Bahnen- Wuppertal.de Bahnhöfe im Portrait

Wuppertal-Steinbeck

1. Elberfeld und der erste Bahnhof
Der Bahnhof Steinbeck ist in seiner Keimzelle bereits mit der Eröffnung der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahngesellschaft im Jahre 1841 entstanden. Damals war die Station östlicher Endpunkt der Strecke. Erst am 28.12.1848 wurde nach Bergdurchstich mit dem nicht einmal einen Kilometer langen Zwischenstück zum Bahnhof Elberfeld-Döppersberg der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft eine durchgehende Verbindung durch das Tal der Wupper hergestellt. Das zu Beginn eher bescheidene Bahnhofsgebäude wurde um 1878 durch ein repräsentativeres Bauwerk ersetzt. Mit Bau der Linie auf die Südhöhen zum wichtigen Industrieort Cronenberg wurde Steinbeck 1891 eine Abzweigstation. Die auf dieser Trasse verkehrenden Züge fuhren aber meist weiter zum Wenden in die Hauptstation. In der Folge gewann die Station besonders im Güterbereich an Bedeutung, denn im nahen Bahnhof am Döppersberg (ab 1910 Elberfeld HB) waren sehr beengte Platzverhältnisse. Große Umbauten gab es in Zusammenhang mit dem Ausbau der Talstrecke auf vier Gleise (durchgängig fertig 1914), wo der Personenbahnhof auch mehr Bahnsteiggleise bekam und im südlichen Bereich ein Verschiebebahnhof und Freiladegleise zur Viehhofstraße hin entstanden, während nördlich Richtung Stadtmitte hin samt Eselsrücken eine ausgedehnte Güterverladung für die Elberfelder Mittelbezirke gebaut wurde (da wo heute die “Meile” verläuft). Einige Gleise mit überdachten Hallen lagen wegen der Zufahrt der Fuhrwerke bzw. später der LKW fast rechtwinklig zu den Durchfahrgleisen. Gleichzeitg musste die beengt liegende Betriebswerkstätte gegenüber dem Personenbereich aufgegeben und durch einen Neubau weiter westlich ersetzt werden. Mit diesen Umbauten entstand zudem im westlichen Bereich am Abhang des Kiesberges ein “Vorbahnhof” für den Güterbereich, der etwas höher als die vier Talgleise lag und von der Station Zoo her mit einer eigenen Trasse angebunden war. Im Personenbereich musste der Bahnhof die Halte überregionaler Züge schließlich an den zentraler gelegenen Elberfelder Bahnhof am Döppersberg abgeben.
 

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Obwohl viele Jahrzehnte Eisenbahnentwicklung zwischen den Fahrzeugen liegen und Vergleiche spezieller Art mehr
 als fragwürdig wären, wirkt das Miteinander der Züge doch irgendwie sehr harmonisch. Vielleicht liegt es am frischen
 Zustand der Bahnen und den vielen sichtbaren Farbabstufungen. Am letzten August-Wochenende 2008 war in der
 Schwebebahnstadt der “NRW-Tag” angesagt mit einer Masse von Veranstaltungen und Besuchern. Aus Minden war
der Museumszug mit der preußischen T 11 7512 Hannover (spätere 74 231) angereist und durfte mehrfach auf der
 Talstrecke pendeln. Der Triebzug 423 verkörpert das heutige Reisen und er bedient die Regionalbahnlinie 48 zwischen
 Wuppertal und Köln bzw. Bonn (30.8.2008). Die Besucher durften sich am Wochenende über das Superwetter freuen.
Foto VOBA

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Ein TEE hielt natürlich nie planmäßig im Bf. Steinbeck. Aber bei mehreren beliebten Fahrten “Rund um Wuppertal” mit
 dem stolzen VT 11.5 wurde in der Station oft ein Halt eingelegt resp. war schon mal hier Anfang- und Endpunkt.
 Verbunden waren damit früher einige Fahrzeugausstellungen. Hier steht der Star-Fernzug aus dem Jahre 1957 auf
 Gleis 3 (1969). Im Hintergrund grüßt die Elberfelder Stadthalle, die Jahre später prächtig renoviert werden konnte.
Foto VOBA

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Ein tolles Wintermotiv vom Steinbecker Bahnhofsareal. Eine Lok der Reihe 50 mit Kabinentender (vorgesehen für den
 Zugbegleiter) fährt mit Volldampf durch den Verschiebebahnhof über die weit geschwungene Kurve zwischen dem Per-
sonentrakt und dem Bahnbetriebswerk (anno 1971). Im Hintergrund grüßt uns der nun zu umrundende Kiesberg. Nach
 der Elektrifizierung der Tallinie (1964) gab es hier keinen eigentlichen dampfgeführten Duchgangsverkehr mehr - die
 Züge fuhren über die Rheinische Linie -, aber noch jahrelang konnte man Übergabezüge mit den Rössern einfangen.
Foto Zeno Pillmann

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Je nach Fahrplanlage nehmen die überregionalen Güterzüge mal die Nahverkehrsgleise in Anspruch, auch wenn sie
meist auf den Ferngleisen die Station passieren. Die Reihe 152 gehört zur modernsten Generation der DB-Güterloks,
 sie muss sich heute aber mit vielen Schwestern von Privatbahngesellschaften und ähnlichen Baureihen den Kuchen im
 Frachtenverkehr teilen. Zwischen den eingerüsteten Türmen der Stadthalle spitzt der Sparkassenturm hervor (2003).
Foto VOBA

(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Fahrdrahtlose Zeit im Wuppertal! Eine preußische P 8 mit Wannentender (die uns leider ihre Nummer nicht verraten
will) mit einem typischen Nahverkehrszug aus Umbauwagen fährt an uns vorbei. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass
die Lok vom Bw Langerfeld stammt. Der Fotograf steht etwa in Höhe des Bahnbetriebswerkes. An diesem Foto ist der
 große Bogen, den die Trasse hier beschreibt, gut sichtbar. Ein Vergleich zum ersten Foto vermittelt den Trugschluss,
 als ob St. Suitbertus im Hintergrund auf der anderen Seite der Gleise liegen würde (Aufnahme angefertigt um 1960).
Foto Helmut Säuberlich/BD Wuppertal  Sammlung VOBA

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Die ozeanblau-beige Farbgebung der Loks und Personenwagen gehörte mit Sicherheit nicht zum Lieblingsoutfit der
 Bahnfans, auch wenn viele hobbymäßig damit aufgewachsen und bestimmte Züge eben so prägend erfahren haben.
Im vorliegenden Motiv generiert die 140 353 aber zugegebenermaßen doch einen gewissen Farbtupfer im Vergleich
zum trüben Braun der Güterwaggons. Im Bf. Steinbeck wechselt der Zug gerade in den Güterbereich, und das vor
 vertrauter Kulisse von historischer Stadthalle, altem Wasserturm der Betriebswerkstätte und den Türmen von St.
 Suitbertus. Die hier unverwechselbare Kirche wurde anno 1899 im Stil der späten rheinischen Romantik erbaut. Nach
einer Teilzerstörung beim großen Elberfelder Angriff im Juni 1943 dauerte es mit der Tumrestaurierung bis 1954.
Foto Zeno Pillmann

2. Von der Lokstation zum Bahnbetriebswerk
Das unmittelbar beim Personen- bzw. Güterbahnhof gelegene 
Bw Steinbeck geht im Kern mit einem kleinen Schuppen auf die Anfänge der Bahnzeit 1841 zurück.  Später wurde gegenüber dem Personenbahnhof unterhalb der Mauer zur Viehhofstraße sukzessiv eine “richtige” Betriebswerkstätte mit (kurzen) Drehscheiben samt zwei Halbrundschuppen errichtet. Der heute noch sichtbare, zeitweise als Gaststätte genutzte Turm unmittelbar an der Südstraßenbrücke weist als damaliger Wasserturm auf die längst vergangene Bahnepoche hin. Im Zuge des besagten viergleisigen Ausbaus der Talstrecke mit größeren Bahnhofsumbauten auf allen Stationen bis 1914 wurde etwa gleichzeitig  westlicher am Knick der Viehhofstraße ein neues Betriebswerk errichtet. Hier gab es aber von Anfang an einen Rechteckschuppen. Nach Aufgabe der Dampflokunterhaltung anno 1953 wurden dort die Drehscheibe ausgebaut und die Anlagen etwas verändert. Für die nächsten Jahrzehnte war Steinbeck ein reines Diesel-Bw mit V 100-Streckenloks, diversen Rangiermaschinen und etlichen Triebwagen. Bis 1992 war Steinbeck als Bw Wuppertal (ab 1971 vereinigt mit dem Werk in Vohwinkel) eine eigenständige Dienststelle, kam dann bis zur endgültigen Auflassung Ende der 1990er Jahre noch zum Bw Köln 2 (Nippes).
      

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Zwar auch eine Art Jetztzeit im Bf. Steinbeck, aber das Motiv ist bereits längst Geschichte. Es handelt sich um die
 Regionalbahn vom Wuppertaler Hbf. nach Essen, die bis zur Eröffnung der S-Bahn im Dezember 2003 zuletzt mit den
Maschinen der Reihe 218 gefahren wurde. Von Elberfeld bis Vohwinkel wurden dabei die Ferngleise benutzt, was
 dementsprechend hier keinen Halt zuließ. Das Opel-Autohaus liegt an der “Meile” (Aufnahme vom September 2003).
Foto VOBA

(c) Wolfgang Bügel www.bahnen-wuppertal.de

Im April 1988 treffen sich im Bahnhof von Steinbeck die 41 360 mit einem Sonderzug und die 212 316 in so genannter
 altroter Bundesbahn-Lackierung. Es handelt sich um den “ wilden Remscheider” N 5363 in der typischen Kompositoin
 ab 1965 mit einer V 100 und drei Silberlingen. Die 41er war an diesem Tag auch im Schuppen vom Bw anzutreffen.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Sammlung Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Eine ganz typische Vertreterin der Steinbecker Bahnhofsgegend sehen wir hier mit der V 36 234. Denn die Baureihe
war im nahen Betriebswerk jahrzehntelang mit einem verhältnismäßig hohen Bestand an Fahrzeugen vertreten, zu-
mindest im Vergleich zu den meisten anderen Depots und der Gesamtzahl dieser Maschinen. Nach dem Krieg wurden
sie auf der Talstrecke zusammen mit den dampfgeführten Zügen in einem quasi vertakteten Betrieb eingesetzt, dazu
sah man sie auf der Beyenburger und vor allem Cronenberger Strecke. Es gab hierbei auch sog. Kurzpersonenzüge
(Kp) mit nur ein oder zwei Anhängern, oft waren das Beiwagen von Vorkriegstriebwagen der Reihen VB 140 oder
VS 145. Im Bild können wir hinter der Lok im Anschnitt soeben einen solchen Steuerwagen erkennen (um 1950).
Foto Carl Bellingrodt Sammlung Zeno Pillmann

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Noch gibt es was zu tun im Vbf. Steinbeck. Die 365 660 sieht zwar schmuck aus, will aber nicht so richtig zum alten
 rotbraunen Farbton der Güterwagen passen. Denn die zweiachsigen Wagen repräsentieren eine alte Zeit von gemisch-
ten Güterzügen und Stückgutverkehr. Wie ein bisschen Farbe aber täuschen kann, denn die Baureihe V 60 wurde mit
 einigen Vorauslokomotiven ab 1955 auf die Gleise gestellt, und die Nr. 660 ist zum Zeitpunkt der Aufnahme im Novem-
ber 1989 auch bereits 30 Jahre alt. Mit der “automatischen” Rangierkupplung wird sie jetzt als Reihe 365 geführt.
Foto Zeno Pillmann

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

An sich der Alltag in der Neuzeit: Ein Wendezug der S 8 kommt aus Mönchengladbach und fährt weiter nach Hagen.
 Über der Lok sehen wir den ehemaligen Wasserturm der frühen Betriebswerkstätte, die sich gegenüber dem Teil vom
Personenbahnhof mit Halbrundschuppen und relativ kurzer Drehscheibe ziemlich eingeengt rechts an der Mauer zur
 Viehhofstraße erstreckte. An bunten Privatbahnloks gibt es im Tal mittlerweile keinen Mangel (Foto Sommer 2006).
Foto VOBA

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Als die DB noch mit Engagement ihre beliebten Fahrzeug-Ausstellungen machte, so könnte man sagen. Der Güter-
bereich des Steinbecker Bahnhofs bot für die Loks immer eine attraktive Aufstellfläche samt gutem Zugang für die
 Besucher. Das Foto stammt von einer Veranstaltung im Jahre 1971. Die abgebildeten Dieselloks waren damals noch
 bedingt modern. Daneben gab es aber auch das Dampfross 012 100, Elloks und Bahndienstfahrzeuge zu bewundern.
Foto VOBA

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Eine weitere Ausstellung im Güterbereich, diesmal mit einer kohlegefeuerten Lok der Baureihe 01.10 (Oktober 1968).
 Zum damaligen Zeitpunkt waren die Maschinen bereits auf die neue Computernummer umgezeichnet und wurden jetzt
 im Gegensatz zu den ölgefeuerten Loks als Baureihe 011 bezeichnet. Letzte Loks wurden beim Bw Rheine ausgemus-
tert. Sie standen aber in den letzten Jahren immer im Schatten der 012er, die auf der Emslandstrecke und auf der
 Marschbahn mit wilden Leistungen auf sich aufmerksam machten. Die Lok wirkt in der Silhouette sehr harmonisch.
Foto VOBA

(c) Michael Hartmann   www.bahnen-wuppertal.de

Einen ungewöhnlichen Weg aus Steinbeck heraus nimmt dieser
Zug mit der 41 360 (1988), denn er fährt über die Gütergleise
auf das Areal (sog. Vorbahnhof), das zwischen Steinbeck und
Zoo oberhalb der viergleisigen Talstrecke liegt. Es diente dazu,
 dass die Züge kreuzungsfrei in den Güterbahnhof fahren konnten
 (jetzige “Meile”) bzw. ein nicht die Hauptstrecke behinderndes
 Wechseln zwischen Verschiebe- und Güterbereich möglich war.
Foto Michael Hartmann

(c) Thorsten Langewiesche   www.bahnen-wuppertal.de

“Exterritorial”, so könnte man den Standort vom Stellwerk der El-
berfelder Fahrdienstleitung bezeichnen. Denn es steht nicht im
 engen Areal am Döppersberg, sondern im Bereich von Steinbeck.
 Hier öffnet sich der Talhang nach Süden und es konnte neben
 dem Personenbf. auch ein größerer Rangier- und Güterbahnhof
 angelegt werden, dazu das Bw. Das “neue” Stellwerk hat auch
 schon einige Jährchen auf dem Buckel und wurde zeitgleich mit
 dem neuen Vohwinkler Stellwerk Vpf bis zur Aufnahme der elek-
trischen Traktion (Ende Mai 1964) in Betrieb genommen. Die
Stellwerks-Bezeichnung Ef lautet “Elberfeld Fahrdienstleiter”.
Foto Thorsten Langewiesche

3. Derzeitiger Status
Die Station Steinbeck wurde von den bei der DB verstärkt in den 1970er Jahren einsetzenden Rückbaumaßnahmen auch nicht verschont. Dazu kam der S-Bahnbau, der dem Bahnhof und den Betriebsverhältnissen ein doch ganz anderes Gesicht gegeben hat. Von der einstmals großen Güterverladung neben dem Empfangsgebäude ist nichts mehr zu sehen. Hier wurde in den letzten Jahren mit der “Steinbecker Meile” ein neues Einkaufsparadies geschaffen. Der Verschiebebahnhof im südlichen Bereich ist auch vollständig aufgelassen. Einige Gleise gibt es noch, Sololokomotiven und Wagen sind sporadisch dort abgestellt. Ein ähnliches Schicksal ereilte auch das Bahnbetriebswerk. Der Schuppen und einige Bauten sind zwar noch vorhanden, aber letztlich gammelt alles vor sich hin und wird vom Grünzeug in Beschlag genommen. Nach dem Umbau zur S-Bahnstation gibt es nurmehr einen Zwischenperron für die ehemaligen Gleise 4 und 5, auf denen die Stadtbahn verkehrt. Der andere Zwischenbahnsteig sowie das ehemalige Gleis 3 sind abgetragen. Seit dem 29. Mai 1988 gibt es die S 8 zwischen Mönchengladbach und Hagen, die im üblichen 20-Minuten Takt verkehrt. Zum 14. Dezember 2003 wurde die neue S 9 zwischen Wuppertal Hbf. und Bottrop/Haltern eröffnet, so dass der Bahnhof Steinbeck werktags nun mit sechs Zügen ziemlich gut bedient wird. Mit dem S-Bahnbau wurde auch ein neuer Zugang von der Südstraßen-Brücke erstellt.            
 

(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Ein ziemlich bekanntes Portrait nach der Jahrhundertwende vom zweiten Steinbecker Aufnahmegebäude, was uns
aber gut eine nicht zu übersehende Großzügigkeit der Anlage vermitteln kann. Das Gebäude ersetzte jenes aus der
 DEE-Anfangszeit und wurde um 1878 im Stil etlicher damaliger öffentlicher Bauten in Preußen erstellt. Es diente zu-
nächst dem gewaltig zunehmden Personenverkehr. Im Laufe der nächste Jahrzehnte wurden die Aufgaben, speziell
im überregionalen Zugbetrieb, aber zum Döppersberger Bahnhof abgegeben. Mit Errichtung des Bauwerkes war auch
eine gewisse Veränderung der Bahnanlagen verbunden, der wirklich große Umbau (u.a. Verlegung der Betriebswerk-
stätte, neuer Vorbahnhof mit Gütertrasse zum Bahnhof Zoo) erfolgte aber erst nach 1910 im Rahmen des viergleisi-
gen Ausbaus der Tallinie (fertig 1914). Der Fotograf hat bei den Personen mit Retusche wohl etwas nachgeholfen.
Foto Sammlung VOBA

Im Vergleich zum obigen Bild aus Urväterzeiten sind wir ein Jahrhundert später am Bahnsteig auf Fototour. Und das
ist wirklich “Moderne pur” im Steinbecker Bahnhof. Das alte Bahnhofsgebäude stammt in der Grundsubstanz zwar
von 1878, war aber nach den Kriegszerstörungen nur teilweise authentisch. Mittlerweile ist das Dach verändert und
das Gebäude hat einen neuen Investor gefunden. An sich schon schnieke, aber eben Neuzeit. Dazu passt allerdings
sehr gut der vorbeifahrende Zug. Als Lok des Mess- oder Überführungszuges fungiert mit modernster Technik der
 Euro-Sprinter ES 64-P-001 von Siemens. Angehängt sind Wagen von der Züricher S-Bahn, geradezu prädestiniert
für das “Bahnland Schweiz”. Die Garnitur fährt auf Gleis 1 über die Paradestrecke durch die Station (April 2008).
Foto VOBA

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Die Triebzüge der Reihe ET 30 sind im Tal (fast) nicht planmäßig gefahren, dafür aber seit 1957 quasi vor der Haustür
im intensiven Einsatz auf verschiedenen Strecken des Ruhrgebietes. Mit ihrer gegenüber Dampfzügen schnellen Be-
schleunigung und dem ordentlichen Fahrgastfluss konnte man das Verkehrsangebot in der Region wesentlich verbes-
sern, und die Fahrzeuge können getrost als erfolgreiche Vorläufer der S-Bahnen angesehen werden. In ganz wenigen
 Fahrplanperioden gab es einige überregionale Läufe durchs Wuppertal. Hier der 430 428 bei der östlichen Einfahrt in
den Steinbecker Bahnhof (um 1979). Nach Bewältigung der “Schlucht” vom Elberfelder Bahnhof her weitet sich nun
das Gleisfeld. Oben spitzen die Türme der Stadthalle hervor, damals auch “historisch”, aber noch nicht restauriert.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Der planmäßige Dampfbetrieb auf der Cronenberger Linie war mit Aufgabe der Dampflokunterhaltung beim Bw Stein-
beck anno 1953 wohl zu Ende. Umso mehr konnte man sich immer freuen, wenn sich dorthin mal ein Dampfross ver-
irrte. Sonderfahrten auf die Südhöhen hat es aber in dieser Hinsicht nicht viele gegeben. Am 18. März 1972 war für
die Bahnfreunde die Gelegenheit vorhanden, mit der 050 913 und 094 207 den Knapp zu erklimmen. Hier sehen wir
die Durchfahrt des ziemlich langen Zuges mit Kurs auf die spezielle Trasse. Der Sonderzug befuhr an diesem sehr
schönen Vorfrühlingstag auch die Rheinische Strecke. Im Hintergrund erspähen wir das Dach der “Schwimmoper”.
Foto Klaus Hoffmann

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Eine schweizerische Lok im Tal! Angesichts einer solchen Sichtmeldung hätte man bis vor gar nicht allzu langer Zeit
den betreffenden Fan wohl eher ins Bahn-Irrenhaus eingewiesen. Völlig abwegig, hätte man meinen können, bis sich
vor Jahren die Begegnungen häuften. Heute ist das zwar nicht die tägliche Normalität im Güterbetrieb, aber auch
nichts Besonderes mehr. Hinter der 421 366 von SBB-Cargo versteckt sich die robuste Reihe Re 4/4 II, die auf den
 Strecken der Eidgenossen jahrzehntelang eine wichtige Stütze war, oft auch in Doppeltraktion. Dahinter ein Exot,
eine Class 66 vom Hafen- und Güterverkehr Köln (HGK). Die hochbeinige Lok stammt aus britischer Fertigung, was
man am zierlicheren Profil erkennen kann. Und dabei ist das schweizerische Profil auch schon kleiner als bei uns.
Foto VOBA

(c) Hans-Jürgen Krämer   www.bahnen-wuppertal.de

Im Bw Steinbeck waren traditionell Prüffahrzeuge der Bundesbahn stationiert. Sie waren zwar oft in der Region tätig,
 aber auch im gesamten Streckennetz zu finden. Der Fotofreund musste daher großes Glück haben, ein solches Ge-
fährt hier anzutreffen. Die 103 226 gehört allerdings nicht zur Stammbelegschaft der Steinbecker Loks. Um 1990
war sie mit einem Messzug unterwegs und konnte dann im Bw-Vorfeld “stilgerecht” abgestellt werden. Hinter dem
 letzten Waggon erkennt man zwei Diesel-Verwandte, die seit etlicher Zeit bekanntlich in gelbem Outfit lackiert sind.
Foto Hans-Jürgen Krämer

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Das ist der mittägliche “Hattinger”, der im Sommer 1966 und Winter 1966/67 mit den letzten Loks der Baureihe
 78.5 vom Bw Wt-Vohwinkel bespannt war. Auf seinem Weg von der Ruhrstadt nach Vohwinkel fährt er in Höhe des
 Bahnbetriesbwerkes vorbei. Ein Sportfest der Schule im Zoostadion im September 1966 wurde dazu genutzt, vorher
mal eben im Bw Steinbeck vorbeizuschauen. Leider war das Wetter recht mäßig. Im Bild die alte Preußin 78 134.
Foto VOBA

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Eine vage Vorstellung vom einstigen Bahntreiben vermittelt dieses Bild, das im September 1992 von oberhalb, am An-
fang der Viehhofstraße, aufgenommen wurde. Im Vordergrund die Ladestraße und die Gleise vom Verschiebebahnhof,
 links hinten vor den großen Häusern erkennen wir die Anlagen vom Betriebswerk mit dem Rechteckschuppen. Jenseits
 der Gleise gegenüber sieht man Teile der Güterverladung. Das Fahrdienstleiter-Stellwerk “Ef” teilt sich mit jenen von
 Vohwinkel und Oberbarmen die gesamte Arbeit auf der Talstrecke. Sehr gut ist der Verlauf der Gleisanlagen im Bogen
zu sehen. Mittels s-förmiger Trasse bis zur Sonnborner Wupperbrücke wird dann das “Bollwerk” des Kiesberges um-
fahren. Die robuste Ellok der Reihe 143 stammt von der DDR-Reichsbahn und hat noch die seinerzeitige Lackierung.
Foto Zeno Pillmann

(c) Jörg Kleinschmidt   www.bahnen-wuppertal.de

Vom Bf. Steinbeck aus gibt es schon lange einen - recht steil verlaufenden - Anschluss zum Werk der Bayer AG im
Bereich Varresbeck/Westende, das hier im ziemlich eng verlaufenden Tal der Wupper die Gegend stark geprägt hat.
Im Werk selbst gibt es auch heute noch einige Gleise und Güterwagenverkehr, durchweg mit Kesselwaggons. Früher
war das Gleisnetz wegen der größeren Lieferungen per Schiene natürlich wesentlich ausgeprägter (Anschlussverkehr
mit Staatsbahn-Loks bzw. heute DB AG) mit etlichen Waggon-Drehscheiben. Es kann durchaus vermutet werden,
dass hier schon lange eigene Loks vorhanden waren. Heute gibt es eine kleine Diesellok, die 1974 von Orenstein &
 Koppel gebaut wurde. Selbst für Firmenangehörige gibt es nur Ausnahmegenehmigungen zum Fotografieren. Neben
dem Bayer-Werk sind im Westend auch Kraftwerksanlagen der Stadt (ex Elberfeld) angeschlossen. Früher gab es
dort sogar ein eigenes städtisches Gaswerk (siehe auch die Anlagen beim 38.10er-Bild auf der
Bahnhof-Zoo-Seite).
Foto Jörg Kleinschmidt

4. Eine fast geheime Kommandosache - die Werksbahn von Bayer
Die Züge für den Werksanschluss müssen zunächst das Anschlussgleis der Kohlenzüge für das Heizkraftwerk Kabelstraße der WSW benutzn. Hier befindet sich sich auch ein Bahnübergang an der Simonstraße, der in der Vergangeheit schon mal bei Action-Filmszenen (“Manta, Manta”) herhalten musste. Bis vor einigen Jahren wurde die Schrankenanlage noch manuell mittels Kurbel bedient, heute geht das mit elektrischem Antrieb und einer Ampel. In stetigem Gefälle führt die Strecke von dort aus ins Werksinnere, bis nach ca. 400 Metern umfangreiche Gleisanlagen erreicht werden. Hier wird der ankommende Zug getrennt und die einzelnen Waggons - meist Kesselwagen mit Gefahrgut - auf die einzelnen Ladestellen verteilt. in diesem Bezirk überquert auch die öffentlich zugängliche Tiergartentreppe den westlichen Bereich des Rangierbahnhofes. Direkt unterhalb der Treppe befindet sich der kleine Schuppen für die im Bild gezeigte O&K-Diesellok. Seltener benutzt ist das äußerste westliche Ende der Gleisanlagen, die man von der Schwebebahn aus erkennen kann und die zum Werksabschluss an die Sonnborner Brücke führen. Der Güterzug erreicht derzeit montags bis freitags zwischen 7.30 und 9.00 Uhr das Werksgelände und wird in der Regel von einer DB-Lok 290/294 befördert. Gemäß Steilstreckenbetrieb befindet sich die Maschine jeweils am talseitigen = westlichen Zugende. Die Waggons werden also bei Abfahrt aus dem Werk geschoben. Wer ein Foto machen möchte, sollte sich um die Zeit mal auf die Tiergartentreppe begeben. Dort gibt es die einzige öffentliche Fotomöglichkeit von Gleisen und Zügen im ansonsten abgeschotteten Gelände der bekannten Chemiefirma. Bis etwa 1988 lagen im östlichen Ende weitere Anschlüsse, wie im übrigen früher viel mehr Gleise mit Einzelanschlüssen vorhanden waren. Von der Schwebebahnhalterstelle Westende kann man dort derzeit noch einige Gleisreste erkennen. Die Verteilung der Fahrzeuge über die früher vorhandenen Waggondrehscheiben wurde angeblich mit Zweiwegeunimog oder Schlepper vorgenommen.        
Ein Dank geht an Jörg Kleinschmidt für die Textvorlage.
 

(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Zeitlose Eleganz am Stellwerk Nord - so könnte man das Bild bezeichnen, denn die Schnelltriebwagen der Baueihe VT
 08.5 waren mit Erscheinen seit 1952 Stars auf den DB-Strecken und verkörperten ein neues, hochwertiges Reisen in
 der Wirtschaftswunderzeit. Auf der Wupper-Linie wurden einige Kurse gefahren, speziell in der Relation Köln/Hannover,
wo sie tolle Fahrzeiten erreichten. Hier ein Bild vom Herbst 1960. Der Zug kommt gerade unter der Brücke zum Vor-
bahnhof hervor und wird in Bälde im Elberfelder Bahnhof halten. Das Reiterstellwerk ist zuständig für den Güterbahn-
hof mit dem Ablaufberg. Der Wasserturm vom Bw (links, nicht im Bild) steht hinter der Güterstraße zum Kiesberg hin.
Foto Helmut Säuberlich/BD Wuppertal Sammlung Joachim Bügel

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Fast wie in alten Zeiten: eine Lok der preußischen Reihe T 18 mit einem Zug aus Bi-Wagen. Solche Garnituren fuhren
 früher jahrelang im Nahverkehr. Für den Betrieb als Wendezug gab es speziell umgebaute Wagen mit Führerstand.
Die 78 468 ist eine sehr beliebte Museumslok in unserer Region, weil sie eben eine typische Vertreterin der heimi-
schen Bahnwelt war. Bei manch anderer Dampflok, die früher hier nie gefahren ist, kommen die “richtigen Gefühle”
nur bedingt auf. Am 21.9.2008 braust der Zug bei nicht optimaler Witterung auf dem Ferngleis durch die Station.
Foto VOBA

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Mit wilden Bewegungen der Kurbelstangen durch den Bahnhof! Privatbahnloks sieht man heute “andauernd” auf unse-
ren Gleisen, meist sind dies aber größere Fahrzeuge als unser Wiesel. KEG steht für die “Karstdorfer Eisenbahn-Gesell-
schaft”. Die Maschine dokumentiert typische Elemente einer Henschel-Werklok der 1950er/1960er Jahre (8/2003).
Foto VOBA

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Man könnte sagen: “Weite und Provinz”, die sich hier im Bahnhof Steinbeck sozusagen kreuzen. Die BR 143, ein
verbreitetes Überbleibsel der letzten Ellokgeneration der DDR-Reichsbahn hat sich im S-Bahnverkehr bewährt und
ist auf der S 8 im Einsatz Richtung Mönchengladbach. Und - genau genommen - ist die Provinz für S-Bahn-Verhält-
nisse gar nicht mal so klein, denn die S 8 gehört mit zu den längsten Linien der Schnellbahnnetze. Der ICE der Reihe
402 hat einen Großteil der besagten Weite bereits hinter sich gebracht, denn so quasi als Nachfolger des “Fliegen-
den Kölners” neigt sich sein Lauf aus Berlin bald dem Ende zu. Man konnte das Motiv im Sommer 2003 einfangen.
Foto VOBA

(c) Thorsten Langewiesche   www.bahnen-wuppertal.de

Mal ein Blick in einen Stellwerksraum,
der dem Normalbürger wohl immer ver-
wehrt sein wird. Wir befinden uns im
 Tower vom Stellwerk “Ef” in der Nähe
 von der heutigen Steinbecker Meile.
Hier - wo wesentlich mehr Platz als im
 sehr engen Bereich vom Hauptbahnhof
 ist - steht das Bauwerk für die Elber-
felder Fahrdienstleitung. Zusammen mit
 den beiden anderen großen Stellwer-
ken in Oberbarmen und Vohwinkel wird
 so die gesamte Wuppertaler Talstrecke
 gesteuert und überwacht. Das sicht-
bare Gleisbild auf dem Pult gehört zum
 erweiterten Bereich von Steinbeck, wo
 vorne die Güterbahn im Bf. Zoo von der
 Haupttrasse abzweigt und dann etwa
geradeaus über den so genannten Vor-
bahnhof in das Abstellareal von Stein-
beck (hinten) oder nach links über die
 Hauptgleise hinweg in den ehemaligen
 Güterbahnhof führt. Natürlich gibt es heute weniger Gleise zu verwalten als
in den früheren DB-Zeiten. Für die
 Fernstrecke gibt es ein separates Pult.
Foto Thorsten Langewiesche

Gleisplanskizze  Bahnhof Wuppertal-Steinbeck
(Zustand ca. 1970, Modellbahnepoche 3/4)
Wir danken für die Erlaubnis zur Veröffentlichung und empfehlen die WebSite mit vielen Plänen: www.gleisplan.net
 

(c) Slg.J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Hier stehen wir auf dem Durchlass, unter dem sich gerade die
78er vom Wendezug auf dem rechten Bild befindet. Die filigrane
 Brücke in der Schlucht dient den Einfahrsignalen vom Elberfelder
 Bahnhof. Seit der Konzentrierung aller 26 Loks der Reihe 03.10
 beim Bw Hagen-Eckesey um 1958 war die Linie durchs Tal bis zur
 Elektrifizierung ein übliches Aufmarschgebiet dieser Maschinen.
 Die Entfernung zwischen den Halten in der Steinbeck und am
 Döppersberg beträgt nicht einmal einen Kilometer. Der Abschnitt
 zwischen DEE und BME wurde nach Bergabtragen am 28.12.1848
 eröffnet, war bis 1913 aber zweigleisig (Foto Ende 1950er Jahre).
Foto Sammlung Joachim Bügel

(c) Slg.J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Der intensive Nahverkehr auf der Talstrecke wurde ab Ende der
 1940er Jahre zunehmend mit vertakteten Zügen betrieben. Die
 lang gestreckte Trasse mit vielen Stationen bot sich dafür auch
 gut an. Für die Fahrten wurden in der Regel Loks der BR V 36,
 64 und 78.0 genutzt. Man fuhr mit Steuerwagen der Vorkriegs-
Triebwagenflotte oder baute in Bi-Personenwagen einen Führer-
stand ein. Mit indirekter Steuerung, wobei auf den Loks weiter-
hin Bahnpersonal sein musste. Sehr eng geht es zu zwischen
 Elberfeld und Steinbeck (um 1954). In weiser Voraussicht hätte
 man besser direkt ein fünftes Verbindungsgleis einplanen sollen.
Foto Sammlung Joachim Bügel

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Von der einstigen Blüte des Steinbecker Güterverkehrs sind nurmehr bescheidene Übergaben geblieben. Deshalb gilt
 unsere Interesse an diesem Bild nicht unbedingt der 294 399 mit dem Kurzzug, sondern mehr dem Aufnahmestandort.
 Denn der befindet sich an der höhenbezogenen Trennung von Haupt- und Gütergleisen. Die Diesellok fährt nun mit An-
stieg zum früheren sog. Vorbahnhof, am Kiesberg oberhalb der vier Durchgangsgleise gelegen. Entweder klappert der
 Zug dann weiter bis zum Bahnhof Zoo und fädelt dort in die Tallinie ein oder er stößt demnächst zurück, quert die Tal-
gleise und kommt links wieder hinunter in den nördlichen Güterteil (am Betonhäuschen ist das fallende Gleis erkenn-
bar). Im Hintergrund grüßt links mal wieder St. Suitbertus und dazu rechts die Einturm-Konkurrenz der Christuskirche.
Foto Wilfried Sieberg

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Ein dunkles Kapitel der Wuppertaler Geschichte vermittelt dieses Motiv. Mitten auf dem Bahnsteig steht eine Erinne-
rungssäule für über 1.000 deportierte Mitbürger, die 1941/42 während des Nazi-Terrors von Steinbeck aus in die Ver-
nichtungslager gebracht wurden. Aus Anlass des 50. Jahrestages der Reichsprogromnacht (9.11.1938) wurde das
 gemeinsam von der Bundesbahndirketion Köln und der Stadt Wuppertal aufgestellte Mahnmal am 6. November 1988 im
 Rahmen einer Gedenkfeier enthüllt. Dazu ein stummer Kontrast aus einer anderen Zeit: der Triebzug der Reihe 423.
Foto VOBA

(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Ganz schlimme Zeiten im Wuppertal, besonders für Elberfeld nach dem verheerenden Bombenangriff in der Johannis-
nacht des 24./25. Juni 1943. Die Südstadt war auch stark getroffen und ebenso etliche Teile von den Bahnhofsbe-
reichen am Döppersberg und in der Steinbeck. Oben ein Blick auf das ausgebrannte Empfangsgebäude vom Bahnhofs-
vorplatz der Station. In der Mitte ein Blick diagonal aus Richtung der Viehhofstraße über die Bahnhofsanlagen hinweg.
Das Umfeld macht einen schon mehr aufgeräumten Eindruc und es sind auch etliche Reisende zu sehen, so dass die
 Aufnahmen wohl einige Wochen nach dem Angriff entstanden sind. Unten ein Blick auf das zerstörte Brückenstellwerk
 “Sv” (Steinbeck Verschiebebahnhof), das etwas südwestlicher zum Ende der Bahnsteige hin an den Gütergleisen lag.
 Grundsätzlich erstaunlich ist die Tatsache, wie schnell vielerorts der Bahnbetrieb wieder ans Laufen gebracht wurde.
Fotos (3)  Walter Eckler/Rbd Wuppertal Sammlung Joachim Bügel

(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Irgendetwas stimmt hier nicht. Ist es die Zuglok oder ist es der Wagen? Oh je, würden unsere Modelleisenbahner es
 wagen, solch eine Kombination auf die Minigleise zu stellen, man könnte in der Nietenzähler-Lachparade ganz vorne
 landen. Man sollte also schleunigst so ein Bild einstecken, um gegen jegliche Einwände gewappnet zu sein. Mit Spaß
 hatte das Ensemble aber wenig zu tun, denn im Sommer 1990 gab es auf der Wupperstrecke Testfahrten mit den
 neuen ICE 1-Triebköpfen. An jedem Ende ein Tw 401 und dazwischen etliche ältere Schnellzugwaggons vom Typ Büm
 und Genossen. Für den bevorstehenden Schnellverkehr ein Jahr später mussten Probefahrten durchgeführt werden.
Foto Zeno Pillmann

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Regionalverkehr auf dem Ferngleis 1, aber in alten Zeiten, als man “benutzerrfreundlich” bei den Zügen dort noch
aus- und zusteigen konnte. Wir sehen eine typische Komposition von Anfang der 1980er Jahre mir verschiedenen,
mehr zusammen gewürfelten Fahrzeugtypen und Farbgebungen. Die 141 450 ist zwar noch grün, besitzt aber di-
verse andere Details gegenüber der Ursprungsausführung der treuen E 41. Hierzu gehören bspw. die eckigen Lüfter
oder die gestutzte Regenrinne (25.2.1981). Für Modellbahner interessant: der Steuerwagen am falschen Zugende.
Foto VOBA

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. Oder besser: ist schon gegangen, denn zum Zeitpunkt
der Aufnahme am 10. Juni 1979 war die 044 508 nicht mehr auf den DB-Gleisen in Betrieb. Im Oktober 1977 war das
 Feuer der Bundesbahn-Dampfloks endgültig erloschen. So steht das Dampfross aus dem Stall ”Jumbo” auch mehr ver-
stohlen neben der neuen Bahnwelt, die sich in Form der schnieken 111 114 und des S-Bahnzuges in den Farben der
 Rhein-Ruhrregion präsentiert. Bis zum planmäßigen S-Bahnbetrieb im Tal sollte es aber noch neun Jahre dauern.
Foto VOBA

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Ob man im September 1971 mit einer alten Lok und einer vorsintflutlichen Dampfschleuder noch für die Eisenbahn wer-
ben konnte? Es bestehen Zweifel, aber für die wahren Bahnfans waren das natürlich die Highlights auf den Ausstel-
lungen im Güterbahnhof Steinbeck im Gegensatz zu den modernen Maschinen. Die treue 94.5er wurde genau ein Jahr
 später bei Auflassung des Dampfbetriebes in Vohwinkel als letzte ihrer Baureihe dort exmatrikuliert, kam aber noch für
 einige Zeit zum Bw Hamm. Die Schneeschleuder (Bezeichnung Wuppertal 6410) war so etwas wie ein Markenzeichen
 der Bundesbahndirektion und kam in schneereichen Wintern im Sauerland und Oberbergischen zum Einsatz. In den
 anderen Jahreszeiten stand sie meistens irgendwo im Vohwinkler Bereich abgestellt. Gebaut wurde das Monstrum von
 der Firma Henschel anno 1941, heute kann man das Gefährt im DGEG-Museum in Neustadt/Weinstraße bewundern.
Foto VOBA

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Die 365 660 steht in einem frischen Outfit an der Tankanlage im Bw Steinbeck. Intensiv wurde in den 1980er Jahren
 über die “neurote” Lackierung der DB-Fahrzeuge diskutiert, wobei sich viele Dinge um die mögliche Haltbarkeit resp.
das Verblassen der Farbe drehten. In aller Frische sieht die Lok hingegen ziemlich gut aus und blendet uns fast bei
der tiefer stehenden Sonne im Herbst (1989). Unser Blick geht über die Rangiergleise hin zu den Streckengleisen und
zum Ausläufer vom Nützenberg rechter Hand. Die Häuser gehören zum alten Industrie- und Wohngebiet Arrenberg.
Foto Zeno Pillmann

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Die Witterung verbreitet eine grau-blau-trübe Stimmung, die zum Abgesang der Steinbecker Gleisanlagen passt. Denn
zum Aufnahmezeitpunkt am 12. September 1998 ist das Stellwerk R 2 im südlichen Bereich der Güteranlagen, etwa an
der Einfahrt zum Betriebswerk, nicht mehr in Betrieb. Trotzdem vermittelt das Haus noch ein gewisses Flair der Bahn-
gebäude im bergisch-märkischen Stil und wäre wie so viele ähnliche Bauten ein dankbares Vorbild für die Modellbauer.
 Etwas schräg gegenüber, jenseits der Durchgangsgleise, war im nördlichen Güterbereich das Stellwerk R 1 platziert.
Foto Wilfired Sieberg

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Kein zarter Aufstrich für die Stulle, sondern geballte Power im Bahnhof Steinbeck. Es ist eben nicht immer drin, was
auf der Verpackung steht, das wissen wir allzu genau. Zeitweise fuhr die 101 001 mit einer “Rama”-Reklame, zwar
ein bunter Fartupfer in der Bahnwelt, aber vom Design her doch etwas wirr. Die Lok ist als sog. Schieber mit einem
IC Richtung Hamburg unterwegs und muss für den nächsten Halt im nahen Hauptbahnhof stark abbremsen (2003).
Foto VOBA

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Lassen wir unseren Rundgang durch die Steinbecker Bahnhofswelt letztlich im Betriebswerk enden. Im ex-Werk, muss
man genauer sagen, denn zum Zeitpunkt der Aufnahme am 12.9.1998 ist das Depot bereits seit sechs Jahren nicht
mehr selbstständig und eine Außenstelle von Köln 2. Die Zeit ist aber jetzt auch zu Ende und es werden bis ins neue
 Jahrtausend hinein nur noch einzelne Dienste wahrgenommen. Die Dampflokherrlichkeit ist ohnehin seit 1953 zu Ende,
 als sich Steinbeck zu einem mittelgroßen Diesel- und Triebwagenwerk entwickelte. Die 94er allerdings spiegelt doch
 eine ganz wichtige Ära der Lokwelt im Wuppertal wider und der tolle Zug mit den Abteilwagen macht der alten Bahn-
romatik alle Ehre. Augen zu - dann Vorziehen an der Steinbecker Bahnsteig und auf geht es gen Rittershausen ....
Foto Wilfired Sieberg

Infoecke:  Bahnhof Steinbeck/Wuppertal-Steinbeck im Überblick

1. Bau und Lage:  Der Bahnhof liegt an der Hauptstrecke von Düsseldorf/Köln nach Hagen. Der Standort bei Km 114,60 bezieht sich auf die alte durchgehende BME-Kilometrierung von Aachen nach Kassel. Die Angabe von km 37,4 bei den Nahverkehrsgleisen betrifft die separate S-Bahntrasse von Neuss nach Schwelm. Mit km 0,0 begann hier die Cronenberger Linie. Eingerichtet wurde er als Endpunkt von der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahngesellschaft zum 1.9.1841 als erster Bahnhof in der Stadt Elberfeld. Eine Verbindung zum später gebauten, nicht einmal einen Kilometer entfernten Bahnhof der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft am Döppersberg konnte erst nach Durchstich eines Abhangs zum 28.12.1848 eröffnet werden. Gegenüber vom Personenbahnhof gab es eine Lokstation, die später zur Betriebswerkstätte ausgebaut wurde, ebenso erfolgte die Erweiterung der Güteranlagen. Abzweigstation wurde man zum 1.4.1891, als die Nebenbahn nach Cronenberg hinauf in Betrieb kam. Sehr große Umbauten sind zwischen 1910 und 1915 in Zusammenhang mit dem viergleisigen Ausbau der Talstrecke zu verzeichnen, nicht nur mit der Vergrößerung der Personenstation und der Verlegung des Bahnwerks. Westlich am Kiesberg kam oberhalb der Hauptstrecke ein vom/zum Bahnhof Zoo zu befahrender sog. Vorbahnhof hinzu. Dadurch war es möglich, kreuzungsfrei sowohl südlich in den Verschiebebahnhof und zur Ladestraße als auch nördlich zu den Güterrampen zu gelangen. Bereiche vom Bahnhof wurden im Zweiten Weltkrieg bei Bombenangriffen nicht verschont. Außer den üblichen Gleisrückbauten und Funktionsaufgaben wie bei den meisten Bahnhöfen gab es dann erst wieder Umbauten in Zusammenhang mit der Eröffnung der S-Bahnlinie 8 zum Mai 1988, vor allem an den Bahnsteigen. Speziell kassierte man den Fernbahnsteig und degradierte den Bahnhof endgültig zu einer einfachen Nahverkehrsstation. Im ehemaligen Verschiebebahnhof liegen noch einige Gleise, wo zuweilen Loks oder Bauzüge abgestellt werden. Allerdings gibt es noch Gleise für einen Anschlussverkehr (s. Punkt 2). Auf dem Areal vom Güterbahnhof wurde die “Meile” erbaut.

2. Betriebliches: Bis auf die Urzeiten des Bahnbetriebs im Tal stand Steinbeck personenzugmäßig immer im Schatten der nahen  Döppersberger Station (später Hauptbahnhof) und war schon früh auf Nahverkehrsaufgaben beschränkt. Allerdings muss man berücksichtigen, dass in den ersten Jahrzehnten bei geringerer Bahnhofsdichte auch etliche überregionale Züge auf allen Unterwegsstationen anhielten. Eine Korrespondenz zum Döppersberger Bahnhof war hingegen durch das Betriebswerk gegeben, wo man die dort beginnenden Züge zu bespannen hatte. Nach Inbetriebnahme des 3. und 4. Gleises (1914) wurde im Tal der Nahverkehr ausgebaut, wovon Steinbeck profitieren konnte. In der Bundesbahnzeit war man schon bald mit Wendezügen - teilweise vertaktet - in den regen Nahverkehr eingebunden (mit Loks der Reihen 64, 78.0 oder V 36). Seit Mai 1988 gibt es werktäglich pro Richtung und Stunde drei Zughalte auf der S 8 (Mönchengladbach - Hagen), ab Dezember 2003 dazu Gleiches auf der S 9 (Haltern - Wt. Hbf.). Bedeutender war der Bahnhof für den Güterbereich mit umfangreichen Gleisanlagen. Hier profitierte man von der Beengtheit des Döppersberger Areals und übernahm die Funktion eines wichtigen Elberfelder Güterbahnhofs. Der Frachtenbereich ist längst geschlossen bis auf eine Anschlusstrecke zum sog. Westende zwischen Kies- und Nützenberg. Hier gibt es einen Stadtwerkebereich sowie das Bayerwerk.

3. Bezeichnungen:  Der erste Fahrplan nach Bau der DEE-Linie weist den Bahnhof als “Steinbeck” aus. Einzelne Quellen sprechen später auch von Elberfeld-Steinbeck, wohl in Abgrenzung zu Elberfeld-Döppersberg. Ob das aber mal offiziell war, da bestehen Bedenken. Da die große Station am Döppersberg immer einfach als “Elberfeld” (ab 1910 HB) fungierte, waren ja Verwechslungen ausgeschlossen.  Während der Reichsbahnzeit bis Anfang der 1950er Jahre bei der DB hieß man weiterhin nur “Steinbeck”, erst ab 1952 bekam man die heutige Bezeichnung “Wuppertal-Steinbeck”. Interessant ist die Tatsache, dass der Güterbereich für Jahrzehnte die Bennenung “(Wt-)Elberfeld Gbf.” besaß.
Die Angaben und Daten stammen aus verschiedenen Veröffentlichungen

Mehr vom Steinbeck-Areal auf der Seite über das Bw Steinbeck

Bf. Wt-Steinbeck als Teil der BME-Strecke durch das Tal

Bf. Langerfeld
Bf. Elberfeld
Zurück zur Seite Bahnhöfe an BME
Bf. Oberbarmen
Bf. Steinbeck

>  Fahrtrichtung Ost-West  >

Bf. Zool. Garten
Bf. Barmen
Bf. Sonnborn
Zurück zur Seite Bahnhöfe  (Übersicht)
Bf. Unterbarmen
Bf. Vohwinkel


Home     Bahnen       Eisenbahnen       WSW-Bahnen       Aktuelles       Archiv      Modellbau       Service       Partner      Impressum