Bahnen- Wuppertal.de Bahnhöfe im Portrait

Wuppertal-Vohwinkel

1. Zum Einstieg
Der Bahnhof Vohwinkel ist der westlichste Bahnhof an der Hauptstrecke durchs Tal. Sein Vorgänger gilt mit als Keimzelle des Wuppertaler Eisenbahnnetzes, denn mit der Eröffnung der Düsseldorf-Elberfelder Bahn im Jahre 1841 bekam auch Vohwinkel seine Station. Mit Einrichtung der Prinz-Wilhelm Bahn nach Essen wenige Jahre später wurde Vohwinkel sogar schon in frühen Jahren ein Abzweigbahnhof. Auch gab es bereits einen Lokschuppen in Höhe des heutigen Bahnhofsvorplatzes. Dabei muss man bedenken, dass der Ursprungsbahnhof etwas westlicher lag als der uns heute bekannte. Später erbaute man in Etappen östlich vom Empfangsgebäude eine Betriebswerkstätte mit zwei Halbrundschuppen. Nach der Jahrhundertwende begann in dreifacher Hinsicht ein groß angelegter Umbau der Vohwinkler Anlagen. Zum einen wurden die Personengleise zu einem sog. Keilbahnhof umgestaltet, wobei das Empfangsgebäude zwischen der Strecke nach Köln/Düsseldorf sowie der fast rechtwinkling nach Essen abzweigenden Linie gebaut wurde. Zum anderen wurde westwärts bis zur Stadtgrenze ein etwa drei Kilometer langer Rangierbahnhof angelegt. Von der Essener Strecke war dabei eine Direktzufahrt möglich (so ungefähr die Trasse der Essener Einfädelung in den alten Personenbahnhof), so dass im unmittelbaren Bereich des Personentraktes ein Gleisdreieck entstand. Darüber hinaus errichtete man nördlich des Ostkopfes vom Bahnhof ein neues Betriebswerk, das später zum bekannten
Bw Wuppertal-Vohwinkel ausgebaut wurde. Die Eröffnung der neuen Station fand anno 1908 statt.          
 

(c) Markus Behrens   www.bahnen-wuppertal.de

Einen “Bahnhofs-Friseur” gab es früher auf etlichen Stationen. Eigentlich von der Idee mehr als Überbrückung der
 Wartezeiten gedacht, wurden die Salons später auch von vielen normalen Passanten geschätzt. Hier ein solcher La-
den mitten auf dem Bahnsteig in Wt-Vohwinkel. Man ist am 25. Oktober 1979 auf Motivsuche auf dem Bahnhof und
 konnte damals diese urige Szene festhalten. Einfahrt hat gerade die 212 264 mit ihrem N-Zug aus Remscheid. Übri-
gens: Ein Lehrer einiger VOBA-Leute ging früher zum Bahnhofsfriseur nach Oberbarmen. Das fand man damals recht
 seltsam, als ob man sich nichts Besseres leisten konnte. Und die Frisur, na ja, man machte so seine Witzchen ....
Foto Markus Behrens

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Auf Gleis 2 steht ein Wendezug von Wt-Oberbarmen nach Köln Hbf.. Die Fahrgäste müssen mit einer recht alten
 Wagengarnitur aus sog. Silberlingen vorliebnehmen. Auch die 110 417-3 gehört nicht mehr zu den modernen Elloks.
 Rechts vom Bahnhofsgebäude lugt der neue Bahnsteig an der Essener Strecke mit Aufzugturm hervor (20. 8.2003).
Foto VOBA

(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Bis zum Fahrplanwechsel im Sommer 1967 wurden noch einige Kurse auf der Rheinischen Strecke und nach Hattingen
 von den preußischen T 18 gefahren. Diese Maschinen waren in der Dampflokzeit ein Markenzeichen im Wuppertaler
 Raum und nicht nur auf der Talachse, sondern ebenso auf der Essener und der Remscheider Linie eingesetzt. Etliche
Züge wurden dabei im Wendezugbetrieb gefahren. Für viele Jahre war die Lokbaureihe beim Bw Wt-Vohwinkel statio-
niert. Die 78 159 war mit dabei der letzte Mohikaner und wurde im November 1967 ausgemustert. Hier steht sie mit
dem N 3127 am Bahnsteig. Im Spätherbst war der Zug für den Fotografen bereits ein “Nachtzug” (28.10.1966).
Foto Helmut Dahlhaus

(c) Karl Arne Richter   www.bahnen-wuppertal.de

Die elektrischen ICE-Triebwagen auf der Wuppertaler Strecke sind seit einigen Jahren nichts Besonderes mehr und
 brausen nach Berlin und Basel. Die Diesel-ICE der Reihe 605 hingegen fahren auf der elektrifizierten Strecke eher
 seltener vorbei. Hier kommt uns am 19. Juli 2004 eine Doppeleinheit im südlichen Bahnhofsbereich entgegen, die zur
 Abstellung nach Hagen überführt wird. Der Aufnahmestandort mit der markanten “Langen Brücke” im Hintergrund
ist unschwer auszumachen. Die Brücke ist schon lange ein Wahrzeichen für den (ex-)Bahnknoten Vohwinkel.
Foto Karl Arne Richter

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Eine ungewöhnliche Fuhre, die uns hier am 5. März 1992 im Bahnhof Vohwinkel begegnet. Es handelt sich um eine
sog. Mehrsystem-Ellok, die wohl auf Probefahrt vom AW Opladen durchs Tal kommt. Sie ist nicht nur für das übliche
 DB-Stromsystem von 16 2/3 Hz und 15 kV eingerichtet, sondern ebenso für Fahrten unter 50 Hz /25 kV-Oberleitung
 einsetzbar. Diese Loks wurden in 25 Exemplaren in den Jahren 1974/75 gebaut und kamen dann vornehmlich im Saar-
land und auf der Moselstrecke für die Züge nach Lothringen in Betrieb (Bw Saarbrücken). Die ersten gebauten Loks
 bekamen damals den für schnellere Elloks üblichen blauen Anstrich verpasst. Im Zuge der Umstellung der Fahrzeuge
auf die ozeanblau-beige Farbgebung bei der DB wurden die weiteren Loks direkt im neuen Farbkleid ausgeliefert.
Foto Wolfgang Bügel

2. Bahnverkehr und Gleisanlagen
Die Bahnanlagen von Wt-Vohwinkel waren in der Blütezeit der Eisenbahnen von der gesamten Ausdehnung her die weitaus größten im Wuppertaler Eisenbahnbereich. Obwohl der Personen- und Gütersektor betrieblich miteinander wenig zu tun hatten, muss das Gleisnetz infolge der zusammenhängenden Lage als ein gemeinsames Ensemble angesehen werden. Auch ein mittelgroßes Betriebswerk so nahe beim Personenbahnhof war nicht die Regel. Betrieblich gesehen war Vohwinkel trotz der vielen Bahnhofsgleise immer eine Regionalstation, die Fernzüge fuhren immer ohne Stopp durch. Dafür war es eine wichtige Endstation im Nahverkehr. Viele Züge durch das Wuppertal hatten hier ihren Ausgangs- bzw. Wendepunkt. Auch von der Rheinischen Strecke gab es Züge, die aus Richtung Wt-Wichlinghausen nicht bis Düsseldorf weiterfuhren, sondern in Wt-Lüntenbeck eben nach Vohwinkel abzweigten. Der Rangierbahnhof war zwar nicht ein so bedeutender wie etliche im Ruhrgebiet, hatte aber eine wichtige Zugbildungs- und Verteilerfunktion. Der Keilbahnhof mit dem Gleisdreieck, dazu die Ausfädelung zur Rheinischen Strecke sowie das kompakte Betriebswerk samt Wagenwerk wären übrigens ein dankbares Vorbild für die Modellbahn, zumindest wenn man genug Platz hätte ....           
 

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Zum Bahnhofsbereich von Wt-Vohwinkel gehörte auch der große Rangierbahnhof, ganz im Westen der Stadt an der
Strecke nach Gruiten. Durch aufwändige Trassenführung war es möglich, nicht nur von der Tallinie, sondern auch von
 der Rheinischen Strecke und aus Richtung Essen direkt in die Gleisfelder einzufahren. Vor der endgültigen Übernahme
 der Leistungen durch Dieselmaschinen war der Einsatz hier eine Domäne der Lokbaureihe 94.5 vom Bw Vohwinkel.
Hier betrachten wir eine übliche 94er-Szene vom Betrieb im Rangierbahnhof. Im Bild ist die 094 651-7 zu sehen, die
 einen interessanten gemischten Güterzug (Zug wäre dankbares Modellvorbild!) über den Ablaufberg drückt. Die 94er
 fuhren am Eselsrücken in der Regel  “rückwärts”, auf jeden Fall bekam das Lokpersonal bei dieser Position weniger
 schädlichen Rauch ins Gesicht. Im Hintergrund das bekannte Stellwerk am “Kopf” vom Eselsrücken. Im September
1969 war die DB-Güterbahn - zumindest wenn man es oberflächlich betrachtet- noch weitgehend in Ordnung.
Foto VOBA

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Wir sind in Vohwinkel auf dem Essener Bahnsteig der Gleise 11 und 12, wo in einer etwa rechtwinklingen (so richtig
 modellbahngerecht scharfen) Kurve die Gleise aus der Station heraus Richtung Niederbergisches Land wegführen.
Oben: Das ist die Dieselzeit vor dem S-Bahnbetrieb auf der Essener Strecke. Die 216 029-9 ist aus Richtung Elber-
feld gekommen und steht nun am Gleis 12 im Bahnhof (1995). Die beiden Bahnsteiggleise waren schon seit der Elek-
trifizierung 1964 mit der Oberleitung überzogen. Durch den Bahnsteigumbau für die S-Bahn musste aber auch hier die
 Sache verändert werden. Rechter Hand liegen ein Umsetzgleis und Abstellgleis vom ehemaligen Zugang zum Bw (vgl.
 Aufnahme unten mit der 78er und der 94er). Noch in voller Schönheit ist die alte Bahnsteigüberdachung vorhanden.
Unten: Seit Dezember 2003 gibt es zwischen Wuppertal Hbf. und Essen mit Weiterführung nach Bottrop/Haltern eine
 neue S-Bahnlinie. Zunächst fuhr man die Züge mit der bekannten Baureihe 143. Knapp ein Jahr später wurde der
 Betrieb auf “Olympia”-Triebwagen der Familie 420 umgestellt, die hier wohl abgefahren werden sollen. Die 143 880
 bildet also eine kurze Zwischenepisode im Bahnbetrieb ab (Sommer 2004). Von einer Bw-Zufahrt gibt es keine Spur
 mehr. Zeitgemäße Bahnsteige und ein neuer Zugang von den Häusern nördlich des Bahnhofs prägen die Szenerie.
Foto oben  Wolfgang Bügel
Foto unten VOBA

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

3. Nachkriegsentwicklung und heutiger Stand
Der Bahnhofsbereich von Vohwinkel insgesamt ist ein ganz typisches Beispiel für die Entwicklung der deutschen Eisenbahnen in den letzten Jahrzehnten. Der einst blühende Rangierbahnhof ist mittlerweile vollends aufgegeben worden, und trotz mancher guter Vorschläge ist eine Verwendung der nutzbaren Flächen weiterhin unklar. Das Betriebswerk konnte die Rationalisierungswelle der Werke auch nicht überleben. Lediglich das Gebäude des Ringlokschuppens gammelt weiter vor sich hin und wird privat als Abstellfläche genutzt. Die letzten großen Veränderugen des Personenbereichs standen in Zusamennhang mit dem S-Bahnbau. Mit der Errichtung der S 8 (Mönchengladbach - Hagen) bis zur Eröffnung im Mai 1988 wurden die Gleise etwas verändert, dazu gab es neue Bahnsteigaufbauten. Ende 2003 konnte dann die S 9 nach Essen eröffnet werden, wozu als ein zentrales Bauwerk die Unterquerung der Ferngleise im Ostkopf des Bahnhofs gelten kann (eingleisiger Tunnel). Nur so war eine Einfädelung der Essener Gleise auf die südwärts liegenden Nahverkehrsgleise möglich. Im Regionalbahnangebot gibt es immer wieder Unmut bei den Passanten, denn von den drei RE-Linien durchs Tal fahren derzeit zwei in Vohwinkel durch. Was mit der Nutzung der Bahngebäude als solche sein wird, ist auch unklar, einladend wirkt der Bahnhof derzeit kaum. Positive private Engagements gibt es hier mit dem “BürgerBahnhof”.
 

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Mal wieder eine der beliebten Dampfloksonderfahrten Ende der 1960er Jahre, bei denen die Wuppertaler Region sehr
oft befahren wurde. Hier im Bild die 55 2513 auf der Brücke über die Bahnstraße. Die Waggons sind vom Typ der sog.
“polnischen Hechte” mit eingezogenen Einstiegegspartien. Es ist leider ein Hobby-Sauwetter am 15. September 1968.
Foto VOBA

(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Die Baureihe 44 war vor Güterzügen früher ein üblicher Anblick im Tal. Noch bis Anfang 1968 waren einige Maschinen
 davon im Bw Vohwinkel stationiert. Aber auch von anderen Betriebswerken kamen Züge über die BME- oder vornehm-
lich Rheinischen Strecke. Meist wurden sie dann im Bw gewendet bzw. die Vorräte aufgefrischt. Hier sehen wir die
44 1687 vom Bw Hamm mit einem interessanten gemischten Güterzug im Licht-/Schattenspiel der flachstehenden
 Wintersonne an uns vorbeidampfen. Es ist der Bereich jenseits der Ladestraße (Foto vom 14. Dezember 1968).
Foto Helmut Dahlhaus

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Einige 218er-Loks in diesem Outfit wurden Mitte der 1980er Jahre ursprünglich für den Einsatz der neuen City-Bahn
von Köln nach Gummersbach so hergerichtet. Es begegnet uns am 10. Juni 1986 die 218 148-5 mit einem Güterzug
von Hagen nach Köln-Kalk am Ostkopf des Vohwinkler Bahnhofs. Die Lok wird vom Bw Hagen nach Köln überführt.
Das große  Stellwerk “Vpf” (= Vohwinkel Personenbahnhof Fahrdienstleiter) steht gegenüber dem ehemaligen Bw.
Foto Zeno Pillmann

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Kein großartiger Sondereinsatz der Steinbecker Schienenbus-Flotte, sondern wahrscheinlich eine Überführung auf
den Abstellplatz. Bescheiden, wie die Eisenbahnfans nun mal sind, hat man sich keck mitten in die Gleisharfe des
 Rangierbahnhofs gewagt und kann nun dieses interessante Motiv aufnehmen. Im Hintergrund passiert auf den Fern-
gleisen gerade die 141 437 mit ihrem N 5424 Richtung Gruiten die Stelle. Lange Schatten und etwas diffuses Licht
lassen darauf schliessen, dass am Nachmittag des 4. Dezember 1984 die winterliche Dunkelheit nicht mehr weit ist.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Günter Willert   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Jede Dampflok im Tal erheischt auch
 heute noch mehr oder minder großes
 Aufsehen, auch wenn es sich meist
um bekannte Museumsmaschinen und
 Zuggarnituren handelt. Vielfach sind
die Interessenten jüngere Bahnfeunde
 oder Familien mit Kindern, welche die
 Dampfzeit nicht miterlebt haben. Aber
 auch viele “alte” Fans hecheln hinter
 den Dampfrössern her, denn es könnte
 die Sonne ja gerade an diesem Tag be-
sonders günstig stehen oder ein Bahn-
kilometer mit gerade dieser Lok ist
noch nicht archiviert ... Die 38 2267
ist eine preußische P 8 und gehört
zum Bahnmuseum von Bochum-Dahl-
hausen. Mit der alten Wagengarnitur
ist sie meist im Ruhrtal im Einsatz. Sie
 kommt aber öfters mit Sonderfuhren
 durchs Tal gepoltert. Zum Zeitpunkt
der Aufnahme, dem Solinger Brücken-
fest im Herbst 2005, war zudem die
 “grüne P 8” aus Darmstadt mit im Zug.
Foto Günter Willert

Ein mieser Regentag Ende der 1980er
 Jahre, so richtig passend zum Abge-
sang der Rheinischen Strecke. Denn
von dort kommt der Akkutriebwagen
515 “herunter” zum Bahnhof Vohwin-
kel. Vor kurzer Zeit hat er linker Hand
die Hauptgleise aus Richtung Wt-
Varresbeck/Lüntenbeck überfahren
(die Brücke ist über dem Verbotsschild
 so eben zu sehen) und wird an den
 Bahnsteig gelangen. Vor Stillegung
der REG-Linie Ende 1991 gab es eini-
ge Sonderfahrten für die Bahnfans, selbst nach der offiziellen Kassierung
noch weitere. Aus dieser frontalen
 Sicht mit dem Teleobjektiv wirkt das
 Stellwerk irgendwie doch zierlich.
Foto Wolfgang Scheufele Sammlung VOBA

(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Ein hochinteressantes Zeitdokument der Wuppertaler Bahn- und Stadtgeschichte. Im Zuge der Elektrifizierung der
 Talbahn zum Mai 1964 passte man parallel etliche Stellwerkseinrichtungen an. Im Bahnhof Vohwinkel wurde an der
 Ostausfahrt vom Personenbereich gegenüber dem Bw ein neues Stellwerk gebaut, wodurch mehrere Einzelposten
 - im Gleisfeld verteilt - geschlossen werden konnten. Zum Zeitpunkt der Aufnahme 1961 ist gerade das Geschoss mit
 dem Bedienungsraum und der Aussichtskanzel in Bau. Das Gebäude ist zudem ein Anschauungsobjekt für die übliche
 Bauweise jener Zeit mit Einzelsteinen. Heute würde mehr mit Platten gearbeitet bzw. alles in Modulweise errichtet.
Foto BD Wuppertal Sammlung Joachim Bügel

(c) Bernhard Terjung   www.bahnen-wuppertal.de

Eine typische Zugkompositon im Tal für viele Jahre: Der Zug aus Remscheid mit einer Lok der Reihe 212 und den drei
 Silberlingen ist im Bahnhof Wt-Vohwinkel angekommen. Diesmal geht es nicht weiter nach Essen, was an sich der
 normale Durchlauf war. Der rechte Bahnsteig der S-Bahn ist bereits umgebaut, was im Anschnitt soeben noch zu
 erkennen ist. An den Fernbahnsteigen gibt es für die alten Überdachungen eine gewisse Gnadenfrist (April 1988).
Foto Bernhard Terjung

(c)  Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Diesiges Wetter herschte im April 1964, als der Fotograf diese Aufnahme im Bahnhof Vohwinkel anfertigen konnte.
Die 23 006 ist im Bw Siegen beheimatet. Der Zug aus Richtung Hagen wird bald nach Düsseldorf weiterfahren. “Zum
Glück” nur im Dunst zu sehen sind die Oberleitungsmasten, aber sie zeigen doch unverkennbar die bald einsetzende
neue Zeit im Wuppertaler Bahnbetrieb an. Nur noch wenige Wochen und dann ist es mit der Dampf-Herrlichkeit hier
vorbei. Die Baureihe 23 ist eine sog. Neubaulok der Bundesbahn und recht wuchtig geraten (vgl. die Wagenhöhe).
Der Tender ist einmalig für diese Loktype. Mit der Nr.105 wurde Ende 1959 die letzte Dampflok an die DB abgeliefert.
Foto Helmut Dahlhaus

(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Das ist eine typische Zusammenstellung von Zug und Wagen und vor allem im farblichen Outfit in der so genannten
 Epoche 4. Die ozeanblau-beige Farbgebung war kein Ruhmesblatt der DB-Verantwortlichen. Die Schmutzanfälligkeit
war nicht gerade gering und im Design sahen viele Fahrzeuge recht fragwürdig aus. Vieles wirkte so, als ob dies
 Ergebnisse von Design-Kursen bei Erstsemestern und weniger von hochbezahlten Könnern waren. Dass manch ein
 Fotofreund oft eher mit Grauen auf den Auslöser drückte und sich nach der farbenfrohen rot/grün/blauen DB-Zeit
 zurücksehnte, mag so verständlich sein. Die 110 490 ist mit einem Eilzug auf Gleis 4 zu sehen, während rechts
der Bahnsteig für die S-Bahn bereits mit Umbauaktionen konfrontiert wird (Aufnahme angefertigt um 1987).
Foto Wolfgang Scheufele   Sammlung VOBA

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Ein Blick auf den Rangierbahnhof Wt-Vohwinkel, wo nicht nur zur Tageszeit früher viel los war. Aber man muss schon
 genauer hinschauen, um zu erkennen, dass es auch noch die Dampflokzeit im Tal ist. Einige Masten der Zeitenwende
 stehen zwar schon, aber eine Oberleitung gibt es noch nicht. Eine tolle, stimmungsvolle Atmosphäre, die der Foto-
graf am 17. 5.1963 hier eingefangen hat. Da man über den Ferngleisen steht, erwartet man vielleicht eine 03.10 ...?
Foto Wilfried Sieberg

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Ein tolles Foto aus der Dampflokzeit im Tal der Wupper, auch wenn man kein altes Dampfross sieht, sondern einen
 damals recht modernen Triebwagenzug der Reihe VT 08. Diese Fahrzeuge bestritten zusammen mit den V 200ern
samt blauen Aüm-Waggons seit Mitte der 1950er Jahre bis zur Elektrifizierung im Mai 1964 den hochwertigen Fern-
schnellzugverkehr auf der Wuppertaler Linie. Im Bild der F-Zug “Germania” auf seinem Weg von Köln nach Hannover
 im Ostbereich vom Bf. (Brücke zur Rheinischen Linie). Die Züge (VT/V 200) erzielten auf der Relation zwischen der
 Domstadt und der Niedersachsen-Metropole recht beachtliche Durchschnittsgeschwindigkeiten, wohl weniger wegen
der Trasse durchs Bergisch-Märkische Land, sondern mehr infolge der Rennstrecke durch Ostwestfalen (26.5.1962).
Foto Klaus Hoffmann

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Wir sind in der heutigen Normalität der “DB AG-Zeit” im Bahnhof Vohwinkel unterwegs. Eine Lok der Reihe 112 schiebt
 einen Regionalexpress auf Gleis 3 durch den Bahnhof Richtung Elberfeld. Auf diesem Foto sind gut die heutigen Bahn-
steigdächer zu sehen. Sie sind zwar der neuen Zeit angemessen, aber doch sehr einfach und eben mit anderen Sta-
tionen im Land auswechselbar (September 2003). Die Maschinen der Baureihen-Familie 112 und 143 entstammen
der letzten Konstruktion der DDR-Reichsbahn. Es handelt sich um robuste Fahrzeuge, die bald auch im gesamten
westlichen Bereich der Deutschen Bahnen heimisch wurden. Ein schöner Farbtupfer in der prallen Wintersonne!
Foto VOBA

(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Ins Lokparadies waren es nur ein paar Schritte ...
Nördlich der Bahnhofseinfahrt aus Richtung Wt-Elberfeld lag früher das Bw Vohwinkel. An dieser Stelle gab es seit
1907 einen Lokschuppen, der das alte Betriebswerk südlich der Gleise ergänzte. Im Zuge der Umstrukturierung der
 Vohwinkler Gleisanlagen ist das Bw dann vollständig nach hier verlegt worden. Zentral war die Vorhaltung von Güter-
 und Rangiermachinen. Im Personenverkehr gab es eine Abstimmung mit dem im Wuppertaler Osten gelegenen Bahn-
werk in Langerfeld. Nach der Elektirfizierung der Hauptstrecke im Mai 1964 brachen viele Aufgaben schlagartig weg.
 Letzte Stationierungen von Dampfloks gab es noch bis Herbst 1972. Anno 1971 wurde das Werk in Vohwinkel mit
 jenem in Steinbeck zum Bw Wuppertal vereinigt. Das Areal wurde jahrelang als Abstellfläche von Dieselloks verwen-
det. Heute ist hier wie vielerorts weitgehend eine Brachfläche, aber den alten 8-ständigen Schuppen gibt es noch.
Oben eine untypische Lok für das Bw Vohwinkel, denn Schnellzugmaschinen wurden hier nicht gebraucht. Auf einer
 Fahrt vom AW-Besuch in Lingen macht die 001 039 Richtung Heimatdienststelle in Ehrang einen kurzen Besuch in
 Wuppertal. Positioniert hat sich der stolze Renner auf dem Hilfszuggleis neben dem Schuppen (November 1969).
Unten ein Blick auf die Abstellflächen an der östlichen Drehscheibe. Hier hat es nie einen Lokschuppen gegeben.
Neben den Maschinen in Ruhepuse waren oft etliche Maschinen länger abgestellt, gut zu sehen an der Abdeckung
auf dem Schornstein. Zeitweise waren einige Loks beim Bw Vohwinkel in einem saumäßigen Zustand. Aber dies war
bei den Betriebswerken ganz unterschiedlich, je nach der “Controlling-Philosophie” vom Bw-Chef (März 1968).
Foto oben  Helmut Dahlhaus
Foto unten VOBA

Vom Bw Wt-Vohwinkel gibt es eine eigene Seite mit vielen alten Bildern und Infos

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Die elektrischen Triebwagen der Rh 420 fahren seit einigen Jahren planmäßig auf der S-Bahnlinie 9 zwischen Wupper-
tal und Essen/Haltern und sind deshlab nichts Besonderes im Tal. Aber eine solche Lackierung wie im Bild, die findet
man heute nicht mehr. Es handelt sich um die Tw-Originalfarbgebung aus den 1970er Jahren. Neben den im Münch-
ner Raum in großer Anzahl eingesetzten blauen 420ern wurden für die Frankfurter und Stuttgarter Netze einige Fahr-
zeuge in oranger bzw. roter Farbgebung beschafft. Nachher wurde das orange Farbkleid auch für die Züge für den S-
Bahnbetrieb Rhein/Ruhr übernommen. Heute haben die S-Bahnen ein rotes Outfit, sind aber durch zeitweise Reklame
auch vielfarben. Der 420 821 ist am 29. Juli 1991 als S 11 (über Neuss) nach Bergisch Gladbach ausgeschildert.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Herbert Völling   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Michael Hartmann   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Michael Hartmann   www.bahnen-wuppertal.de

Umbauten - ein Zeitspiegel
Nach langen Planungen begann am 29.
 Mai 1988 ein neues Zeitalter im Wup-
pertaler Nahverkehr. Das Tal konnte
auf der alten BME-LInie zwar schon
seit Jahrzehnten mit einem vielfach
 vertakteten Angebot von Personen-
zügen aufwarten, aber nun war man
 endlich an das S-Bahnnetz im Rhein-
Ruhr-Raum angeschlossen. Da die Tal-
achse bereits seit preußischen Zeiten
 über vier Gleise verfügt, war die Trasse
 für die Linie S 8 (Möchengladbach -
 Hagen) an sich schon vorgegeben. Es
 mussten daher “nur einige” Anglei-
chungen vorhandener Bestände hin-
sichtlich eines modernenen Verkehrs-
angebotes vorgenommen werden. Ein
 Ergebnis dieser Umbauaktionen war
 beispielsweise die Trennung zwischen
 den Fern- und Nahverkehrsgleisen.
Nur in Oberbarmen,Elberfeld und Voh-
winkel sind Übergänge möglich. An den
 Bahnsteigen wurde viel gebaut. Etwa
 15 Jahre später war die Wuppertaler
 Bahnwelt im östlichen Bereich wieder
 von Umbauten betroffen, denn im De-
zember 2003 konnte die langersehnte
 S-Bahn nach Essen eröffnet werden.
In diesem Zusammenhang war im Voh-
winkler Bereich ein großes Bauwerk nö-
tig, denn die Trasse aus Essen muss-
te unter den BME-Gleisen hindurch mit
 der vorhandenen S-Bahnstrecke ver-
knüpft werden. Hierzu wurde ein ein-
gleisiger (enger) Tunnel errichtet.

Oben: Im Zuge vom S-Bahnbau ging es
 auch den einmaligen Bahnsteigdächern
 an den Kragen. Zunächst wurde an der
 Schnellbahn umgebaut. Die Bahnsteige
 an den Ferngleisen und der Essener
 Perron kamen etwas später dran. Hier
 eine Szene vom späteren Abriss an
 einem der Fernbahnsteige, wodurch ein
 markantes, jahrzehntelanges Zeichen
 der Vohwinler Bahnanlagen leider aus-
gelöscht wurde (Foto Oktober 1990).
Foto Herbert Völling

Mitte: Eine Szene von einer nur relativ
 kurz andauernden Zwischenepoche in
 der Umbauära 2002/2003. Während an
 der Unterführung (in der Verlängerung
des rechten Gleises) gebaut wird, gibt
 es mittels des geschwungenen Gleis-
verlaufes für die Essener Züge eine
neue Einfädelung in die Fernbahn. Be-
triebstechnisch war dies kein Problem,
 denn die Züge fuhren ja ohnehin auf
der Ferntrasse ohne Zwischenhalt in
 Steinbeck, Zoo und Sonnborn. In der
 Endversion vereinen sich die beiden
 Gleise nun kurz vor dem Tunnelmund.

Unten ein Blick auf den im Umbau be-
findlichen Essener Bahnsteig. Es gibt
nun einen neuen, weiteren Zugang
und einen Aufzug. Linker Hand alte
 Gebäudeteile des Bahnhofs, die nun
 schon einhundert Jahre alt sind!
Fotos (2)  Michael Hartmann

Wieder mal ein “gewagtes” Fanfoto
 mitten im Gleisgewirr der Vohwinkler
 Bahnanlagen. Zwischen den Fern-
gleisen und den Gütergleisen gibt es
 genügend Standplatz, den wir aber als
 “öffentliches Organ” keinesfalls anprei-
sen würden, ehrlich .... Die 110 447
ist im Bw Dortmund Bbf. beheimatet
und führt den E 2640. Zuvor hat sie
den Bahnsteig im Hintergrund verlas-
sen und hat gerade die Lange Brücke
 passiert (siehe die Gegenrichtung im
 nächsten Bild bzw. die Perspektiven
auf den beiden Dampflokbildern un-
ten). Zum Zeitpunkt des 20. Februar
 1982 gab es im Rangierbahnhof noch
 bescheidenen Verkehr, aber die Zeiten
 des größten Wuppertaler Frachten-
bahnhofes sind längst abgelaufen.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de
(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Ein Blick geht vom westlichen Bahnhofskopf in Richtung Gruiten. Ein Regionalexpress mit der auch schon in die Jahre
 gekommenen Ellok 111 011-3 wird mit dem Doppelstockzug gleich auf Gleis 3 durch den Bahnhof rauschen. Im Hinter-
grund erspähen wir Bogen und Tragwerk der “Langen Brücke” über den ehemaligen Rangierbahnhof. Rechter Hand
liegt das Ausweichgleis 1, das heute aber kaum noch benutzt wird. Das Foto stammt vom Sommer 2004.
Foto VOBA

Gleisschema Bahnhof Wuppertal-Vohwinkel  (1955, Modellbahn-Epoche 3)
Rbf = Rangierbahnhof, Bw = Bahnbetriebswerk, Abstbf. = Abstellgruppe, Pbf = Personenbahnhof, EG = Empfangsgebäude
Grafik Frank Pötter

(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Zwei Vergleichsfotos von der Westseite des Empfangsgebäudes, vom Vorplatz an der Bahnstraße aufgenommen. Bei
 den Gebäuden scheint die Zeit fast stillgestanden zu sein (und die Uhr am Turm wäre auch kein Gegenbeweis). Auf
 dem obigen BIld (ca. 1910) macht das recht neue Empfangsgebäude der damals selbständigen Gemeinde Vohwinkel
 sicherlich alle Ehre und unterstreicht die Bedeutung als Bahnknotenpunkt. Im Zuge der wirklich großen Umbauten
der Bahnanlagen nicht lange nach Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts hat der Ort einen neuen Personenbahnhof
 bekommen, der im Vergleich zur alten Station etwas weiter östlich liegt. Das untere Bild wurde fast ein ganzes Jahr-
hundert später augenommen (2004). Natürlich beherrschen nun die Automobile den Vorplatz, die es ja damals noch
fast gar nicht gab. Das Ensemble macht aus dieser Perspektive einen recht ordentlichen Eindruck. Von anderen
Seiten ist das leider nicht der Fall - und, vor allem, “frage mich nicht, wie es unter dem Gewande aussieht” ....
Foto oben  Sammlung VOBA
Foto unten VOBA

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Ohne großen Aufwand und für die damals doch zahlreichen obrigkeitsscheuen Bahnfans ohne offizielle Anmeldung
 konnte man vom Essener Bahnsteig aus einen Teil des Bw-Treibens haunah miterleben. Denn hier gab es die westliche
 Verbindung zum Bahnwerk mit dann notwendigen Sägefahrten sowie eine Art Ziehgleis, wo oft Loks abgestellt waren.
Oben: Ein toller Anblick nicht nur auf zwei bekannte preußische Baureihen, sondern auch auf zwei Loktypen, die im
Tal jahrzehntelang heimisch waren. Die 78er war zeitweise die Dampflok für Nahverkehrszüge im Wuppertaler Raum,
 während die 94er im Rangierdienst auf etlichen Bahnhöfen wertvolle Dienste leisten konnte (78 471, im April 1964).
Unten: Der Blick aus östlicher Richtung fällt auf die 50 3115, die nicht nur durch ihrem Wannentender und die Kessel-
aufbauten stark an eine Lok der Reihe 52 erinnert (13.4.1963). So hat das Führerhaus mit nur einem Seitenfenster
die eckigen Fensterschirme der 52er, aber Dachentlüfter einer 50er. Auch die Befestigung der Lampen auf der Puffer-
bohle ist 52er-typisch, während Barrenrahmen und Steuerung wiederum für die BR 50 üblich sind. Die Lok aus dem
Jahre 1943 wurde beim Bw Vohwinkel am 15.10 1963 augemustert, hatte also nur ein sehr kurzes Bahnwelt-Leben.
Fotos (2)  Helmut Dahlhaus

(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Fast wie in alten Zeiten der Dampflokzeit kommt hier eine V 200 mit sog. Silberlingen durch den Bahnhof Vohwinkel
 gefahren. Am 26. Oktober 1985 handelt es sich natürlich mit dem E 28368 um eine Sonderfahrt. Die formschöne rote
 Maschine mit ihrer charakteristischen V-Form auf der Stirnfront macht einen prächtigen, “sehnsüchtigen” Eindruck!
Foto Wolfgang Bügel

(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Noch ein Bild vom N 3127 am Bahnsteig in Vohwinkel. Nun ist es Sommerzeit und eine Aufnahme gut bei Tageslicht
 möglich (vgl. Foto oben). Aber der 78 159 nutzt ein Sommertag auch nicht mehr viel, denn zum Fototermin am 26.
Mai 1967 gab es die letzten Kurse zu bewältigen. Wenige Züge auf der Rheinischen und auf der Hattinger Linie wa-
ren die übrig gebliebenen Aufgaben für die robuste Loktype, mehr so im Sinne von Gnadenbroten für die alte Dame.
Foto Helmut Dahlhaus

(c) Sammlung H.Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Zwei tolle Bilder aus wirklich alten Dampflokzeiten. Eigentlich erinnert nichts an die moderne Eisenbahn. Sie geben
einen hervorragenden Überblick über einen großen Teil der Vohwinklerr Bahnanlagen und lassen die ehemalig riesige
 Längenausdehnung von Personen- und Güterbereich in etwa erahnen Wir stehen auf der Langen Brücke, sicherlich
 früher ein idealer Standpunkt der Lokreunde zum Betrachten des umfangreichen Bahnverkehrs im Westen der Tals.
Oben schauen wir am frühen Morgen auf die 57 3104 vom Bw Essen-Kupferdreh, die einen gemischten Frachten-
zug aus dem Rangierbahnhof auf das Verbindungsgleis zur Essener Strecke zieht. Ein Wagenfreund wird sicherlich
 angesichts der vielfältigen Waggons in Jubel ausbrechen. Ansonsten sieht es im Güterbereich eher bescheiden aus,
 denn zur Zeit der Aufnahme (10. August 1953) war ja auf den Gütergleisen in Vohwinkel an sich recht viel los. Der
 Schein trügt aber etwas, denn die eigentlichen Rangiergleise liegen im Hintergrund noch weiter im Westen, mehr zur
Stadtgrenze hin. Rechts außen erkennt man die beiden Ferngleise Richtung Gruiten. In diesem Trennungsbahnhof
 gabeln sich bekanntlich die überregionalen Strecken aus dem Wuppertal in die Äste Richtung Köln und Düsseldorf.
Unten ein aus heutiger Sicht “wahnsinniger” Blick in die Gegenrichtung anno 1931. Die Perspektive verdeutlicht sehr
gut die Streckenentwicklung auf Höhe des Westbereichs des Vohwinkeler Personenbahnhofes. In der Mitte im Hinter-
gund ist das Empfangsgebäude mit dem Turm erkennbar. Ganz links neben einem Abstellgleis die Fernstrecke nach
 Köln/Düsseldorf, davor die “Korkenzieher”-Trasse nach Solingen. Der Güterzug mit 58 2038 und nach Angaben des
 Fotografen 58 1558 dahinter kommt entweder von der Talstrecke aus Richtung Elberfeld oder - nicht unwahrschein-
lich - über die Rheinische Strecke aus Richtung Wichlinghausen daher. Gerade befährt er die Überführung mit den
 nach links abbiegenden Gleisen zur Essener Strecke, wo auf dem Bild oben die 57er hinfährt. Rechter Hand gibt es
 Güteranlagen zu sehen und im Anschnitt das alte Emfpangsgebäude vom ehemaligen Personenbahnhof vor 1908.
Foto oben  Carl Bellingrodt  Sammlung Helmut Dahlhaus
Foto unten Carl Bellingrodt Sammlung Joachim Bügel

(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Die IC-Lok der Deutschen Bundesbahn darf natürlich nicht fehlen. Diejenigen Intercity-Züge, die vor der ICE-Zeit
durch das Tal fuhren, waren ja jahrzehntelang planmäßig mit der Reihe 103 bespannt. Später kamen D-Züge hinzu,
 dann auch einige nicht so hochwertige Leistungen. Im Bahnhof Vohwinkel rauschten sie allerdings meistens durch.
Im Bild die 103 202 mit dem D 246, kurz nachdem sie aus Richtung Sonnborn die “Senke” der Unterführung unter
dem Zubringer zur Rheinischen Strecke durchfahren hat und nun auf Gleis 2 den Bahnhof Richtung Köln passiert.
Linker Hand erspähen wir den achtständigen Rundschuppen des ehemaligen Bahnbetriebswerkes (29. Janaur 1985).
Foto Wolfgang Bügel

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Die Reihe 94 im Rangiereinsatz - das war nicht nur der Betrieb im eigentlichen Rangierbahnhof bzw. am Ablaufberg,
 sondern bedeutete auch das Umstellen von Wagen an der Güterverladung oder die Bedienung von Gleisanschlüssen.
Oben: In welche Richtung soll denn gedrückt werden? Darüber muss man sich an der 94 1640 erstmal klar werden.
Eine gute Vorbildszene für die Modellbahn, dass man auch eine Lok zwischen Güterwagen einreihen kann. Am 19.5.
 1962 ist der Fotograf an die Homannbrücke gewandert, wo die Verbindungsgleise zur Rheinischen Strecke herlaufen.
Unten: Die Firma C. Blumhardt an der Vohwinler Straße war früher eine über die Region hinaus sehr bekannte Firma
im Fahrzeugbau, speziell von LKW-Aufbauten und Anhängern. In diese Gegend hat sich die 094 651 verirrt und muss
 einen Gleisanschluss bedienen. Mit dem Rangierer auf “seinen” Trittstufen wird sich die Lok noch einige Meter weiter
vom Heimchen weg - sprich vom Schuppen im Bw - in die Vohwinkler Wildnis vorwagen müssen. Im Herbst 1969 war
man mehrere Tage hintereinander auf Fotopirsch rund um den Rbf. Vohwinkel - im Rückblick trotzdem viel zu wenig.
Ganz unten: Hier waren die Eisenbahnfans wohl seltener unterwegs als im Personenbahnhof oder im Bw. Die 94 1124
 sehen wir an der Ladestraße im Güterbahnhof. An sich Normalität in jenen Tagen, aber irgendwie zwischen den Bau-
ten “verloren” sieht das Ross schon aus. Zum schönen Gebäude siehe Legende im Bild darunter (Foto im März 1964).
Foto oben  Wilfried Sieberg
Foto unten VOBA
Foto ganz unten  Helmut Dahlhaus

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Das Haus, das sich hier in voller Länge zeigt (und hinter der 94er-Lok im Bild zuvor hervorlugt), ist das im klassizisti-
schen Stil erbaute alte Empfangsgebäude an der Vohwinkler Strasse im Südbereich des Gleisareals,wo die so genann-
te Korkenzieherbahn aus Solingen auch ihren Endpunkt hatte. Mit dem Umbau der Vohwinkler Gleisanlagen bis 1908
 wurde der Personenbereich bekanntlich etwas weiter gen Osten verschoben, so dass das Bauwerk nun eigentlich
 überflüssig wurde. Viele Jahrzehnte war es vergessen, bis es in neuerer Zeit (1973) “natürlich” abgerissen wurde.
Ein Vergleich zum Foto oben mit den beiden 58ern zeitgt, dass der Mittelbau vor dem Krieg wesentlich höher war.
Foto BD Wuppertal Sammlung Joachim Bügel

(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Eine prächtige Luftaufnahme von den Anlagen des Vohwinkler Personenbahnhofs samt Bw, so um 1928/1929 ent-
standen. Im linken Bereich erkennen wir die Keilform des Bahnhofs mit den fast rechtwinklig abknickenden Gleisen
nach Essen. Diese verlaufen im dunklen Einschnitt an den oberen Bildrand. Am unteren Ende dieses Einschnittes,
links neben der s-förmigen Bahnstrasse,  liegt die Verbindungskurve für die Güterzüge, die zum Rangierbahnhof fah-
ren. Zwischen den Bahnsteigdächern ist das im Grundriss verwinkelte Empfangsgebäude mit dem Turm zu sehen.
Unten am Bildrand, etwa in der Mitte, liegen die beiden alten Halbrundschuppen der früheren Bahnwerkstätte. Fahr-
zeuge sind dort nicht mehr erkennbar. Die Drehscheiben und Schuppen wirken recht zierlich im Vergleich zum Schup-
penfeld gegenüber im neuen Bahnbetriebswerk unterhalb der Nathrather Straße. Hier sind auch etliche Lokomotiven
 auszumachen. Der “neue” Schuppenteil vor dem Wasserturm, heute als letztes Überbleibsel vom Bw Vohwinkel vor-
handen, ist noch nicht gebaut.Rechts vom sichtbaren Bw-Areal liegt außerhalb des Bildes die Bekohlungsanlage. Für
 Stadthistoriker ist die Bebauung im Vohinwkler Norden vor etwa acht Jahrzehnten sicherlich von großem Interesse.
Foto Hansa-Luftbild Sammlung Joachim Bügel

(c) Karl Arne Richter   www.bahnen-wuppertal.de

Eine interesssante Perspektive vom Bf. Vohwinkel mit einer ungewöhnlichen Zugkombination. Unser Blick schweift
 in südwestlicher Richtung vom ehemaligen Bw-Bereich aus über das Bahnareal. Im Vordergrund der neue Tunnel der
 S-Bahnlinie 9, um vom Essener Bahnsteig kreuzungsfrei auf die südlich verlaufenden Nahverkehrsgleise der vorhande-
nen S 8 zu gelangen. Nicht zu übersehen ist der Fakt, dass die Unterführung einspurig ist. In Bildmitte die Haupt-
gleise der Fernstrecke von Elberfeld Richtung Köln/Düsseldorf mit den beiden Ausweichgleisen am Bahnsteig. Der Zug
 kommt vom Gleis 4 und wechselt nun auf das Durchgangsgleis. Hinter den Büschen verlaufen die Nahverkehrsgleise.
 Beim Zug handelt es sich um eine Sonderleistung der Müller-Touristik von Münster nach Vienenburg (DPE 83630). Als
 Zuglok fungiert die moderne Nr. 21 der Westfälischen Landes-Eisenbahnen (WLE). Aufnahme vom 8. Oktober 2004.
Foto Karl Arne Richter

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Soweit die REG-Trasse noch ”richtig” in Betrieb war, wurde der Überweg dorthin natürlich noch regelmäßig benutzt.
Auf dieser Brücke konnten die Personenzüge vom Bahnsteig sowie die Güterzüge aus dem Rangierbahnhof die BME-
Strecke kreuzungsfrei passieren. Die Trasse wurde auch von Lokomotiven genutzt, die zum Bw fuhren bzw. von dort
 kamen (siehe Gleisskizze oben). Eine andere Ausfahrt vom Bw mit niveaugleicher Kreuzung der Personengleise gab es
 bekanntlich beim Essener Bahnsteig. Im Hintergrund der unverwechselbare große Schuppen im Güterbereich. Ver-
gleichen Sie bitte die Szene mit dem VT 08 oben bzgl. der Anordnung von Überführung und Schuppen. Am Foto-
tag des 27. Mai 1974 war die Götterdämmerung der 094 730 schon vollends eingetreten. Sie war zu damaliger Zeit
 offiziell dem Bw Hamm zugeordnet, aber sporadisch noch in Wuppertal anzutreffen. Und der Ausblick? Wir sitzen be-
quem in einem alten Speisewagen (WR 46130) des Eisenbahn-Kuriers. Bevor der Verlag ab 1976 nach Freiburg über-
siedelte, war einige Jahre lang das Domizil in der Rubensstraße in Vohwinkel. Die seinerzeitge “Arbeitsgemeinschaft”
 besaß damals einige Waggons und auch die 24 009. Die Wagen waren zeitweise in Vohwinkel oder Wt-Langerfeld
 abgestellt. Unentwegte Enthusiasten steckten dort viele Arbeitsstunden in die Aufarbeitung der Fahrzeuge!
Foto Zeno Pillmann

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Ein Fußball-Weltmeister in Vohwinkel! Zwar nicht die Kicker - schon gar nicht vom WSV -, sondern ein Schnelltrieb-
wagen mit der seitlichen Beschirftung als “Fußball-Weltmeister”. Solch ein Zug beförderte anno 1954 die Ballhelden
um Fritz Walter nach dem legendären Sieg in Bern aus der Schweiz durchs Allgäu nach München zu einem Sieger-
empfang. Unzählige Anhänger jubelten dem Tw samt Inhalt zu. Anlässlich der Filmproduktion “Das Wunder von Bern”
vor einigen Jahren wurde der VT 08 520 in alter DB-Beschriftung mit der Aufschrift - seitlich auf dem VM - ausge-
rüstet. Wärend der Weltmeisterschaft im Sommer war der Zug mit diversen Gruppen unterwegs (13. August 2006).
Foto Zeno Pillmann

(c) Herbert Schambach   www.bahnen-wuppertal.de

Ein historisches Bild aus Wt-Vohwinkel, östlich vom Personenbf. aufgenommen (1957). Bei der Lok handelt es sich
um eine preußische T 12, die ab 1902 als Heißdampfmaschine gebaut wurden. Mit der ähnlichen T 11 (Nassdampf)
 wurde der Typ besonders durch den Einsatz auf den Berliner S-Bahnlinien sehr bekannt. Die Nr. 656 war nach dem
Krieg in der Direktion Wuppertal zunächst beim Bw Finnentrop beschäftigt, war aber bereits 1958 ausgemustert.
Foto Herbert Schambach

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Die jüngeren Eisenbahnfreunde werden sich bestimmt gut vorstellen können, dass man früher das Treiben im Bw
 Wt-Vohwinkel vom Bahnsteig aus prächtig beobachten konnte. Und mit ein paar Schritten ging es dann mit der Ka-
mera vielfach direkt ins Paradies. Bis Herbst 1972 waren hier noch Dampfloks beheimatet. Heute existiert noch der
 Schuppen, der von einer Firma genutzt wird. Ein Tw 420/421 kommt vom Neubautunnel (von der südlichen Trasse
der S 8) und fährt an den Essener Bahnsteig. Derweil rauscht 112 136 mit einem RE durch die Station (2004).
Foto VOBA

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Nach einer Sonderfahrt zur 1000-Jahr-Stadtfeier in Linz/Rh. am 27.5.1974 müssen die beiden alten Schlaf- und Speisewagen vom
EK zum Abstellbf. Vohwinkel zurückgebracht werden. Die ex-Vohwinkeler 094 730 fährt weiter nach Hamm.
Foto Wolfgang Bügel

Gleisplanskizze  Bahnhof Wuppertal-Vohwinkel
(Zustand ca. 1970, Modellbahnepoche 3/4)
Wir danken für die Erlaubnis zur Veröffentlichung und empfehlen die WebSite mit vielen Plänen: www.gleisplan.net
 

(c) Michael Hartmann   www.bahnen-wuppertal.de

Noch ein Bild aus Wt-Vohwinkel, allerdings zu anderen Bahnzeiten (212 052 der EfW anno 2008). Vom Bw ist lediglich der Rund-
schuppen als Abstellraum geblieben. Es gibt neue Bahnsteige und es fahren mittlerweile S-Bahnen.
Foto Michael Hartmann

(c) Slg. Joachim Bügel  
   www.bahnen-wuppertal.de

Für Jahre waren die mit Neubaukessel ausgestatteten Loks der Reihe 03.10 tagsüber mehrfach auf der Strecke durchs Wuppertal
 anzutreffen. Zu Hause waren sie im Bw Hagen-Eckesey, letzte Dienste wurden bis Ende September 1966 Richtung Sauerland und
 Ostwestfalen erbracht. Mit der Elektrifizierung der BME-Tallinie Köln/Düsseldorf - Dortmund/Hamm im Mai 1964 waren die Rösser
 hier allerdings schlagartig nicht mehr gefragt. Aufnahme vom 5.6.1960 im Bf. Wt-Vohwinkel.
Foto J. Willham  Slg. Joachim Bügel

Infoecke:  Bahnhof Vohwinkel/Wuppertal-Vohwinkel im Überblick

1. Bau und Lage:  Der Bahnhof liegt an der Hauptstrecke von Düsseldorf/Köln nach Hagen. Der Standort der Personenstation bei Km 109,14 bezieht sich auf die alte durchgehende BME-Kilometrierung von Aachen nach Kassel. Mit km 31,8 wird die eigenständige S-Bahntrasse zwischen Neuss und Schwelm angegeben. Km 0,0 bedeutete den Beginn der Essener Linie sowie der REG-Verbindungsbahn nach Varresbeck. Die bereits 1942 für den Personenverkehr kassierte Korkenzieherbahn von Ohligs - Solingen hatte bei km 22,5 ihren Endpunkt. Eingerichtet wurde eine erste Station am 21.5.1841, als die Strecke der Düsseldorf-Elberfelder Bahngesellschaft von Erkrath her fertig wurde. Am 1.9.1841 konnte man weiterfahren zum DEE-Endbahnhof Elberfeld-Steinbeck. Mit Bau der Linie nach Steele (Essen) wurde Vohwinkel am 1.12.1847 eine Abzweigstation. Großen Aufschwung nahm die Düsseldorfer Linie, als am 26.12.1848 die durchgehende Verbindung zur BME über Barmen und Hagen bis nach Dortmund erstellt war. Nach einem ersten kleinen Lokschuppen beim Bahnhof wurde in den nächsten Jahrzehnten  östlich sukzessive eine Betriebswerkstätte erbaut. Neue Streckenverbindungen gab es südlich nach Wald (25.11.1887, durchgehend bis Solingen 12.2.1890) sowie Varresbeck an die Rheinische Strecke (1.4.1896). Enorme Veränderungen bei den Vohwinkler Bahnanlagen folgten nach der Jahrhundertwende, als man westlich bis zur Stadtgrenze einen riesigen Verschiebebahnhof bekam und etwas östlicher ein vollkommen neuer Personenbahnhof gebaut wurde (Eröffnung 1.12.1908). Weitere wichtige Veränderungen waren ein neues Betriebswerk (ab 1907) und die Fertigstellung der viergleisigen Tallinie nach Barmen (1914). Der Bahnhofsbereich als wichtiger Knotenpunkt der Reichsbahn wurde von den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg nicht verschont. Bedeutende Veränderungen bewirkte die Elektrifizierung (Tallinie fertig) zum 29.5.1964, gleichzeitig erfolgte eine Umstellung der Stellwerkstechnik im Personenbereich mit Neubau des Fahrdienstleiterstellwerks Vpf. Für die Betriebseröffnung der S-Bahnlinie 8 (Mönchengladbach - Hagen) wurden die Bahnsteige entsprechend verändert, mit der Eröffnung der S 9 auf der Essener Linie musste für die Einfädelung dieser Linie auf die Nahverkehrsgleise im Ostbereich eine Unterführung erstellt werden.

2. Betriebliches: Vohwinkel war für viele Jahrzehnte der flächenmäßig größte Bahnhofsbereich im Wuppertal. Allerdings muss man unterscheiden zwischen Personen- und Frachtenverkehr und ebenso die Besonderheiten anderer betrieblicher Einrichtungen (speziell Bw und Bww) beachten. Im überregionalen Fernverkehr musste man die Halte stets an Elberfeld und Barmen oder Oberbarmen abgeben, während die meisten Eilzüge hier aber einen Stop einlegten. Im Nahverkehr war Vohwinkel vielfach End-/Ausgangsstation der - teilweise vertakteten - Züge durchs Tal, die östlich oft bis Schwelm oder Gevelsberg Nord durchliefen. Die Züge auf der abzweigenden Essener Linie wurden Jahrzehnte mit den Remscheider Zügen durchgebunden. Heute halten im Bahnhof werktags pro Stunde und Richtung sechs S-Banhzüge (S 8 und S 9), zwei Züge der RB 68 nach Köln/Bonn und der Regionalexpress nach Düsseldorf - Aachen. Zwei RE-Linien fahren trotz vielfacher örtlicher Proteste leider noch ohne Halt durch den Bahnhof. Der große Verschiebebahnhof (als Verteiler für die Region und Puffer für die rheinischen Bahnhöfe) wurde ab den 1970er Jahren sukzessive stillgelegt und wartet als riesige Brachfläche einer weiteren Verwendung. Bahnbetriebswerk und Betriebswagenwerk sind auch längst Geschichte. Bis heute halten konnte sich hingegen bei der DB AG die 1939 eröffnete Signalwerkstätte, südlich des ex-Rangierbahnhofes gelegen.

3. Bezeichnungen:  Vohwinkel gehörte früher zum Kreis Mettman und war bei der Zusammenlegung 1929 als Sitz des Kreises eine sog. Stadtgemeinde. Auf dem Gemeindegebiet hat es unseres Wissens immer nur einen Bahnhof gegeben. Dieser hieß nach den Unterlagen von Beginn der Bahnzeit am 21.5.1841 an “Vohwinkel”. Nach Gründung der neuen Großstadt Barmen-Elberfeld (ab Januar 1930 offiziell Wuppertal) bezeichnete die Reichsbahn die Bahnhöfe im Tal ab dem 1.8.1930 zu einem großen Teil anders. Ab da heißt man bis heute “Wuppertal-Vohwinkel”.
Die Angaben und Daten stammen aus verschiedenen Veröffentlichungen

Bf. Wt-Vohwinkel als Teil der BME-Strecke durch das Tal

Bf. Langerfeld
Bf. Elberfeld
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Bf. Oberbarmen
Bf. Steinbeck

>  Fahrtrichtung Ost-West  >

Bf. Zool. Garten
Bf. Barmen
Bf. Sonnborn
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Bf. Unterbarmen
Bf. Vohwinkel


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