Bahnen- Wuppertal.de Strecken im Portrait

Cronenberger Strecke (Sambalinie)

Diese Strecke - bei der Bevölkerung liebevoll “Samba”-Linie genannt - zweigte im Bahnhof Steinbeck von der Tallinie ab und führte an den Hängen des Kiesberges durch das liebliche Wandergebiet Burgholz hinauf auf die Südhöhen zum Endbahnhof Cronenberg. Die Inbetriebnahme erfolgte zum 1.4.1891. Die Linie überwand einen doch beachtlichen Höhenunterschied, was aber durch die vielen Schleifen zu einer befriedigenden Steigung führte. Neben der Bedeutung für die ansässige Bevölkerung und für die Firmen im traditionsreichen Werkzeugmacherort Cronenberg war die Route immer  eine Ausflugsbahn. In der Station Hindenburgstraße stieg man aus zu einem Zoobesuch, im Haltepunkt Burgholz begannen die Wanderungen durch die Wälder und für einen Tripp auf die Höhen war sie eine Alternative zur Straßenbahn. Zum Einsatz kamen in der Regel Dampfloks vom Bw Steinbeck, für Jahrzehnte waren das Maschinen der Baureihe 74.4  und später auch 86er. Ab Mai 1950 gab es im Personenbetrieb Wendezüge mit der V 36, so genannte Kp = Kurzpersonenzüge (V 36 mit einem Steuerwagen VS 145). Ab 1955 folgten dann die roten Schienenbusse VT 95/98 (ab 1.1.1968 Bezeichnung als 795/798) und im letzten Jahrzehnt des Betriebes die schweren Akkutriebwagen der Reihe 515. Güterzüge wurden nach der Dampflokära  - 1953 endete in Steinbeck die Dampflokunterhaltung - mit den Dieselloks vom Bw Steinbeck gefahren , meist sah man in den letzten Jahren 212er oder 260er. Dampfloks (vom Bw Vohwinkel oder aus Langerfeld) kamen in der Folgezeit eigentlich nur in Ausnahmefällen bzw. bei einigen Sonderfahrten zum Einsatz. Die Aufnahmen folgen mit einigen kleinen Abweichungen einem solchen Reiseverlauf von Nord nach Süd.
              

(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Bf. Wuppertal Hbf. (Wt-Elberfeld)
Die Züge der Sambalinie fuhren vom Elberfelder Bahnhof in den letzten Jahren in der Regel vom letzten Gleis ab.
 Zwischen Bahnsteig und der immens hohen Stützmauer zur Südstadt wirkten die Solo-Triebwagen meist ziemlich
 verloren. Die Lichtverhältnisse in diesem “Loch” waren alles andere als optimal (Foto von Mitte der 1980er Jahre).
Foto Wolfgang Scheufele  Sammlung VOBA

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Bf. Wuppertal-Steinbeck
Von Elberfeld bis Steinbeck benutzte der Samba die Nahverkehrsgleise der Talbahn mit. Hinter dem Bahnhof stieg die
 Trasse an und es ging am “Schwarzen Weg” entlang. Im Bild der 515 629 bei der Ausfahrt aus den Steinbecker Bahn-
hof. Oberhalb erkennt man rechts die katholische Kirche in der Elberfelder Südstadt. Am Ende über dem ETA sehen
wir den ehemaligen Wasserturm vom ersten Steinbecker Bahnbetriebswerk, wo zeitweise ein Bistrobetrieb drin war.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Steinbeck, Abzweig der Cronenberger Linie
Eine hochinteressante Passage gab es an der Ausfädelung der Cronenberger Strecke aus dem Bahnhofsbereich von
 Steinbeck. Diese Stelle war für den Normalbürger weniger zugänglich. In Bildmitte das Stellwerk am Eselsrücken im
 Gbf. Steinbeck. Vorne kommen die Gleise her vom Bahnhof Wt-Zoo, wo die Gütertrasse von der Hauptbahn abgeht.
 Unter dem Stellwerk hindurch geht es geradeaus in den Rangierbahnhof Steinbeck, linker Hand fährt man über die
 Hauptgleise hinweg (eine Scheibe vom Vorsignal ist an den Ferngleisen eben noch zu sehen) zum Güterbahnhof, da
wo sich heute die Steinbecker Meile befindet. Die Strecke insgesamt macht hier einen großen Linksbogen Richtung
 Bahnhof Elberfeld. Die doppelten Kirchtürme stammen von St. Suitbertus an der Chlodwigstraße (vgl. oben beim
 ETA-Bild aufgrund der Kirchtürme die tatsächliche Lage der Kirche im Trassenverlauf der Bahn), rechts daneben
 grüßt die ev. Christuskirche am Unteren Grifflenberg. Die Sambalinie, die zum Zeitpunkt der Aufnahme am 2. Juni
1950 aber diesen Namen noch nicht trug, steigt hier unterhalb des Schwarzen Weges mächtig an, um dann bald
in einem großen Bogen zum Burgholz abzubiegen. Auf Tour ist die V 36 104 mit dem Steuerwagen VS 145 064.
Foto Carl Bellingrodt Sammlung Joachim Bügel

Höhendiagramm der Cronenberger Strecke
(gültig für alle Zeiten, da sich die prinzipielle Trassenlage nicht geändert hat)
Grafik Stefan Panske
 

Trassenmäßig und von der topografischen Einbettung her gesehen war die ab dem Bahnhof Steinbeck 10,6 Kilometer lange Cronenberger Strecke schon eine gewisse Besonderheit in unserer Region. Denn auf den meisten Abschnitten wäre man kaum zur Überzeugung gekommen, sich mitten in einer Großstadt zu befinden. Abgesehen von der Ausfädelung der Linie von der Talbahn hinter dem Bahnhof Steinbeck - mit vielen Ausblicken auf die Stadtlandschaft - war die Bahnstrecke im Weiteren durch zwei Formen geprägt. Um den Kiesberg herum ging es an einigen Nebenstraßen vorbei ins Burgholz. Die Bezeichnung einer “Großstadt im Grünen” macht(e) dem rheinischen Gemeinwesen in diesem Bereich alle Ehre. Für die fotografierenden Bahnfans bedeutete es hingegen, dass man den “Zug vor lauter Bäumen” oft gar nicht richtig einfangen konnte. Nach dem Wald öffnete sich vor dem Bahnhof Küllenhahn die Landschaft mit den entsprechenden Möglichkeiten für die Fotografen. Bis zum Endbahnhof zog sich dann die Linie - mit zunehmender Bebauung seit den 1950er Jahren - relativ eben bis aufs Cronenfeld und weiter zum Endbahnhof des alten Industrieortes. Hier auf der Höhe wähnte man sich oft mehr in einer betriebsamen bergischen Kleinstadt als in einem Teil der Großstadt, zum Glück eben mit Bahnanschluss. Mit den “Jecken im Tal” wollte man lange Zeit nur das Allernötigste zu tun haben. Verständlich, dass viele Cronenberger ihrer geliebten Sambalinie daher nachtrauern, sei es nun mehr als “Tor zur weiten Welt” oder als “Fluchtweg aus dem Moloch”.
 

(c) Sammlung M.Malicke   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Sammlung M.Malicke   www.bahnen-wuppertal.de

Zwischen Steinbeck und
Hindenburgstrasse
In diesem Bereich besaß die Trasse
eine ordenltiche Steigung, um vom
 Niveau der Talbahn ins Burgholz ab-
zweigen zu können. Kurz vor Tores-
schluss der Linie konnte man diese
Aktion auf dem Abschnitt festhalten.
 Hinter den Mitarbeitern kann man
tiefer liegend die Masten der BME
Trasse erkennen. Erstaunlich ist der
ziemliche Massenauflauf beim Ereig-
nis. Wahrscheinlich wird bereits über
den “Todesstoß” der Linie beraten.
Fotos (2)  Sammlung Michael Malicke

Als die Fahrpreise noch in
 Pfennigen abgerechnet
 wurden, da konnte man
 vom Bahnhof Elberfeld
 inklusive Steinbeck drei
 Stationen weit auf der
 Sambalinie bahn-fahren.
Vorlage  Wilfried Sieberg

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Hindenburgstraße
Der Halt war erst am 14. Mai 1950 eingerichtet worden. Mit
der Zeit wuchs die Umgegend - so man sie denn ließ - wie
 überall zu (anno 1984, vgl. unten das sw-Bild mit der V 36).
Foto Wolfgang Bügel

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Bf. Wuppertal-Küllenhahn   (folgt auf der Linie später)
Einer Garnitur, die sonst hier nicht planmäßig gefahren ist, be-
gegnen wir im Bf. Wt-Küllenhahn. Die 212 072 führt am 16. Juni
 1984 einen Sonderzug aus sog. Silberlingen auf die Südhöhen.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Sammlung H.Brinker   www.bahnen-wuppertal.de

nahe Hp. Hindenburgstraße
Ein Motiv bei der Hindenburgstraße aus eher ungewohnter Perspektive. In der Vorkriegszeit waren das typische
 Personenzüge auf der Cronenberger Linie. Wenige Wagen reichten für die Fahrgäste aus, wobei der obligatorische
 Gepäckwaggon nicht fehlen durfte. Loks der preußischen Reihe T 12 waren im Bw Steinbeck beheimatet. Eine schöne
 Bahnszene aus einer längst vergangenen Epoche zur Blütezeit der deutschen Eisenbahnen (am 27. Januar 1935). Als
Lok können wir die 74 576 notieren, der Zug ist der P 1486. Ein äußerst dankbares Vorbild für die Modellbahn oder?
Foto Carl Bellingrodt  Sammlung Helmut Brinker

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

um den Kiesberg herum
Das war jahrelang eine typische Garnitur auf der Sambalinie: ein Tw der Baureihe VT 95/795 vom Bw Steinbeck. Hier
ist die enge Streckenführung durch den Wald bei einem großen Teil der Strecke gut erkennbar. Wir befinden uns
 zwischen den Hp. Hindenburgstraße und Boltenberg. Im Hintergrund ist die tieferliegende Stadt zu erkennen (Foto
um 1978). Der Triebwagen scheint gut ausgelastet zu sein, was bei bestimmten Kursen durchaus der Fall war.
Foto Zeno Pillmann

(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Hindenburgstraße
Zwei interessante Aufnahmen vom Altmeister am Haltepunkt Hindenburgstraße. Man datiert den 18. Mai 1950. Im
 Vergleich zu heute prägt die offene Landschaft die Szenerie. Im Einsatz ist die V 36 235 mit einem alten Tw-Wende-
zugwagen der DR-Vorkriegsbauart. Oben sehen wir den Zug südlich des Haltepunktes mit einem tollen Blick auf die
 bereits teilweise wieder aufgebauten Straßenzüge am südlichen Nützenberg. Unten eine Sicht auf die Strecke Rich-
tung Cronenberg, die links in einem weiten Bogen zum Burgholz strebt. Der Zug kommt offensichtlich gerade von den
 Höhen, das kann man aus der Haltung der Passagiere ableiten. Solch freie Ansichten sind heute natürlich verwehrt.
Fotos (2)  Carl Bellingrodt   Sammlung VOBA

(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Helmut Brinker   www.bahnen-wuppertal.de

nahe Hp. Hindeburgstraße
Nach Verlassen der Hauptbahntrasse und Anstieg entlang des Berghangs biegt die Linie vor dem Haltepunkt Hinden-
burgstraße südlich ab und es beginnt die “Trasse mit viel Wald”. Wir sind in der Aera vor Einsatz der schweren Akku-
triebwagen und begegnen im Mai 1979 einer Garnitur des roten Brummers. An den Regelpuffern ist für die Bahnfans
sofort ersichtlich, dass es sich um ein 798/998er-Gespann handeln muss. Ein Vergleich mit dem nächsten Foto der
V 36 zeigt wieder deutlich,wie die Natur - hier gegenüber am Nützenberg - in drei Jahrzehnten voll zugeschlagen hat.
Foto Helmut Brinker

Skizze Sambastrecke
Fiktiver Zustand mit allen ehemaligen
 Stationen und Gleisanschlüssen. Die
Gleise zu den Werken gab es zeitlich
 befristet in unterschiedlichen Epochen, auch waren nicht alle Haltepunkte zu
Beginn der Linie (1891) eingerichtet.
Den angeführten Haltepunkt Waldes-
ruh gab es provisorisch nur während
 Brückenbauarbeiten im Mai 1981. Gut
nachvollziehbar ist die kurvenreiche
 Trassierung weitgehend entlang der
 vorgegebenen Geländeverhältnisse
der sich südwärts ziehenden Berg-
hänge des hier engen Wuppertals.

Bf = Bahnhof (Einstufung)
Bw = Bahnbetriebswerk(stätte)
EG   = Empfangsgebäude
Gla = Gleisanschluss
Hp = Haltepunkt (Einstufung)

Grafik Michael Peplies


Unser ultimativer Literaturtipp für alle Bahnfreunde und Wuppertaler:
Die Sambalinie Elberfeld - Cronenberg:   siehe Angaben im Literatur-Archiv
 

(c) Bernhard Terjung   www.bahnen-wuppertal.de

am Boltenberg
Nach den roten Brummern kamen die Akkutriebwagen der Reihe ETA 150/515. Mit ihren sehr schweren Batterien
waren sie für den Oberbau der Strecke alles andere als eine ideale Lösung. Hier begegnet uns zwischen den Sta-
tionen Hindenburgstraße und Boltenberg der 515 604-7 auf seiner Fahrt nach Cronenberg (Juni 1987). Die Mauer
ist die Abgrenzung zum Zoo. Schaut man in den Tw, kann man an eine Stillegung der Linie gar nicht glauben ....
Foto Bernhard Terjung

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

im Burgholz
Die planmäßige Dampftraktion war auf dieser Linie schon bald nach dem Krieg Vergangenheit. Umso freudiger wur-
den dann die Sonderfahrten mit den alten Maschinen angenommen. Am 18. März 1972 gab es eine derartige Fahrt-
möglichkeit. Vom Bw Vohwinkel hat sich die 050 913 auf den Weg auf die Höhen gemacht. Im Burgholz konnte man
eine “Scheinanfahrt” bewundern, die von den vielen Fotofans gerne begleitet wurde. Aufschlussreich ist zudem mal
wieder die zeitgenössische Kleidung der Fahrgäste! Am selben Tag ging es auch noch über die Rheinische Strecke.
Foto VOBAMedien

Das Angebot der Reisezüge auf der Cronenberger Linie war bis auf wenige Jahre eigentlich immer ansprechend, bis zuletzt fuhr man über Jahrzehnte weitgehend im Taktverkehr. Die Kosten für eine notwendige Restaurierung der Trasse sowie der umfangreiche Busverkehr mit mehreren Linien vom Tal auf die Südhöhen verhinderten letztlich die Weiterführung des Betriebes. Am 22. Februar 1988 wurde die Strecke nach Trassee-Schäden “technisch” stillgelegt, das endgültige Aus kam dann am 27.5.1989. Verschiedene Vorschläge, zunächst noch während der Betriebszeit, später zur Reaktivierung der Linie, blieben ungehört. Dazu zählte auch eine heute kaum vorstellbare Variante, die einen Pendelbetrieb von Cronenberg auf der Tallinie bis nach Wt-Oberbarmen und von da weiter auf der Beyenburger Linie bis zur Staumauer nach Wilhemsthal vorsah. Aktuellere Überlegungen haben dann zu einer ganz anderen Lösung geführt, denn seit Herbst 2006 gibt es auf einem großen Teil der alten Trasse ab Küllenhahn talwärts einen Radwanderweg, sogar mit neuer Brücke durch das Zoogelände. Ende Oktober 2007 wurde der Weg Richtung Cronenberg vervollständigt.  
 

(c) Hans-Jürgen Krämer   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wt-Burgholz
Das ist auch eine typische Szene der Linie. Am Hp. Burgholz
 kommt uns aus dem Wald plötzlich einTw entgegen. An dieser
 Stelle stiegen viele Fahrgäste aus, die die Landschaft näher
 erkunden wollten. Der rote Brummer ist mit seinen Hilfspuffern
 unschwer als Triebwagen der Reihe VT 95/795 zu erkennen.
Das Foto im Waldstück datiert von Mitte der 1970er Jahre.
Der Haltepunkt wurde übrigens erst im Jahre 1905 eröffnet.
Foto Hans-Jürgen Krämer

Der Ausschnitt vom Buchfahrplan stammt von der Periode ab
30.9.1973. Nachmittags mussten wohl in Küllenhahn einige
 Rangierbewegungen durchgeführt werden (Gbf. = Steinbeck).
Vorlage  Sammlung Thomas und Herbert Kugel

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Bf. Wuppertal-Küllenhahn
Das ist die diagonale Perspektive vom Schneefoto mit dem ETA. Der 515 624 lässt das typisch bergische Empfangs-
gebäude vom Bahnhof Küllenhahn hinter sich und nimmt seinen weiteren Abstieg ins Tal in Angriff. Ab hier geht es
jetzt am Burgholz erst einmal etliche Kilometer mehr oder minder “verborgen” durch den Wald bis zum Talgrund.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Sammlung H.Brinker   www.bahnen-wuppertal.de

am Freibad Neuenhof
Ein für Carl Bellingrodt typisches Fotomotiv mit der Verbindung von Eisenbahn und Landschaft. Etwas unterhalb der
 Cronenberger Höhe liegt der Bezirk Neuenhof mit dem früheren Haltepunkt an der Sambalinie. Das Freibad in diesem
 Bereich ist zwar eine vereinseigene Anlage, aber zu bestimmten Zeiten für die Normalbürger zugänglich. Wuppertal
gilt schon seit langer Zeit als eine Hochburg des Schwimmsports, zwar mit den überall bekannten Höhen und Tiefen,
 aber auch als Heimat etlicher Champions. Am 29. Mai 1950 gab es eine Sonderfahrt auf die Südhöhen. Für den lan-
gen Zug waren zwei Maschinen nötig. Der Kenner kann die Silhouetten der beiden Loks, eine 50er und 78er, un-
schwer ausmachen. Der Fotomeister notierte für sein Archiv an diesem Tag die Loknummern 50 1544 und 78 385.
Der Haltepunkt in Neuenhof wurde erst im September1950 eröffnet, vornehmlich für die Bewohner vom Hahnerberg.
Foto Carl Bellingrodt  Sammlung Helmut Brinker

(c) Sammlung H.Brinker   www.bahnen-wuppertal.de

Strecke in Küllenhahn
Eine liebliche Idylle zeigt sich hier auf Korzert im Bezirk Küllenhahn. Für die Ortsunkundigen dürfte es schwer werden,
 diese Perspektive direkt so auszumachen (abgesehen von der nicht mehr vorhandenen Eisenbahn). In diesem Bereich
 gibt es seit einigen Jahrzehnten eine große Müllverbrennungsanlage und natürlich eine wesentlich stärkere vorort-
städtische Bebauung. Die V 36 235 mit dem VS-Steuerwagen schien wohl das übliche Gespann in diesen Wochen
zu sein, als der Meister sie am 29. Mai 1950 antraf (vgl. die Fotos beim Hp. Hindenburgstraße einige Tage zuvor).
Foto Carl Bellingrodt Sammlung Helmut Brinker

Die Cronenberger Strecke im Netz der Bahndirektion Wuppertal (1.1.1946)
 Anschlussstrecken nach/von allen Richtungen gibt es auf den Streckenkarten der BD Wuppertal (rote Strecken = Betriebsamt Wuppertal 1)
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung durch den EK-Verlag, Freiburg (Brsg.)
Die gesamte Karte  - wie auch von anderen Direktionen - können Sie beim EK-Verlag bestellen (ca. 100 x 70 cm)
 

(c) Helmut Brinker   www.bahnen-wuppertal.de

zwischen Küllenhahn und Cronenfeld
So steil wie die Straße war die Sambalinie wohl nicht. Aber vom Tal der Wupper herauf gab es im unteren Bereich
eine gewisse Steigung zu bewältigen. Etwa für drei Jahrzehnte waren die “Retter der Nebenbahnen” ein gewohntes
Bild auf der Strecke und besiegelten hobbymäßig gesehen eine gewisse Eintönigkeit. Im Bild eine Garnitur mit Tw
798 und Steuerwagen 998, aufgenommen im Mai 1979. Die Szene ist für viele Bahnen im Bergischen ganz typisch.
Foto Helmut Brinker

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

zwischen Küllenhahn und Cronenfeld
Was gab es in der Gegend hier früher große Freiflächen! Wir sind im Bezirk von Küllenhahn mit dem unübersehbaren
 Fernsehturm auf “Rigi-Kulm” im Hintergrund (Name nach dem bekannten Bergrücken am Vierwaldstättersee). Anfang
der 1970er Jahre hat sich die 094 207 (ex 94 1207) vom Bw Vohwinkel mit einer Sonderleistung ins Gebirge gewagt.
Foto VOBA

(c) Bernhard Terjung   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Cronenfeld
An dieser Stelle ist es bald geschafft, die Fahrt aus dem Tal. Kurz vor dem Hp. Cronenfeld erreicht die Trasse die
 Hochfläche von Cronenberg. Hier sehen wir den 515 585 beim Verlassen der einfachen Station mit Ziel des Elber-
felder Bahnhofs auf der Tallinie. Rechts die Hauptstraße, die zuvor überquert wurde, s. Foto unten (27.12.1985).
Der Haltepunkt in Cronenfeld wurde bereits bei Eröffnung der Sambalinie zum 1. April 1891 in Betrieb genommen.
Foto Bernhard Terjung

(c) Sammlung B.Terjung   www.bahnen-wuppertal.de

in Cronenfeld
Der rote Brummer im Nahverkehr - fast wirkt es so, als ob er sich vor dem restlichen Betrieb verstecken wollte. Wir
sind in Cronenfeld, wo sich für lange Zeit die “Verkehrsströme” bündelten. Während der VT 95 bestimmt auch seine
 Fahrgäste hatte, waren die Straßenbahnen vielfach proppenvoll. Zum Zeitpunkt der Aufnahme am 27. Februar 1965
 hatte die Tram auf der Linie 25 noch wenige Jahre eine Gnadenfrist. Was dann folgte, ist -natürlich- im Vordergrund
 schon auszumachen: eine Horde von Autos auf den Südhöhen. Die Opel-Pkw waren zu damaliger Zeit viel gesehene
 Fahrzeuge auf unseren Straßen und vermittelten in vielen Augen eben doch etwas mehr als ein “popeliger Käfer”.
Foto Rolf Kuehlich  Sammlung Bernhard Terjung

(c) Bernhard Terjung   www.bahnen-wuppertal.de

in Cronenfeld
Die geschlossene Bahnschranke auf der Hauptstraße von Hahnerberg nach Cronenberg hat wohl so manchen Auto-
fahrer genervt. Wir hingegen erfreuen uns mit wehmütiger Erinnerung gerade beim Anblick des Bahnfahrzeuges an
dieser Szene. Der 515 604-7 hat kurz zuvor den Hp. Cronenfeld verlassen und strebt dem Endbahnhof zu (1987).
Foto Bernhard Terjung

(c) W.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Bf. Wuppertal-Cronenberg
Bei diffusem Winterlicht in prächtiger Schneelandschaft steht der 515 619 am Bahnsteig der Endstation und wartet
auf seine Rückfahrt ins Tal. Es sind mal wieder nur wenige Fahrgäste mitgekommen, so dass ein Solo-Tw genügt (9.
 Januar 1985). Wie es auf den parallen Straßen ausgesehen hat, können sich Eingeweihte sicher gut vorstellen ....
Der Schornstein im Hintergrund gehört der Firma Wille (heute Stahlwille), die früher einen Gleisanschluss besass.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Bf. Wuppertal-Cronenberg
Gleich zwei Loks in Cronenberg (und verdeckt ein ETA), das ist ja fast schon so was wie ein Verkehrschaos auf den
 Südhöhen. Rechts die 260 593 mit dem Güterzug an der urigen Güterrampe der Station, links die 212 104 mit einem
 Unkrautzug. In früheren Zeiten wurden von hier viele Waren der metallverarbeitenden Industrie verschickt (12.7.84).
Foto Wolfgang Bügel

(c) Bernhard Terjung   www.bahnen-wuppertal.de

Bf. Wuppertal-Cronenberg
Der Kreis zur ersten Aufnahme - gleiches Fahrzeug, gleicher Ort - schließt sich auf der Sambalinie. Auch dieses Foto
 am Endbahnhof vermittelt mit den tollen Utensilien schön die vergangene Nebenbahnepoche, der sich keiner richtig
 entziehen konnte. Schon allein der Prellbock im Vordergrund, ein wahres Morbiditäts-Kleinod, ideal für den Nachbau!
Foto Bernhard Terjung

Infoecke:  Die Cronenberger Strecke im Überblick

Linie gebaut durch die Königlich-Preussische-Eisenbahnverwaltung (KPEV): (Elberfeld-) Steinbeck - Cronenberg. Unterwegshalte in: Wt-Steinbeck (km 0,00), Wt-Hindenburgstraße -erst ab 1950- (km 2,15), Wt-Boltenberg -erst ab 1912- (km 3,12), Wt-Burgholz -erst ab 1905- (km 5,70), Wt-Küllenhahn (km 7,00), Wt-Neuenhof -erst ab 1950- (km 7,75), Wt-Cronenfeld (km 9,40), Wt-Cronenberg (km 10,55); Eröffnung zum 1.4.1891; in den ersten Jahrzehnten reger Güterverkehr (vor allem Metallwaren der Cronenberger Industrie); durch Eröffnung der Straßenbahn von Elberfeld nach Sudberg (1900) wird für Jahrzehnte ein Konkurrenzverkehr zwischen Eisenbahn und städtischem Nahverkehr festgeschrieben; später wird die Strecke auch zu einer beliebten Ausflugsbahn auf die Südhöhen; bereits seit Anfang der 1950er Jahre Taktverkehr mit Umstellung auf Dieselbetrieb (Wendezüge mit V 36 und Steuerwagen VS 145), später Triebwagen der Reihen VT 95/98 und Akku-Tw 515; nach “technischer Störung” im Februar 1988 Aufgabe des Betriebes, endgültige Stillegung im Mai 1989; verschiedene Vorschläge zur Nutzung/Reaktivierung der Trasse werden nicht ausgeführt; seit 2006/2007 ist ein Radwanderweg eingerichtet.
 

Weitere Fotos und Infos auf der Bahnhofsseite der Cronenberger Strecke

Zurück zur Seite Strecken  (Übersicht)
Bergisch-Märk. Strecke Rheinische Strecke Remscheider Strecke
Cronenberger Strecke Beyenburger Strecke Hattinger Strecke
Andere Strecken ohne Wuppertaler Bahnhöfe:  siehe Regionen-Seiten


Home     Bahnen       Eisenbahnen       WSW-Bahnen       Aktuelles       Archiv      Modellbau       Service       Partner      Impressum