Bahnen- Wuppertal.de Region im Portrait


Richtung Köln und Düsseldorf

1. Die betrachtete Region
Die aus Wuppertaler Sicht umgrenzte Region “Richtung Köln und Düsseldorf” betrifft zum einen die wichtige Hauptlinie vom Westen Wuppertals zum Abzweigbahnhof Gruiten und über Solingen-Ohligs Richtung Köln (ehemals Bergische-Märkische Strecke) sowie die Verbindung von Gruiten nach Düsseldorf (ehedem Düsseldorf-Elberfelder-Bahn) und zum anderen jenen Teil der Rheinischen Strecke nach Düsseldorf-Gerresheim ausserhalb des Wuppertaler Stadtgebietes. Es sind ganz unterschiedliche Strecken. Die Kölner Linie ist schon immer eine wichtige Fernlinie im Bahnnetz mit hochwertigem IC/ICE-Verkehr und ist Teil der im Vergleich zu den Trassen durchs Ruhrgebiet kürzesten Verbindung zwischen Köln und Hamm (- Hannover - Berlin). Die Düsseldorfer Linie mit der Steilrampe zwischen Erkrath und Hochdahl besitzt eine eher regionale Bedeutung (seit 1988 im S-Bahntakt), während die Rheinische Bahnlinie früher neben einem bescheidenen Personenverkehr einen durchaus akzeptablen Güter-Durchgangsverkehr aufwies. Heute erstrahlt die Relation zwischen Mettmann und Düsseldorf mit einer Regiobahn in neuer Blüte. Bei unserer Reise in die Region folgen wir mit den Fotos und Hinweisen in etwa den Fahrtrouten von Wuppertal auf den betreffenden Linien, und zwar in Reihenfolge der seinerzeitigen Streckeneröffnungen.    
   

am Vohwinkler Rangierbahnhof
Die Loks der Reihe 112 mussten nicht immer nur hochwertige Züge fahren. Die 112
487-4 legt sich hier mit ihrem Eilzug nach Düsseldorf toll in die Kurve. Der Standort
ist westlich vom Bf. Vohwinkel, rechts die Anlagen vom Rbf. mit Stw 7 (5.3.1982).
Foto Zeno Pillmann

östlich Gruiten
Eine Orgie von Masten, ein Drahtverhau und zahlreiche Schienenstränge - so sieht die
 Gegend östlich vom Bf. Gruiten aus. Links sehen wir das Düsseldorfer Gleis, auf dem die
111 157-4 mit einem Regionalexpress in die Landeshauptstadt fährt. Die Gleise zwei
und drei von rechts bilden den Kölner Gleisstrang. In der Mitte sehen wir die Gleise
der kreuzungsfreien Einfädelung zur zweigleisigen Personenzugstrecke Richtung W-
Vohwinkel. Rechts liegt das Güterzuggleis von Gruiten nach Vohwinkel (3.4.2005).
Foto VOBA

2. Die Strecke der ehemals Düsseldorf-Elberfelder Bahngesellschaft
Diese Route gehört zu den ältesten Fernlinien im deutschen Staatsgebiet und wurde in mehreren Etappen zwischen Düsseldorf und Elberfeld eröffnet. Am 20.12.1838 konnte man von Düsseldorf bis nach Erkrath fahren und am 10.4 1841 weiter nach Vohwinkel. Zum 3.9.1841 war dann der dritte Abschnitt zwischen Vohwinkel und (Elberfeld-) Steinbeck fertig. Für unsere Vorväter war der Bau eine tolle Ingenieurleistung, denn zwischen Erkrath und Hochdahl musste eine Steilrampe mit 33,3 Promille Neigung erstellt werden, was aus heutiger Sicht eine äusserst weitsichtige Entscheidung war. Bis zum Bau der Kölner Linie nahm die Strecke einen ungeheuren Aufschwung  und sie besass eben eine monopolartige Stellung für den Transport. Nach Eröffnung der Kölner Linie nahmen aber die grössen Verkehrsströme dann mehr diese Trasse. Alte Kursbuchauszüge belegen, dass die Düsseldorfer Route immer im Schatten der Kölner Relation stand und sich mehr auf den Regional- und Nahverkehr beschränken musste. Dieser war, zusammen mit dem Güterverkehr, aber trotzdem sehr umfangreich. Eine grosse Aufwertung im Bahnnetz erlangte die gesamte Region durch die Elektrifizierung der Strecke zum 31.5.1964, wobei die Steilrampe bereits zum 26.05.1963 unter Fahrdraht lag. Die Pendlerströme lagen traditionsgemässe immer mehr in Richtung Düsseldorf als nach Köln, so dass die Einrichtung der S-Bahnlinie S 8 (Hagen - Mönchengladbach) zum 31. 5. 1988 nur folgerichtig war. Heute gibt es werktags den üblichen 20-Minutentakt, ergänzt durch zwei stündliche Regionalexpress-Linien (Richtung Aachen und Krefeld). Folgende Stationen gibt es seit dem S-Bahnbau aus Richtung Wuppertal: Gruiten, Hochdahl-Millrath (neu gebaut), Hochdahl, Erkrath, Düsseldorf-Gerresheim, Düsseldorf-Flingern (neu),  Düsseldorf Hbf..               
 

östlich Gruiten
Eine Lok der Reihe 111 im so genannten S-Bahn-Look sehen wir hier vor einem Eilzug in
Richtung Wuppertal - Hagen östlich von Gruiten. Das Aufnahmedatum ist der 13.3.82.
Foto Zeno Pillmann

Bf. Gruiten
Der Bahnhof ist ein wichtiger Trennungsbahnhof in Keil-
form (wobei der eigentliche Abzweig aus Vohwinkel ge-
sehen bereits vorher beim Block Linden liegt). Aus
Richtung Wuppertal zweigt hier die Linie nach
Köln in einem grossen Bogen südwärts ab. Quasi ge-
radedurch geht es in Richtung Düsseldorf, bald die
Steige Hochdahl - Ekrath hinunter. Der Kölner Ast ist
eine wichtige Fernstrecke im Bahnnetz und ist Teil der
 kilometermässig kürzesten Verbindung von Köln nach
Hamm. Bereits vor dem Krieg nahmen viele Fernzüge
aus Berlin und Mitteldeutschland diese Trasse. Derzeit
 befahren die Gleise stündlich zwei IC/ICE-Linien. Auf
dem Düsseldorfer Ast gibt es neben den Regional-
zügen seit 1988 S-Bahnverkehr, wobei die Züge zu
 bestimmten Stunden voll ausgelastet sind. D-Züge
fuhren auf dieser Trasse auch früher nur in bescheide-
nem Maße. Im Bild sehen wir den schmucken Schnell-
triebwagen VT08 512 + 520 vom DB-Museumsbestand
am 29. Mai 2003 als Sonderzug 91 629. In den 50er
Jahren fuhren diese Triebwagen planmässig durch
Gruiten als F-Züge zwischen Köln und Hannover.
Foto Wolfgang Bügel

Bf. Gruiten
Ein fotogenes Motiv gibt er schon ab, der RE-Zug mit der 112 156-5 und den Doppel-
stockwagen - und die Stelle ist ein schöner Standort für eine Paradestrecke. Auf den
 Düsseldorfer Gleisen braust er mit Ziel Aachen durch den Bahnhof Gruiten (2.4.2005).
Foto VOBA

Osteinfahrt Bf. Hochdahl
Das östliche Stellwerk in Hochdahl hat zwar eine Renovierung erhalten, die nicht für
jeden Geschmack sein wird, aber es ist trotzdem ein so typisches Stellwerk der Bahn.
Wir sind am 7.8.1981 vor Ort und erspähen die 140 152-0 als Lz nach Düsseldorf.
Foto Zeno Pillmann

Bf. Hochdahl
Die stattlichen Gebäude geben Zeugnis von der einstigen Bedeutung des Bahnhof am
Kopf der Steilrampe von Erkrath herauf. Nach Inbetriebnahme der S-Bahn ist vom alten
 Bahntreiben wenig übrig geblieben. Im Bild eine typische Erscheinung der sog. Modell-
bahnepoche 4 in der bei Bahnfans “beliebten” Farbgebeung. Es handelt sich nicht um
 einen Schnellzug, sondern um einen Eilzug Hagen - Aachen mit der 110 383-7 (9/82).
Foto Zeno Pillmann

Ein Meilenstein der westdeutschen Eisenbahngeschichte mit ehemaligem Seilzugbetrieb
Eigene Seite über die Steilrampe Erkrath - Hochdahl
Vieles vom Dampflokeinsatz, interessante Infos, Bilder und Grafiken
 

Bf. Erkrath
Der Bahnhof liegt am Fusspunkt der berühmten Steige
nach Hochdahl hinauf. Bereits mit Eröffnung der Düssel-
dorf - Elberfelder Eisenbahn im Jahre 1841 in Betrieb,
was damals einer technischen Sensation gleich kam.
Die Züge wurden über eine Umlenkrolle in Hochdahl die
Rampe hinaufgezogen, bald wurde dies aber von Loko-
motiven selbst gemacht, die auf dem Gegengleis die
 Steigung hinunterfuhren. Auch nach der Elektrifizierung
1963 mussten manche Züge nachgeschoben werden.
Heute ist die Rampenstrecke dreigleisig ausgebaut und
 wird von den modernen Elloks in wenigen Minuten be-
wältigt. Güterbetrieb gibt es ohnehin nurmehr selten.
Oben ist die gewaltige Neigung der Strecke gut zu er-
kennen. Der Regionalexpress mit der 110 377-9 fährt
nach Düsseldorf und dann weiter nach Venlo (April 05).
Links: Am 15.9.1968 sah die Gegend noch etwas anders
 aus. An diesem Tage fand bei leider schlechtem Wetter
 eine Sonderfahrt von Düsseldorf ins Bergische Land
statt. 55 2513 steht mit Volldampf zur Abfahrt bereit.
Als Schublok musste eine Lok der Baureihe 94 vom
Bw Vohwinkel ran. Interesssant ist die Bahnhofsfas-
sade. Wie auf dem obigen Bild zu sehen ist, liegt das
 Gebäude nun nicht mehr direkt an den Gleisen.
Fotos (2)  VOBA

Bf. Düsseldorf-Gerresheim
Im Bahnhof Gerresheim zweigt die ehemalige Rheinische Strecke von der Hauptbahn
ab. Auf ihr gibt es seit einigen Jahren die Regiobahn von Kaarst über Düsseldorf nach
 Mettmann. Der Regionalexpress mit der 111 114-5 Richtung Düsseldorf wechselt
vom dreigleisigen Abschnitt der Rampe auf die viergleisige Trasse (Frühjahr 2005).
Foto VOBA

Bf. Düsseldorf-Gerresheim
Am Ostersamstag, den 25. März 1967, gab es eine Sonderfahrt von W-Vohwinkel in
die Niederbergische Region. Als Zugpferd war die gut geputzte 57 2559 vom Bw Hagen
 Gbf. auserkoren, dazu gab es stilreine Bi-Wagen. Auf dem Rückweg ging es über die
 berühmte Rampe Erkrath - Hochdahl. Hier ein Fotohalt im Bf. Düsseldorf-Gerresheim.
Ein Vergleich zum Bild davor zeigt, dass die alte Bogenbrücke lange überdauert hat.
Foto VOBA

Bf. Düsseldorf Hbf.
Ein seltsames Gesicht aus einer anderen
 Welt!? Bei einem Besuch im Düsseldorfer
 Hauptbahnhof begegnet uns der “Donald
 Duck” der Baureihe 403. Obwohl ja ein
 super-modernes Outfit, ist der Einsatz
aber schon längst wieder Geschichte.
Für die “Flughöhe Null” fuhren die drei
 IC-Triebwagen 403 nach Ausmusterung
bei der DB einige Jahre für die Lufthansa
 (März 1982 bis Winterfahrplan 1993).
Die Fluggesellschaft erhoffte sich hier-
durch, bequeme und kostengünstige
 Zubringerdienste zum Flugkreuz Frank-
furt im Main leisten zu können. Gefahren
 wurde mit Lufthansa-Zügen zwischen
 Düsseldorf und Stuttgart, jeweils zum
 Fluighafenbahnhof Frankfurtr und mehr-
mals am Tag (auch mit Loks 103 und
111). Für die  Fotofans war das natür-
lich ein günstiger Anlass, den schnittigen
 Zug auch auf landschaftlichen schönen
 Strecken wie bspw. am Rhein entlang
 abzulichten. Hier sehen wir den Tw 403
 403 am 27. Januar 1985 im neu über-
dachten Düsseldorfer Hauptbahnhof.
Die 403er Fahrzeuge vom Lufthansa
Airport Express stehen derzeit bei der
PEG in Ostdeutschland “herum”.
Foto Zeno Pillmann

Bf. Düsseldorf Hbf.
Welch ein Kontrast zum Airport-IC!
Wir sind so um das Jahr 1960 im
 Düsseldofer Hauptbahnhof. Ein
 stimmungsvolles Motiv eines aus-
fahrenden Zuges mit der 03 1050
 vom Bw Hagen-Eckesey hat der
 Fotograf hier eingefangen. Die bei
 den Eisenbahnfreunden mit einem
 gewissen Mythos umgebene Bau-
reihe 03.10 war zu dieser Zeit
noch im hochwertigen Reisezug-
dienst zu finden. Hinter der füh-
renden Lok sehen wir eine weitere
 Dampflok, so dass es sich dabei
um einen schweren Entlastungs-
schnellzug oder um einen Sonder-
zug handeln könnte. Mit hoher
 Wahrscheinlichkeit geht es die
 Rampe bei Erkrath hinauf und dann
 über Wuppertal Richtung Hagen.
Die Loks der Reihe 03.10 fuhren
bis Juni 1966 vom Bw Hagen-
Eck aus. Bis Mai 1964 ging es
noch über die Wupper-Strecke,
bis Mai 1965 über die Ruhr-Sieg-
Strecke, im letzten Jahr noch Richtung Paderborn und Kassel.
Im Winter 1965/66 waren etliche
03.10er im ex-Bw W-Langerfeld
betriebsfähig hinterstellt
Foto DB Säuberlich  Sammlung VOBA

3. Die Strecke der ehemals Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft
Nach verschiedenen Varianten-Überlegungen wurde der Bahnhof Gruiten als Abzweigbahnhof der Kölner Linie von der bestehenden Strecke Wuppertal - Düsseldorf festgelegt. Das hatte den sehr grossen Vorteil, dass die Trasse die hügeligen Ausläufer des Bergischen Landes in wesentlichen Zügen umgeht und die Streckenführung zur Domstadt verhältnismässig flach verläuft. Negativ war (und ist es bis heute), dass die wichtige Industriestadt Solingen nicht direkt angeschlossen und nur durch eine Stichstrecke von der damals selbständigen Stadt Ohligs bedient wurde. Mit Opladen kam dazu eine wichtige Stadt im südlicheren Bereich an das Netz. Der Bahnhof Gruiten (er hatte zunächst allerdings die Bezeichnung Haan, während die heutige, südlich gelegene Station Haan Ort hiess), an sich  in Richtung der Düsseldorf-Elberfelder Bahn gelegen, wurde in Keilform gebaut und die Trasse biegt mit relativ starker Krümmung Richtung Köln ab. Die Eröffnung konnte man am 25.9.1867 feiern, zunächst mit Fahrt bis Opladen, ab dem 8.4.1868 bis Mülheim/Rhein, seinerzeit noch eine eigenständige Gemeinde vor den Toren Kölns. Weiter bis Deutz ging es dann anno 1872. Schon bald nahm die Route einen enormen Aufschwung und zog etlichen Verkehr vom Düsseldorfer Zweig ab. In Bälde gab es erste Züge Richtung Mitteldeutschland und Berlin, somit also die Vorläufer der heutigen IC/ICE-Verbindungen. 1938 fuhr über die Trasse der berühmte “Fliegende Kölner” vom Rhein in die Reichshauptstadt. Elektrifiziert wurde die Linie zum 29.5.1964, womit schlagartig der Dampfbetrieb aufhörte. Heute finden wir stündlich zwei IC/ICE-Verbindungen und drei Regionallinien (Richtung Aachen und Bonn). Im Trassenbereich zwischen Vohwinkel und Gruiten gibt es grossangelegte Überführungsbauwerke, mit denen eine kreuzungsfreie Ausfädelung der Gleise von Vohwinkel aus auf die Kölner und Düsseldorfer  Trasse ermöglicht wird. Folgende Stationen sind derzeit eingerichtet: Gruiten, Haan, Solingen Hbf. (bis 10.12.2006 SG-Ohligs), Leichlingen, Opladen, Leverkusen-Schlebusch, Köln-Mülheim, Köln-Messe/Deutz, Köln Hbf..
  

Strecke Wuppertal-Vohwinkel - Gruiten
Zwischen W-Vohwinkel und Gruiten gibt es langgezogene Überführungsbauwerke.
Zum einen mussten die Ausfahrgleise vom Vohwinkler Rbf. eingefädelt werden, zum
 anderen gibt es hier eine kreuzungsfreie Streckengabelung der Gleise Richtung Düssel-
dorf und Köln. Im Keil-Bf. Gruiten sind die Linien dann getrennt. Eine Lok der Reihe
112 begegnet uns auf dem Kölner Zweig mit dem Schnellzug nach Paris (1979).
Foto Zeno Pillmann

Bf. Gruiten
Gut sichtbar: Die Kölner Gleise sind im Bahnhof Gruiten stark überhöht, so dass auch
die Fernzüge mit einer gewissen Geschwindigkeit die im Bogen verlaufende Trasse im
 Keilbahnhof befahren können. Die 110 363-9 muss mit ihrem Regionbahnzug aus Köln
 allerdings einen Halt einlegen, bevor es nach W-Oberbarmen weitergeht (April 2005).
Foto VOBA

Bf. Gruiten
Güterzüge sind auf der alten BME-Strecke tagsüber nicht jederzeit anzutreffen, so
dass man für ein Foto schon einmal eine gewisse Zeit warten muss. Die Baureihe 140
hat ihren Zenit bestimmt schon lange überschritten, ist aber derzeit noch unverzicht-
bar. Hier sehen wir die 140 785-7 mit einem Schotterzug Richtung Köln (2.4.2005).
Foto VOBA

Bf. Haan
Der Bahnhof von Haan ist mit den beiden Durchgangsgleisen zwar mehr ein Haltepunkt,
 aber für die aufstrebende Stadt im Rheinland ein wichtiger Anschluss zu den Nachbar-
städten. Beim Zug im Bild dürfte es auf der Rückfahrt wohl ausgelassener zugegangen
 sein, denn der Sonderzug von Münster fährt an die Mosel nach Kobern-Gondorf. Den
Zug führt die Güterlok 140 824-4, die die grünfarbige Ursprungslackierung besitzt.
Foto Zeno Pillmann

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Bf. Solingen-Ohligs (Hbf.)
Für den Film “Das Wunder von Bern”, der den Sieg der deutschen Kicker im Weltmeisterschafts-Endspiel 1954 zum
 Thema hat, wurde der Museums-VT 08 mit einer entsprechenden Beschriftung versehen. Die siegreichen Cracks um
 Sepp Herberger und Fritz Walter waren damals aus der Schweiz nach München mit einem solchen Fahrzeug zurück-
gekommen. Anlässlich des Weltcups in unserem Land im Sommer 2006 kam der schnieke Zug auch durchs Bergische.
Foto Wilfried Sieberg

Diese Regionenseite “Richtung Köln/Düsseldorf” wird in absehbarer Zeit überarbeitet!

Ab Anfang 2010: eigene Seite zum Bahnhof Ohligs mit kleiner Infoecke zum ex-Bw
> wenn der Link hier noch nicht geschaltet sein sollte, so versuchen es dann mal unter www.bahnen-wuppertal.de/html/bahnhof-ohligs.html <

AW Opladen
Besuche in den AWs waren nicht immer so auf die Schnelle möglich und mussten viel-
fach angemeldet werden. Aber es gab auch Führungen und so was wie Tage der offe-
nen Tür. Das Werk wurde anno 1903 gegründet und konnte mit einem Fest am 30.9. +
1.10 1978 den 75jährigen Geburtstag feiern. Davon das Foto oben, das neben der
112er auch die 103 118 zeigt, die damals die schnellste Lok der DB war.  Gegenüber
dem AW, auf der anderen Seite der Streckengleise nach Köln, gab es früher übrigens
auch ein Bw Opladen. Dieses wurde als eigenständige Diensstelle 1960 aufgelöst.
Fotos  Zeno Pillmann

Literaturtipp: K.Kaiß,  Eisenbahnausbesserungswerk Opladen, Verlag A. Kaiß, 42785 Leichlingen

Infoecke:  Bahnbetriebswerk Opladen
Bahnwerke der BD Wuppertal -Teil 6-

Der Bahnhof von Opladen - heute ein Stadtteil von Leverkusen - liegt zum einen an der alten Hauptstrecke der Bergisch-Märkischen Eisenbahn von Köln nach Wuppertal/Hagen, die in Richtung der Schwebebahnstadt 1867 eröffnet wurde (in die Gegenrichtung nach Mülheim 1868 und weiter nach Deutz 1872) und zum anderen an der von der Rheinischen Eisenbahngesellschaft anno 1874 gebauten rechtsrheinischen Güterbahn von Troisdorf nach Mülheim-Speldorf.  Das Betriebswerk von Opladen war von der Grösse her ein kleines bis mittleres Bw, das in erster Linie entsprechend der trassenmässigen Einbindung für Dienste in der Umgebung (u.a. Linie nach Remscheid-Lennep) sowie für die Güterstrecken Richtung Köln und Düsseldorf zuständig war. Als Urquellen gilt eine Lokstation aus Zeiten der ersten Streckeneröffnung mit zweigleisigem  Rechteckschuppen im südöstlichen BME-Bahnhofsbereich sowie eine Station mit vierständigem Halbrundschuppen im südlichen Bereich der REG-Anlagen nach Bau der Güterbahn (es gab also zunächst zwei Bahnhöfe der konkurrierenden Bahngesellschaften). Nach etlichen Bahnhofsumbauten infolge des stark zunehmenden Verkehrs wurde auch der Rundschuppen auf dem ehemaligen REG-Gelände zunächst über 10 Stände bis nach der Jahrhundertwende dann auf 16 Stände erweitert. Anno 1904/1906 erfolgte endlich die Einstufung des Depots als Betriebswerkstätte. Südlich neben dem vorhandenen Lokhaus wurde bis ca. 1910 ein neuer, zunächst sechsständiger Schuppen erbaut. Planungen sahen die Ausbaummöglichkeit zu einem ganzen Halbrundschuppen vor, die aber nicht mehr realisiert wurden. Im Juli 1922 wurden die Betriebswerkstätten im Zuge der Vereinheitlichungsbemühungen der neu entstandenen Reichsbahn umbenannt in die uns geläufige Bezeichnung Bahnbetriebswerk (Bw). In der Reichsbahnzeit waren hier die klassischen preussischen Baureihen wie die 38.10, 55.16 55.25, 74.4 und 93.5 stationiert. Eine Übersicht nennt bspw. für den Sommer 1933 39 Maschinen der angegebenen Typen. Im Bombenhagel der alliierten Streitkräfte wurde das Bw Opladen im Zweiten Weltkrieg auch stark getroffen. Dabei war die Lage des Betriebswerkes das Verhängnis, denn nicht weit östlich davon war ja das riesige Ausbesserungswerk, dem die Angriffe primär galten. Nach den Kriegswirren waren die Aufgaben des Bw Opladen an sich so wie vor dem Krieg. Wobei zunächst der Aufbau der Bahnanlagen allerorten und die mit dem Wirtschaftsaufschwung einher gehenden verstärkten Transportleistungen viele Provisorien erforderlich machten und auch so manche Notwendigkeiten zur Rationalisierung überdeckten. Mit dem Näherrücken der Elektrifizierung auf Köln zu und dann mit dem Lückenschluss mit dem bereits einige Jahre bestehenden Ruhrgebietsnetz ab Düsseldorf war klar, dass das Bw Opladen keine Zukunft haben konnte. Das Werk verlor seine Selbstständigkeit zum 29. Mai 1960 und wurde dann für einige Jahre Aussenstelle (Bw-Ast) vom Bw Düsseldorf-Derendorf. Bis zu Dampflokunterhaltung im Juni 1964 waren von Opladen aus vorwiegend Loks der Reihe 50 eingesetzt. Offiziell aufgelöst wurde die Dienststelle als Bw-Ast zum 1. Oktober 1968. Einige Jahre war dann das ex-Bw noch eine Personaleinsatzstelle. Heute findet man kaum Spuren vom Bw in der Stadt.

Quellennachweis: Das Bw Opladen von Kurt Kaiß, Verlag A. Kaiß, Posfach 101426, 42785 Leichlingen, ISBN 3-9806103-3-0

>>   Eine Übersicht der vorhandenen Bahnwerke der BD Wuppertal finden Sie auf der Betriebswerke-Seite  <<

In die Stationierungslisten geschaut:  Bw Opladen

Dampflok-Bestand zum 1.7.1950     (19 Maschinen)

Baureihe 50   (Einheitslok):
022, 1933, 2335, 2336, 2709, 2787, 2914, 3047, 3152    (9)

Baureihe 55.16    (preussische G 8):
1709, 1764, 1916, 1939, 1997, 2162, 2166, 2246   (8)

Baureihe 57.10    (preussische G 10):
2227   (1)

Baureihe 94.5   (preussische T 16.1):
1638   (1)

PS:  Nach der Auflistung anno 1950 gibt es einige Maschinen verschiedener Baureihen, die pauschal der “ED Wuppertal” zugewiesen sind!
Eigene Zusammenstellung nach: Herb/Knipping/Wenzel, Die Triebfahrzeuge der Deutsche Bundesbahn im Jahre 1950,
Verlag Eisenbahn-Kurier, Freiburg 1978                   Vorlage Sammlung Wolfgang Bügel
 

Dampflok-Bestand zum 31.12.1958     (16 Maschinen)

Baureihe 50     (DR-Einheitslok):
276, 982, 1386, 1439, 2709, 2787, 2914, 3081, 3122   (7)

Baureihe 57.10    (preussische G 10):
1735, 1755, 1765, 1824, 2160, 2173, 2227   (7)

Eigene Zusammenstellung nach: Knipping, Andreas, Die Triebfahrzeuge der Deutschen Bundesbahn und ihre Heimatbetriebswerke,
Stand 31.12.1958, Verlag Gustav Röhr, Krefeld 1976     Vorlage Sammlung Wolfgang Büge
l

Literaturtipp: K.Kaiß,  Das Bahnbetriebswerk Opladen, Verlag A. Kaiß, 42785 Leichlingen

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Bw Opladen
Das Bw Opladen war hinsichtlich des Bekanntheitsgrades mehr eine graue Maus und wurde nicht von der Masse der
 Bahnfans besucht. Es gab halt im rheinischen Raum viele andere Werke mit “attraktiveren Inhalten”. Umso mehr freu-
en wir uns über das Motiv mit der 74 983, aufgenommem 1960 im Jahre des Verlustes der Bw-Selbstständigkeit.
Foto Wilfried Sieberg

Köln Hohenzollernbrücke Ost
Eine der meistbefahrenen Streckenteile des deutschen Bahnnetzes ist die etwa einen
 Kilometer lange Verbindung zwischen Köln-Deutz und Köln Hbf. über die Hohenzollern-
brücke. Das Ensemble von Brücke, Dom und Bahnhofshalle gilt als schützenswertes
 Kulturgut. Vor dem Krieg gab es drei Brücken nebeneinander. Vier Gleise waren für die
 Eisenbahn reserviert, zwei Gleise für die Strassenbahn. Durch die Kriegsereignisse
wurden etliche Teile zerstört. Zunächst gab es einen provisorischen Aufbau einer
 Verbindung. Anno 1958 konnte die zweite Brücke auch wieder in Betrieb genommen
 werden. Seit 1986 gibt es daneben flussabwärts eine dritte Brücke, im Outfit den
beiden anderen Verbindungen angepasst. Am 20.8.2002 begegnet uns die 103 113.
Foto Wolfgang Bügel

Köln Hohenzollernbrücke West
Wir sind über die Hohenzollernbrücke auf die “richtige” Kölner Seite gewandert und
haben ebenfalls die Zeitmaschine benutzt. Unser Blick fällt auf die 110 157-5, die mit
 enem D-Zugwagen in sog. Pop-Farben daherkommt. Es wirkt fast so, als ob der Kaiser
 Wilhlem auf seinem Standbild umgefahren werden sollte. Links grüsst ein Gebäude
der Deutzer Messeanlagen von der “falschen” Seite herüber (Sommer 1980).
Foto Zeno Pillmann

4. Die Strecke der ehemals Rheinischen Eisenbahngesellschaftt
Die Linie dieser Gesellschaft (REG) wurde zum 15.9.1879 zwischen Düsseldorf-Derendorf und Hagen-Eckesey durchgängig eröffnet und sollte eine Konkurrenzlinie zur BME-Strecke Zwischen Düsseldorf, Vohwinkel und Hagen darstellen (die Düsseldorf-Elberfelder Bahn fusionierte 1857 mit der Bergisch-Märkischen Bahn). An Steigungen ärmer als die alte Linie (maximale Steigung von 12,5 Promille) musste sie allerdings im Stadtbereich von Elberfeld und Barmen mit vielen Tunnelbauwerken, Brücken und Einschnitten äusserst aufwändig trassiert werden. Damit verbunden war eine wenig gradlinige Trassierung. Die Route konnte die hochfliegenden Pläne überhaupt nicht erfüllen und führte zeitlebens ein Schattendasein im Verhältnis zu den alten Linien Düsseldorf/Köln - Hagen.  Aus heutiger Sicht ist es schon seltsam, dass sich der Verkehr auf der REG-Linie bis zur Stillegung im Jahre 1992 überhaupt halten konnte. Früher gab es zwar etlichen Güter-Duchgangsverkehr und zahlreiche Umleitungszüge, aber das ist schon lange her. Die Strecke in der betrachteten Region begann auf Wuppertaler Gebiet im grösseren Bahnhof Varresbeck bzw. später im etwas westlicher gelegenen Haltepunkt Lüntenbeck und führte dann über Dornap und Mettmann nach Düsseldorf-Gerresheim, wo die alte Strecke erreicht wurde. Nach Eingliederung der Gemeinde Dornap nach Wuppertal im Jahre 1975 ist die Stadtgrenze nun etwas westlich verschoben, die ehemals Rheinische Trasse führt dann kurz hinter der ex-Station (Wuppertal-) Dornap-Hahnenfurth in die niederbergische Region zum Kreis Mettmann. In diesem Bezirk gibt es grosse Kalksteinvorkommen, deren Abbauten die Landschaft stark prägen und einen gewissen Beitrag zum Güterverkehr leisteten. Eine Wiederbelebung dieses Streckenteils der REG-Linie erfuhr die Trasse zum 26.9.1999, als die Regiobahn von Kaarst nach Mettmann eingerichtet wurde, die sich steigender Beliebtheit erfreut. Ein Weiterbetrieb nach Vohwinkel mit neuer Verbindungskurve zur Essener Strecke ist jetzt quasi sicher und im Planfeststellungsverfahren. Bei der Regiobahn gibt es in diesem Gebiet heute folgende Stationen: Mettmann-Stadtwald, Mettmann Zentrum, Neanderthal, Erkrath-Nord, Düsseldorf-Gerresheim, Düsseldorf-Flingern, Düsseldorf Hbf. In Zeiten des Durchgangsverkehrs auf der Rheinischen Strecke gab es hinter dem Bahnhof Dornap-Hahnenfurth in Richtung Düsseldorf bis Neanderthal die Stationen Mettmann Ost, Mettmann und Mettmann West.  
        

Bf. Mettmann-OSt
 Dies ist eine Ansicht von der ehemaligen Station Mettmann Ost, stillgelegt seit Been-
digung des ETA-Verkehrs auf der alten Rheinischen Linie. Mittlerweile hat die Natur Ein-
zug gehalten, aber es gibt noch einige Relikte aus alter Zeit. Ob der Bahnhof im Zuge
der Verlängerung der Regiobahn (s.u.) nach Vohwinkel wieder aufblüht, ist ungewiss.
Foto Hans-Christian Kords

Bf. Mettmann-Stadtwald
Ein Besuch in der aufstrebenden Kreisstadt Mettmann. Seit einigen Jahren gibt es
von hier die Regiobahn nach Düsseldorf/Kaarst. Die derzeitige östliche Endstation ist
der Bf. Mettmann-Stadtwald, der an der alten rheinischen Strecke liegt und früher
 Mettmann hiess (s.u.). Eine Verlängerung nach Vohwinkel ist in Planung (27.7.2003).
Foto VOBA

Bf. Mettmann
Die heutige Kreisstadt Mettmann hat in den letzten Jahrzehnten einen grossen Auf-
schwung genommen, nicht zuletzt dadurch ist ja die Regiobahn entstanden. Aber auch
 schon früher gab es viele Pendler, die mit dem Zug nach Düsseldorf fuhren. Wir sind im alten Bahnhof Mettmann (heute Stadtwald). Im Bild eine ETA-Garnitur (815 771 + 515 201) am 2. Dezember 1994, als der Wuppertaler Ast schon einige Zeit stillgelegt war.
Foto Wolfgang Bügel

Bf. Mettmann-West
 Wir stehen am 23.9.1994 am Hp. Mettmann-West und sehen die Einheit 815 713 + 515
 222 bei der Einfahrt in die Station Richtung Düsseldorf. Heute gibt es als Ersatz den
 neuen Haltepunkt Mettmann-Zentrum, der etwa 500 Meter westlicher gelegen ist.
Foto Wolfgang Bügel

Bf. Neanderthal
Der Ort Neanderthal ist wohl weniger
 wegen seiner Eisenbahn, als vielmehr
 wegen der Funde aus der Vorzeit be-
kannt. Als es noch Personenverkehr
auf der Rheinischen Strecke gab,
 konnte man von Wuppertal bequem
 anreisen, am Bahnhof aussteigen
und zum interessanten Museum
wandern (heute geht das aus Rich-
tung Düsseldorf wieder mit der Regio-
bahn). Am 18. Februar 1976 ist der
 Dampfbetrieb auf der Linie bald Ge-
schichte. Die 050 220 vom Bw Wedau
ist mit dem Gag 57074, aus Hoch-
bordwaggons bestehend, unterwegs.
PS: Der Bergische Ring bietet zeit-
weise Touren mit alten Bussen in diese
Region an. Siehe dazu immer die Hin-
weise auf unserer
Aktuelles-Seite.
Foto Wolfgang Bügel

Bf. Düsseldorf-Gerresheim
Die Züge der Regiobahn aus Mettmann treffen im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim auf
die alte ElberfelderTrasse von 1838. Von hier geht es bis Neuss weiter über die Gleise
der S-Bahnlinie 8. Ab dort gibt es den Endzweig bis Kaarst. Die Regiobahn erfreut sich
 steigender Beliebtheit, nicht zuletzt wegen der modernen Tw (1002-2 im Frühjahr 05).
Foto VOBA


Weiterführung der REG-Linie Richtung Hagen auf der Wuppertaler Strecken-Seite
 

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