild datiert von einem Besuch der Station im April 1960.
Foto Helmut Säuberlich  Sammlung Joachim Bügel

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Der Zirkus kommt in die bergische Provinz: Wo es einen Zuganschluss gab, wurden die Zirkuswagen früher durch-
weg mit der Bahn transportiert. Das Abladen bzw. Verladen war immer eine interessante Sache und zog meist etliche
 Zuschauer in den Bann. Die großen Tiere wurden dann oft vom Bahnhof durch die Straßen geführt, was besonders
für die Kinder ein Heidenspaß war. Die Zirkuswelt berührt zwar heute noch viele Menschen, war aber früher irgend-
wie greifbarer und machte aus dem Besuch besonders in den kleinern Städten ein richtiges Volksfest. Kurz vor Auf-
gabe der Strecke war es am 5. Juli 1976 in Radevormwald mal wieder so weit und der Zirkus Barum hatte sich ange-
sagt. Zwei 212er vom Bw Wt-Steinbeck waren auf der Beyenburger Linie unterwegs und mussten den schweren Zug
die Steigung bei Heide hochschleppen. Ganz oben: Hier ist der Zug im Anmarsch und kommt uns beim Heider Knapp
 entgegen. Den Zug führen 212 389 und 212 099. Oben: Der Zug passiert die berühmte Schranke am Rader Kreuz.
 Interessant sind die PKWs als Spiegelbild der 1970er Jahre. Unten: Der Zug ist im Bf. Rade angekommen und ist
 schon umrangiert worden. Die 212 099-6 muss derweil eine Umfahrungsaktion in Angriff nehmen. Ganz unten: Die
 Wagen sind an der Ladestraße angelangt (das Empfangsgebäude sehen wir im Hintergrund). Mit den bunten Trak-
toren können die Zirkuswagen bald von den Rungenwaggons abgezogen werden. Nun denn, Augen zu und nehmen
Sie Platz im Zirkuszelt. Dann einmal tief durchatmen. Können Sie auch das Flair einer anderen Welt verspüren ...?
Fotos (4)  Wilfried Sieberg

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Eine schöne Erinnerung an alte Zeiten und Erlebnisse vermitteln immer die kleinen sog. Edmondschen Fahrkarten aus
 Pappe. Man hört förmlich die Aufforderung des Schaffners: “Noch jemand zugestiegen? Die Fahrkarten bitte!”  - und
 oft mit ein bisschen Magengrummeln wird die Karte gezeigt. Ob doch was nicht stimmt? In alten Zeiten, zumal als
 jüngerer Mensch, hatte man meist schon einen gewissen Respekt vor dem Amtspersonal! Die Fahrkarten stammen
vom Bereich Rade, als man dort noch Fahrkarten kaufen oder den Bf. mit dem Zug ansteuern konnte. Übrigens: Nicht
 nur die Reiseziele geben zum Sinnieren Anlass, auch die Fahrpreise lassen einen doch ziemlich ins Grübeln kommen ....
Vorlagen (4) Wilfried Sieberg

(c) Roland Siebert   www.bahnen-wuppertal.de

Der Blick geht am Empfangsgebäude von Rade vorbei in westlicher Richtung zum Bahnübergang. Links ein interessan-
tes Haus, das zum Nachbau reizt. Der 795 ist auf einer der letzten Touren im Mai 1976. Schauen Sie mal rechts auf
den Prellbock mit seinem Untergrund. Auf kleiner Fläche ist dies ein schönes Idyll der früheren Nebenbahnromatik!
Foto Roland Siebert

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Ein optimaler Spazierweg für einen Bahnfan - damals, denn auf dem Damm fahren heute leider keine Züge mehr. Wir
sind an die westliche Einfahrt vom Bahnhof Rade gewandert. Im Bild die 212 082-2 vom Bw Steinbeck, die am 23.5.
 1973 mit dem P 3772 von Wuppertal auf die bergischen Höhen fahren durfte. Eine klassischer Nebenbahnzug der DB!
Foto Wilfried Sieberg

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Zwei 50er auf Sondereinsatz im Bahnhof Rade. Vorne die 50 2977, dahinter die 1493 in saumäßigem Zustand. Leider
 wurden beim Bw Vohwinkel zeitweise etliche Lokomotiven recht wenig gepflegt. Der Anlass des Spektakels am 15.
Juni 1966 ist ein Schülerausflug. Für die Eleven reichen natürlich die unbequemen Umbaudreiachser aus. Heute
 würde wohl auch in dieser Hinscht das große Maulen losgehen. Ganz links spitzt das Aufnahmegebäude hervor.
Foto Wilfried Sieberg

(c) Bernhard Terjung   www.bahnen-wuppertal.de

Es gilt Abschied zu nehmen von den (un)geliebten roten Brummern. Eisenbahnfreunde haben es sich nicht nehmen
 lassen, eine der letztmaligen Fahrten am 28. Mai 1976 mit einem Pflanzengebinde gebührend zu feiern (Tw 795 377
und ein Beiwagen 995). Die (Neben-)Bahnzeiten in dieser Region sind endgültig vorbei und kehren nicht wieder, denn
die umtriebige Stadt ist längst vom Bahnnetz abgeschnitten. Der automobilen Zeit gemäß gibt es nun für den Ort
einen großen Busbahnhof für die Fahrten in die Umgebung. Wegen der Straßenverhältnisse im Winter gibt es zwar
oft kaum zu umgehende Verspätungen, aber insgesamt ist die verkehrsmäßige Versorgung schon recht ordentlich.
Foto Bernhard Terjung

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Der Untergang der (eh bescheidenen) Bahnherrlichkeit in Rade ist schon lange besiegelt und die Straßenmafia hat
voll zugeschlägen. Wo es nur wenige Jahre vorher einen beschaulichen Bahnhofsvorplatz gab, wurde nun eine breite
 Schneise für die Autofahrer gebrochen. Aber das ist ja in dieser Form auch alles schon Geschichte und so erfreuen
wir uns an den beiden tollen alten Bussen. Links geht es bald mit dem Stadtwerkebus nach Remscheid, rechts der
 DB-Bus fährt vielleicht an der ehemaligen Bahntrasse entlang nach Halver/Lüdenscheid (Foto aus den 1960er Jahren).
Foto Wilfried Sieberg

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Ach je, werden viele Bahnfreunde sicherlich früher oft ausgerufen haben angesichts der allgegenwärtigen, unschein-
baren roten Brummer VT 95 und VT 98. Und vielleicht auch im Bahnhof von Rade angesichts der früheren Bahnzei-
ten. Dieser Anblick vom 1. Mai 1976 war aber lange Zeit im Bf. Radevormwald ganz normaler Alltag auf der Beyen-
burger Strecke. Und bei aller Vorliebe für die Dampfloks: man hätte doch öfters auf den Auslöser drücken sollen!
Foto Wilfried Sieberg

Mehr aus der weiteren Rader Gegend auf der Seite über die Beyenburger Strecke

Bahnhof Hahnenberg
Wir sind im Bahnhof Hahnenberg unter-
wegs, der nächstgelegenen Station von
 Radevormwald auf dem östlich verlau-
fenden Streckenabschnitt nach Brügge.
 Der Solo-Tw vom Typ VT 95 führt zum
 Aufnahmezeitpunkt einen Zugkurs im
 “Straßenersatzverkehr” (17. 3. 1963).
 Offenbar musste die Straße erst einmal
in Schuss gebracht werden, um dann
ein Jahr später den Personenbetrieb
 einstellen zu können!? Hochinteressant
 für Modellbahner ist das kleine, recht
 kompakte Empfangsgebäude, welches
 derzeit noch mit Privatnutzung existiert.
Foto K. E. Haldenwang

(c) K.E.Haldenwang   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Bergerhof
Der Haltepunkt Bergerhof lag von Rade aus gesehen vor dem Abstieg zur Wupper hinunter. Hier sehen wir den
 morgendlichen Personenzug, der von Rade kommt. Als Zuglok ist am 30. Mai 1975 vor dem Nahverkehrszug 7195 die
 212 099 mit einer Garnitur alter Eilzugwagen eingesetzt. Die Zeit lokbespannter P-Züge neigt sich dem Ende zu.
Foto Wilfried Sieberg

(c) Sammlung W.Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Strecke bei Heide
Eine schöne Winteraufnahme vom Streckenabschnitt zwischen Kräwinkel und Radevormwald. Anno 1965 war eine
V 100 für die Bespannung einer der wenigen lokgeführten Reisezüge beauftragt. Die Zuggarnitur mit den 3yge-Um-
baupärchen (je zwei Wagen waren in der Regel zusammengekuppelt) und einem separaten Packwagen war früher
auf vielen Nebenbahnen der Bundesbahn zu finden. Während die 38er-Dampflok oft als “Mädchen für alles” be-
zeichnet wurde, trifft dies für die Dieselloks durchaus auf die V 100 zu. Viele Maschinen dieser Baureihe sind
heute bei diversen privaten Bahnunternehmen untergekommen und werden oft bei Gleisbauarbeiten eingesetzt.
Foto Bernd Gerhardts  Sammlung Wilfried Sieberg

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Zwei Innenansichten vom Bahnhofsbereich in Radevormwald. Oben: Am 5.7.76 konnt man am Schalter noch Fahrkar-
ten kaufen, obwohl man mit dem Zug von der Station seit wenigen Wochen nicht mehr abfahren konnte. Da musste
man nun mit dem Bus vorliebnehmen oder in Lennep in den Zug steigen. Unten ein Blick in das Stellwerk in Rade.
Der Bereich war wie ein Erker am Bahnhofsgebäude angebaut. Klassísche Technik der alten DB dominert die Szene.
Es ist am 28. Mai 1976 der letzte Tag eines planmäßigen Personenzuges zwischen Wuppertal und Radevormwald.
Fotos (2)  E. Meskendahl Sammlung Wilfried Sieberg

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Drei Bahnmitarbeiter sind in voller Aktion oder doch nicht so ganz? Aus den Posen könnte man schon zur Vermutung
 gelangen, dass man sich keinesfalls überarbeitet und das Warten eben zum Bahnalltag gehört .... Wir sind auf dem
 Bahnhof von Radevormwald, wo uns die V 36 235 vom Bw Wt-Steinbeck am 14. Juli 1968 schon oben begegnet ist.
Über der Lok, die Mercedes 319-Transporter, die gehören auch zu den Autos der so genannten Bahnepoche 3!
Foto Wilfried Sieberg

Bahnhöfe in der Bundesbahndirektion Wuppertal mit eigenen Seiten (Region)
Dieringhausen   Düsseldorf Hbf   Hagen Hbf   Radevormwald   Remscheid Hbf   Rd-Lennep   Rd-Lüttringhausen   Schwelm   Sol-Ohligs
aa
Alle Bahnhöfe in Remscheid (Kurzportraits)       Alle Bahnhöfe in Solingen  (Kurzportraits)       Alle Bahnhöfe in Wuppertal (Übersicht)
 

Bahnhöfe außerhalb der Bundesbahndirektion Wuppertal mit eigenen oder Kurzportrait-Seiten  (angrenzende Region)
Hamm (Westf)                   Köln-Deutz                   Köln Hbf
 

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