Bahnen- Wuppertal.de Bahnhöfe im Portrait

Wuppertal-Langerfeld

1. Zum Einstieg
Der Bahnhof Wuppertal-Langerfeld liegt an der alten BME-Strecke von Wt-Oberbarmen nach Hagen. Er bestand früher aus dem Personenbahnhof für den Nahverkehr der Relation Wuppertal - Hagen/Gevelsberg, dem Verschiebe- und Güterbahnhof, dem Wagenabstellbahnhof sowie dem Bahnbetriebswerk. Hochinteressant war die Gleisentwicklung im westlichen Bereich, denn hier gab es ehedem zwei Gleisdreiecke(!), die in Verbindung der neuen Führung der Remscheider Strecke mit den drei Rauenthaler- und Langerfelder-Tunnelröhren (1890) beim Bau des Verschiebebahnhofs wohl um 1910 eingerichtet wurden. Mit der neuen Linienführung Remscheid/Beyenburg nach Oberbarmen (früher Rittershausen) über die neue Wupperbrücke in der Öhde (zuerst ging die Remscheider Linie vom Bockmühlberg direkt über Heckinghausen) wurde nämlich auch eine dritte Röhre vom Betriebsbahnhof Rauenthal direkt Richtung Wichlinghausen/Hattinger Strecke errichtet. Zur selben Zeit wurde zudem ein neuer Streckenast von Rittershausen/Oberbarmen nach Wichlinghausen gebaut. So war es dann möglich, die Kohlenzüge aus dem Ruhrgebiet nicht nur über die BME-Talstrecke zu führen, sondern von Wichlinghausen aus über Langerfeld direkt Richtung Remscheid zu leiten. An der westlichen Ausfahrt, an der Überführung über die BME-Hauptstrecke nach Hagen, waren nach Endausbau alle Streckenäste miteinander verknüpft, quasi in Form einer überdimensionierten Doppelkreuzungsweiche (siehe Gleisskizze).
 

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Das ist ein schöner Blick auf die alte Wagenhalle in Langerfeld. Dass hier eine Lok der BR 103 bereitsteht, war na-
türlich nicht der übliche Fall. Aber nicht nur in den letzten Einsatzjahren mussten die Renner mal Nahverkehrs-
züge ziehen. Auf ihre Fahrt wartet hier die 103 110 vor dem N 5722. Entlang der Halle verlief das Streckengleis
 von Schwelm nach Oberbarmen, am Ende der Halle war der eingleisige Bahnsteig von Langerfeld zu finden. Wir
 stehen etwa an der Mauer zum tiefer gelegenen ehemaligen Bahnbetriebswerk (Foto vom 31. Dezember 1985).
Foto Wolfgang Bügel

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Betriebsame Verhältnisse gab es anno 1970, als diese Aufnahme gemacht wurde. Da mussten sogar noch Dampf-
loks ran, um den Verkehr zu bewältigen. Vom Bw Vohwinkel ist an diesem Tag die 052 625 durchs ganze Tal zum
Einsatz gefahren. Bald aber ist auch dieser Zauber vorbei und die Dieselloks übernehmen das Kommando. Im Bw
 Wt-Vohwinkel waren noch bis zum Traktionsende im Herbst 1972 Dampfrösser der Reihen 50 und 94.5 stationiert.
Foto VOBA

2. Das legendäre Bahnbetriebswerk
Über das
Bahnbetriebswerk Wt-Langerfeld gibt es eine eigene Seite. Dieses Depot prägte im Vergleich zum bescheidenen eingleisigen Personenbahnhof jahrzehntelang die Langerfelder Bahnanlagen entscheidend mit und ist somit unmittelbar mit den Bahnhofsanlagen verknüpft. Manche Anwohner haben sich sicher oft über die nicht geringe Rauchbelästigung geärgert. Das Werk wurde bis 1910 in Zusammenhang der Umgestaltung der Langerfelder Anlagen östlich der Kohlenstraße erbaut und war der unmittelbare Nachfolger der in Oberbarmen (damals Barmen-Rittershausen) befindlichen Betriebswerkstätte, deren Ausbau wegen der Platzenge nicht möglich war. Das neue Depot entstand aus Wuppertaler Sicht quasi im Ausland, denn bis zur Eingemeindung nach Barmen 1922 lag Langerfeld in Westfalen. Aber alles gehörte ja zur Direktion Elberfeld und insgesamt war es wohl eine weise Voraussicht. Im Areal entstanden zwei große Halbrundschuppen, die sich Richtung Norden öffneten. Südlich vorbei verlief die Hauptstrecke nach Hagen. Jenseits der Drehscheiben waren die Versorgungsanlagen unterhalb der Mauer zum höher gelegenen Bahnhofsteil eingerichtet. Das Werk hatte mit der Lokbespannung vorwiegend regionale Aufgaben für die ab Oberbarmen bzw. Langerfeld eingesetzten Züge. Ebenso mussten viele Rangiermaschinen gestellt werden. Nach dem Krieg wurde der teilweise zerstörte westliche Schuppen bis auf zwei intakte Stände abgerissen, hier mussten die Loks auf den Freiständen ihre Ruhepausen einlegen. Mit Aufnahme des elektrischen Betriebes von Köln und Düsseldorf nach Hagen - Hamm/Dortmund zum 29. Mai 1964 wurde das Bw überflüssig und unmittelbar aufgelöst. Einige Jahre waren noch Loks abgestellt. Spätestens mit dem Bau der S 8 (Eröffnung Mai 1988) wurden Teile des Areals benötigt und der gesamte Bereich angeschüttet. Unmittelbar am südlichen Eingang zum Tunnel der Kohlenstraße waren noch Mauerreste des Lokschuppens entdecken.  

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Eine Szene vom alten Personenbahnhof, wie sie sich den hier einsteigenden Reisenden in alten Zeiten bot. Der
 Blick geht in Richtung Schwelm, wo die 110 201-1 mit ihrem N 5426 vor kurzer Zeit abgefahren ist. Für die Lok ist
 das mit den wenigen Waggons natürlich kein Problem. Links sehen wir die Gleise vom Containerbahnhof (12/1985).
Foto Wolfgang Bügel

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Wir erfahren einen bescheidenen Alltag im früher umfangreichen Bereich der Zugstellung. Aus Oberbarmen ist
die 110 376-1 in das Gleis eingefahren und wartet auf die Rückkehr ins Tal. Diese Aktion ist notwendig, weil die
 Regionalbahn aus Köln in Oberbarmen auf Gleis 4 einläuft, die Abfahrt aber von Gleis 1 aus erfolgt. Aus Sicher-
heitsgründen kann der Zug nicht im Gleisvorfeld am Höfen wenden, sondern muss den Abstellbereich in Langer-
feld unnötig ansteuern (Juni 2004). Mittlerweile ist das Motiv aber auch überholt, die RB wendet nun in Elberfeld.
Foto VOBA

Z-EB-X-Bw-Langerfeld-Schuppenwand-hk-KLEIN-456-531 (c) Roland Siebert   www.bahnen-wuppertal.de

Links: Das sind Reste vom alten Lokschuppen, der beim Bw-Eingang direkt an der Kohlenstraße stand. Von den Loks konnte man
 aus dieser Perspektive nichts sehen (um 1978). Rechts: Wir stehen am alten Bahnsteig von Langerfeld und bewundern die 139
 164 (früher E 40.11) vom Bw Hagen-Eckesey. Viele Nahverkehszüge Wuppertal - Hagen nahmen den Weg über diesen Bahnhof.
Foto links Bernd Kleinschmidt   Foto rechts Roland Siebert

3. Das vielseitige Bahnhofsareal
Neben dem eingleisigen Personenbahnsteig, der übrigens erst 1948 eingerichtet wurde, verfügte das zum Bahnbetriebswerk höher liegende Bahnhofsareal über etliche Wagenabstellgleise sowie eine zweigleisige Wagenhalle, an dem der Personenbahnsteig südlich direkt lag. Diese Einrichtungen dienten in erster Linie den Wagen bzw. Zuggarnituren, die von Oberbarmen aus eingesetzt wurden. Nördlich vom Abstellbahnhof gab es einige Verschiebegleise für den Frachtenverkehr sowie an der Jesinghauser Straße eine Güterverladung. Die vornehmlich ab den 1970er Jahren einsetzenden Rückbaumaßnahmen bei der DB haben auch beim Langerfelder Netz keine Ausnahme gemacht, gingen aber einher mit unterschiedlichen, nicht nur negativen Umgestaltungen der Gleisanlagen. Ende der 1960er Jahre bekam der Gütertrakt ein erstes Containerterminal (Eröffnung 10. Juli 1969) , dem einige Jahre später ein zweiter Kran folgte. Zum damaligen Zeitpunkt war der Containerbahnhof mit seiner äußerst günstigen Anbindung an die Autobahn A 1 und dem relativ großen Einzugsgebiet zwischen dem Bergisch-Märkischen Raum und dem südlichen Ruhrgebiet eine wichtige Verladestation im Konzept der DB. Der normale Güterverkehr wurde später wie in anderen Wuppertaler Bahnhöfen vollständig aufgegeben. Einige Übergabezüge berühren aber noch planmäßig den Bereich. Im Zuge der grundsätzlichen Problematik beim Güterverkehr der Bahn haben für die Containerverladung in Langerfeld offenbar wieder rosigere Zeiten angefangen. Im Jahre 2005 wurde der Containerbf. in Hagen (auf der Fläche vom ex Bw Hagen Gbf.) aufgegeben und die Aufgaben nach Langerfeld verlagert.

(c) Helmut Winzer   www.bahnen-wuppertal.de

Das ist der alte Güterschuppen an der
 Jesinghauser Straße (wo heute der
 Containerbahnhof ist), den die meisten
 Ortskundigen wohl mehr vom Vorbei-
fahren als von der Funktion in ihrer
 Erinnerung haben. Der BME-Stil des
 tollen bahnbezogenen Gebäudes ist
 unübersehbar. Das Ensemble wurde
 beim großen Umbau der Langerfelder
 Bahnanlagen im Jahre 1911 errichtet.
 Das Bild datiert vom 2. Februar 1978.
Foto Helmut Winzer

Zwei Fotos vom Bau der neuen Brücke
an der Kohlenstraße bzw. vom Bahn-
steigzugang. Die Aufnahmen müssten
im Sommer 1987 entstanden sein. Auf
 der Aufnahme oben geht der Blick in
 südlicher Richtung zu den Häusern an
 der Kohlenstraße im Hintergrund. Wäh-
rend der Bauzeit wurde eine Behelfs-
brücke über die Strecke gebaut. Beim
Bild unten sehenwir auf die Straßen-
brücke, etwa diagonal zur obigen An-
sicht. Im Vordergrund verläuft die alte
 BME-Ferntrasse. Hier fährt heute die
 S-Bahn, nachdem die Gleise zwischen
 Nahverkehr und Fernverkehr in ihrer
Lage zueinander vertauscht wurden.
 Das war ja notwendig, da im gesamten
 Talbereich die Trasse für dem Nahver-
kehr immer südlich von den anderen
 Gleisen liegt. Die Ferngleise sind also
 nach dem Umbau nordwärts unter den
 rechten Brückenteil verschwenkt wor-
den und haben dem ex-Bw Langerfeld
 etwas von dessen Fläche abgenommen.
Fotos Paul Westhoff  Sammlung VOBA

(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

4. Die S-Bahnstation und derzeitiger Stand
Im Verhältnis zu den Umbauten im Frachtensektor erfuhr der Personenbahnhof eine vollständige Umgestaltung der Gleisanlagen. Dies führte in Folge zu einer enormen Aufwertung des Personenzugangebotes. Denn seit Mai 1988 gibt es in Langerfeld eine neue Station, die durch die damals frisch eingeführte S-Bahnlinie S 8 (Mönchengladbach - Hagen) angefahren wird. Hierzu wurde zwischen Oberbarmen und Schwelm zu den beiden Ferngleisen parallel eine neue zweigleisige Trasse für den S-Bahnverkehr verlegt. Da die S-Bahn im Wuppertal südlich der Fernbahn verläuft, hatte dies zur Konsequenz, dass die Gleise für den Nahverkehr im Langerfelder Raum auf die ehemalige Ferntrasse verlegt wurden, die ihrerseits etwas nördlich verschwenkt zu liegen kam. Dazu konnte man u.a. einen Teil des ehemaligen Betriebswerkes nutzen. Die neue Station hat nun zwei Zugänge, zum einen von der Kohlenstraße aus, zum anderen über die Spitzenstraße. An normalen Werktagen wird im 20-Minutentakt gefahren, an den Wochenenden kann man pro Richtung alle 30 Minuten in Langerfeld in den Zug einsteigen. Der Ortsteil hat also einen guten Anschluss.

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

In frischem Glanz präsentiert sich die neue Station in Langerfeld bei der Eröffnung der S-Bahnlinie S 8 am 31. Mai
1988. Im Bild die 111 177-2 mit einem gebührendem Emblem. Der Zug fährt unter der Brücke an der Kohlenstraße
 durch, wo sich der östliche Zugang befindet. Am Ende des Zuges lag früher linker Hand das Bahnbetriebswerk.
Foto VOBA

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Die Lichtverhältnisse in der neuen Langerfelder S-Bahnstation sind für Fotografen nicht besonders günstig, denn
der Halt liegt in einer füllig bewachsenen Böschung. So kann man nur zu bestimmten Stunden einigermaßen aus-
geleuchtete Fotos machen. Das Bild vermittelt den Alltag im Osten der Stadt: Eine S-Bahn der Linie S 8 fährt mit
der 143 615-3 vorbei, diesmal ist es ein “Schieber” Richtung Hagen. Links im Dunkeln die Ferngleise (Mai 2005).
Foto VOBA

Gleisschema Bereich Bahnhof Wuppertal-Langerfeld und Umgebung
(Zustand ca. 1960, Modellbahnepoche 3)
Vbf = Verschiebebereich mit Güterverladung, Bw = Bahnbetriebswerk, Pbf = Personen- und Abstellbahnhof, Bbf = Betriebsbahnhof
Grafik Frank Pötter
Rechte Anschlusskarte Schwelm/Gevelsberg auf der Regionen-Seite “Richtung Schwelm - Hagen”
 

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Eine interessante und wehmütige Übersichtsszene von der Wagenhalle mit dem Personengleis davor. Während die
103 110 auf den Einsatz wartet, fährt die 110 440 gerade mit dem E 3690 aus Richtung Hagen “aus dem Bahnhof
 heraus”, präziser: der Zug fährt auf dem einzigen Gleis des Personenbahnhofs an der Halle vorbei (Bahnsteig hinter
dem letzten Waggon). Gut zu sehen ist hier die Stützmauer zum ex-Bw, wo noch einige Gleise liegen (31.12.1985).
Foto Wolfgang Bügel

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Ein Blick in die zweigleisige alte Wagenhalle, die aus der Ferne in der Breite eigentlich größer erscheint. Es gibt Tore
 zum Verschließen des Gebäudes, deren maroder Zustand aber auf nurmehr wenige Benutzung hinweist. Das Ensem-
ble wäre bestimmt ein dankbares Objekt für die Modellbahner, zumal rechts direkt das Gleis zum Personenbahnsteig
 vorbeiläuft und dies eine recht seltsame Situation darstellt (111 125 am 15.11.1987). Laut einiger Hinweise soll die
 Halle ganz früher eine Bahnhofsfunktion innegehabt haben. Vielleicht kann ein User hierzu nähere Angaben machen.
Foto VOBA

(c) Joachim Biemann   www.bahnen-wuppertal.de

Jetzt sind wir an das andere Ende der alten Halle gewandert und können vom Personenbahnsteig aus dieses Motiv
 anfertigen. Auch hier erstaunt zunächst die relativ geringe Breite des Baus. Von der großen Länge der Halle lässt
man sich halt ein bisschen ob der tatsächlichen Ausmaße täuschen. Rechts liegen die Wagenabstellgleise. Zum
 Zeitpunkt der Aufnahme am 30.4.1978 waren die sog. Silberlinge-Nahverkehrswagen noch voll im täglichen Einsatz.
Foto Joachim Biemann

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Es gibt auch richtige Wintertage im Wuppertal, so dass man eine solch schöne Aufnahme machen kann. Die Szene
wirkt fast so wie im Voralpenland, wo ein Zug den Berganstieg geschafft hat. Anstieg ja, aber nur aus dem Tal der
 Wupper “herauf” zum Ortsteil Langerfeld. Im Bild die 111 123 und 110 342 mit einem Eilzug bei der Einfahrt in den Bf.
 Langerfeld. Über dem ersten Wagen erkennen wir das Stellwerk Lf am Abzweig nach Wichlinghausen (Januar 1982).
Foto Wolfgang Bügel

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Wir sind an der Verknüpfung von Güterbahnhof und Wichlinghauser Streckenast oberhalb des Sportplatzes Grund-
straße. Nicht zu übersehen ist die Tatsache, dass das Stellwerk an der Verzweigung noch steht. Der Museums-
zug aus Bochum mit der ELNA 146 und Walsum 5 ist gekommen und schiebt den Zug in den Langerfelder Bahnhof
 (Dsts 80405 am 18.6.76). Links führt das Gleis nach Wichlinghausen bzw. zur Hattinger Linie. Im Vergleich zu den
 abgestellten Wagen im Hintergrund kann man gut die starke Krümmung vom Gleis ausmachen. Hier gab es mit der
 speziellen Verbindung Langerfeld Abstbf./Wichlinghausen (Gleis verläuft hinter den Waggons) ein Gleisdreieck!.
Foto Wolfgang Bügel

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Hier ein Blick vom großzügigen Sport-
platz Grundstraße auf das interessante
 Stellwerk im Langerfelder Bahnhof am Ab-
zweig nach Wichlinghausen. Das Motiv
ist allerdings kein richtiges Eisenbahn-
foto, sondern ein “Live-Mitschnitt” von
 einem Sportfest des Carl-Duisberg-Gym-
nasiums im September 1968. Da neben
 dem Fußballfeld hier auch Laufbahnen
 und Sandgruben für die Leichtathletik
 waren, musste der Kampfplatz damals
 für manche Sportstunden herhalten. So
 tigerte man von der Schule dann öfter
 vormittags per Fuß dorthin oder man
nahm schon mal die Straßenbahn. Die
 in der Klasse vorhandenen Bahnfans ris-
kierten natürlich oft einen Blick auf die
 Bahnanlagen, wenn der ETA aus Hattin-
gen oder Leerfahrten vorbeikamen. Das
Stellwerk hat die Bezeichnung “Lf”, was
für “Langerfeld Fahrdienstleiter” steht.
Foto VOBA

Infolge der historischen Rarität nehmen wir die mäßige Qualität
des Bildes sicherlich gerne in Kauf. Über 75 Jahre ist das her und
 war auch nur einmal im Tal zu sehen: am 26. Juni 1931 kommt
der berühmte Kruckenbergsche Schienenzeppelin nach Wupper-
tal und muss dabei natürlich auch durch das Langerfelder Gebiet.
Im Bild durchfährt der außergewöhnliche Triebwagen mit Pro-
pellerantrieb den Bereich an der Clausewitzstraße. Das markan-
te Gebäude linker Hand müsste nach unseren Recherchen die
 viergleisige Ausbesserungshalle im Bw-Bereich sein (östlich vom
 zweiten Rundschuppen). Das Gefährt hatte bei der Bahn keine
 richtige Zukunft, nicht zuletzt wegen der gefährlichn Sog- und
 Wirbelwirkung des Propellers beim Durchfahren der Stationen.
Das Gefährt war hingegen ein gewisser Meilenstein in der Ent-
wicklung schnellfahrender Züge und kann als ein Vorläufer für
die bald gebauten Diesel-Schnelltriebwagen der DRG gelten.
Foto E. Schollasch

(c) E. Schollasch   www.bahnen-wuppertal.de
(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Das ist der westliche Einfahrtbereich zum Bahnofsareal Langerfeld an der Spitzenstraße. An dieser Stelle waren
früher alle Streckenäste miteinander verknüpft (siehe Skizze). Der Triebwagen 425 535 kommt aus Oberbarmen
“herauf” und wird beim Containerkran für einige Minuten eine Wendezeit einlegen. Dann geht es wieder zurück
zum Einsatz auf der Regionalbahn von Wuppertal-Oberbarmen nach Bonn-Mehlem (Aufnahme vom Sommer 2004).
Foto VOBA

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Im Containerbahnhof - hier ein Überblick mit mit den beiden Kränen - rangiert die 290 161 und stelt einen Zug des
 kombinierten Ladungsverkehrs zusammen. Es handelt sich um die erste Maschine in so genannter neuroter Farbe,
 die im Containerbf. Langerfeld eingesetzt wurde. Es ist der 22. April 1988, wo es noch viel Betrieb gab. Die Kom-
position beweist, dass die bei den Modellbahnern oft belächelten “bunten” Züge durchaus realistisch sein können.
Foto Zeno Pillmann

(c) Helmut Bittner   www.bahnen-wuppertal.de

Nun drei tolle historische Aufnahmen, sozusagen als Einrahmung des gesamten Bahnhofsgeländes von Langerfeld.
Auf der Aufnahme oben stehen wir an der Überführung der Strecke Richtung Oberbarmen und zum Langerfelder
 Tunnel Richtung Rauental über die Fernstrecke. Diese Situation hatte an sich Bestand bis zu den Umbauten für die
 S-Bahn in den 1980er Jahren, wenn man auch einen solch freien Blick nach der Elektrifizierung nicht mehr hatte.
Im Bild sehen wir die 01 063 (Bw Hamm P) mit dem schweren E 534 von Braunschweig nach Aachen, und zwar am
10. April 1960. Beachtenswert sind die neuen Gleise mit Betonschwellen. Vielleicht wurden sie bereits wegen der
nahenden Elektrifizierung ausgetauscht und etwas niedriger gelegt. Rechts im Hintergrund grüßen uns die Häuser
an der Straße Dorfwiese. Ganz links erspähen wir einen Schornstein vom großen Wuppertaler Bahnbetriebswerk.
Foto Helmut Bittner

(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Nun ein interessantes Foto außerhalb des engen Bahnhofsbereiches von Langerfeld, wo es auf der Strecke nach
 Schwelm ins “westfälische Territorium” übergeht. Uns begegnet der bei Eisenbahnfans mittlerweils legendäre “Holz-
mindener” auf weiter Fahrt an die Weser. Dieser Zug fuhr am Samstagmittag auch im Sommer 1965 noch mit einer
Lok der BR 03.10 durch das Tal, obwohl die Strecke ja bereits seit Mai 1964 elektrisch betrieben wurde (die Züge
 wurden an sich in Hagen umgespannt). An diesem Wochenende darf die 03 1082 noch einmal auf die altbekannte
Wupper-Strecke, was bis 1964 schließlich eines ihrer Haupteinsatzgebiete war. Im Hintergrund erkennen wir die
relativ neue Autobahnbrücke der A 1 (1959), dahinter ganz schwach im Dunst die Langerfelder Bahnanlagen.
Foto Helmut Dahlhaus

(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Hier stehen wir diagonal zum obigen 03.10-Foto am Schienenstrang und bewundern den Eröffnungszug zur Elek-
trifizierung für die Ruhr-Sieg-Strecke, der am 14.5.1965 bei der Rückfahrt auch durch Wuppertal kam. Schlißslich
 mussten in Elberfeld einige Honoratioren von der Direktion abgesetzt werden. Die Rheingoldlok E 10 1312 und die
 schmucke Wagengarnitur bildeten damals das Top-Angebot der Bundesbahn. Für Historiker sehr interessant ist das
ganz vordere, etwas tiefer liegende Gleis. Denn das führte eingleisig aus dem Langerfelder Bahnhof heraus auf den
sog. “13-Bogen-Viadukt”, der von hier über die Talachse hinweg zur Rheinischen Strecke bei Schwelm-Loh ging.
Der Betrieb über den Viadukt müsste nach unseren Recherchen Mitte der 1960er Jahre aufgegeben worden sein.
 Diese Brücke stand noch bis in die 1980er Jahre als stummes Denkmal der vielfältigen Bahnwelt in dieser Region.
Ein Bild von dieser Brücke und einige Infos dazu finden Sie auf der
Regionen-Seite “Richtung Schwelm - Hagen”.
Foto Helmut Dahlhaus

Bei einer Überführungsfahrt von Neustrelitz nach Worms machte die neue 221 122 der EfW-Verkehrsgesellschaft
 einen Stopp im Containerbahnhof Langerfeld. Im Schlepp hatte die Maschine drei Indusi-Messtriebwagen. Eine
 fotogene Kombination mit der formschönen und beliebten Diesellok. Für die Modellbahner ist das ein tolles Vorbild,
abseits der normalen Zugbildungen. Ein Fotofan war am 23. September 2003 zur rechten Zeit am rechten Ort.
Foto Karl Arne Richter

Die im Bw Wuppertal-Vohwinkel stationierten Rangierloks der Baureihe 94.5 waren in den letzten Betriebsjahren
 üblicherweise am Ablaufberg im Rangierbahnhof von Vohwinkel eingesetzt. Einzelne Dienste führten sie zuweilen zu
 anderen Einsatzorten im Tal. Eine solche “weite” Fahrt unternahm die 094 651-7 am 5. Juni 1970, als sie im Bahnhof
 von Langerfeld Rangieraufgaben zu erfüllen hatte, hier beim Verschub der flachen LKW-Waggons. Im Hintergrund
vor dem alten Erster Klasse-Eilzugwaggon ist das Bahnhofsschild am eingleisigen Bahnsteig zu erkennen. Dahinter,
quasi aus den Tiefen der Dampflokzeit, erinnert der Schornstein an die faszinierenden Zeiten vom Bw Langerfeld.
Foto Ulrich Budde

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Etwas kümmerlich wirkt die ganze Szene schon, was den direkten Personenbereich der Langerfelder Station früher
 betraf. Mit nur einem Bahnsteiggleis für beide Richtungen war hier mehr ein Haltepunkt, denn ein “Bahnhof”. Doch
diesen Status machten die zahlreichen Abstellgleise für die Personenwagen und die Gütergleise aus. Die 110 450
hat natürlich auch schon bessere Zeiten gesehen und muss sich mit einem Nahrverkehrszug aus den seiner Zeit
 allgegenwärtigen Nahverkehrswagen begnügen. Linker Hand liegt die alte Wagenhalle (Fachwerkkonstruktion aus
Stahlträgern und Mauerwerk), in der bis zum Schluss einige Waggons für die Fahrt gewartet wurden (12/1985).
Foto Wolfgang Bügel

(c) Roland Siebert   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Die Loks der Reihe V 60 und später die
 290er lösten die Dampfloks im Rangier-
betrieb auf den Wuppertaler Bahnhöfen
ab. Hier sehen wir die 260 596-2 beim
 Verschub eines so genannten “Silber-
lings”. Die damals rote Diesellok 260
596 war auch oft im Bahnhofsbereich
von Wt-Oberbarmen anzutreffen (das
Bild ist von Mitte der 1970er Jahre).
Von den Baureihen 260/261 - bis 1968
V 60 - wurden ab 1955 insgesamt 941
 Exemplare geliefert. Einige Maschinen
sind heute bei Privatbahnen im Einsatz.
Foto Roland Siebert

Wir stehen an der westlichen Ausfahrt
vom Bahnhofsbereich Langerfeld am
 “Kreuz”,wo uns die 110 160-9 mit einem
 Zug des kombinierten Ladungsverkehrs
 begegnet. Links neben dem Gleis Rich-
tung Wichlinghausen wird im Zuge des
 S-Bahnbaus eine Stützmauer errichtet.
 Ganz rechts im Hintergrund jenseits der
 abgestellten Baufahrzeuge ist die alte
 Wagenhalle erkennbar (4. Juli 1985).
Foto Wilfried Sieberg

(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Mal wieder typisches Wuppertaler Wetter sagte man früher oft ob der zahlreichen Regenschauern im Tal. Jeder,
der hier länger wohnt, kann sich selbst einmal fragen, ob sich daran was geändert hat. Wenn im Mai 1972 eine
 P 8 durch Langerfeld dampft, kann es sich nur um eine Sonderfahrt handeln. Der 38 2383 wird es egal gewesen
 sein, wen oder was sie befördern muss. Um diese Zeit herum gab es übrigens noch einige 38er im Planeinsatz in
der Schwarzwaldregion. Wir stehen “am Kreuz” im Westen von Langerfeld, wo sich alle Streckenäste bündeln.
Foto Helmut Dahlhaus

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Auf der östlichen Seite des Containerbahnhofs ergibt sich diese Perspektive der 290 161. Rechts im Hintergrund
die Gleise vom Rangierbahnhof und dainter - etwas tiefer - die Streckengleise nach Schwelm. Wer die Kräne auf
den diversen Aufnahmen vergleicht, wird feststellen können, dass sie aus unterschiedlichen Baujahren stammen
 (Bild ist vom April 1988). Die Baureihe V 90 (ab 1968: 290 ff.) war und ist auf vielen Frachtenbahnhöfen heimisch.
Foto Zeno Pillmann

(c) Joachim Biemann   www.bahnen-wuppertal.de

Zwei Fotos vom alten Betriebswerk dürfen nicht fehlen, denn das Werk war zwar vom eigentlichen Bahnhofsbereich
 getrennt, aber unmittelbarer Bestandteil der Langerfelder Bahnanlagen und lag direkt neben den Bahnhofsgleisen.
 Durch die beiden Fotos wird die Lage von Bw, Strecke und Bahnhof zueinander gut deutlich (Fotos vom April 1978).
Oben ein Bllick von Osten auf einen Teil des damals noch vorhandenen Lokschuppens. Der zweite Schuppen (bzw.
der Rest) lag dahinter. In Bildmitte kann man aufgrund der Seitenwände die unterschiedlichen Bauformen der Schu-
ppen ausmachen. Das Gleis rechts war das Umfahrungsgleis zur Bekohlungsanlage, die nach den kreuzenden Glei-
sen an der Mauer lag. Oben im Bahnhofsbereich stehen offene Güterwaggons. Rechts vom ersten Wagen lugt die
Wagenhalle hervor. Am anderen Ende des Zuges sehen wir das Stellwerk “Lf” am Wichlinghauser Abzweig. Unten
 stehen wir hinter dem oben sichtbaren, östlichen Lokschuppen, der hier unmittelbar an die Fernstrecke von Wt-
Oberbarmen nach Hagen stößt (im Hintergrund sehen wir Teile der Langerfelder Talbrücke der Autobahn A 1).
Der andere Schuppen hatte zur Strecke hin eine gleiche Lage. Bei einer Vorbeifahrt im Zug konnten die Bahnfans
somit vom Bw-Treiben so gut wie gar nichts mitbekommen. Zerborstene Scheiben und kleine Büsche auf dem Dach
 künden vom Abgesang des Rundbauwerks. Auf der Trasse der Fernbahn fahren seit 1988 die S-Bahnzüge zwischen
 Schwelm und Oberbarmen. Das neu verlegte Ferngleispaar liegt etwa genau in dem Bereich, wo wir jetzt stehen.
Fotos (2) Joachim Biemann

Mehr vom Langerfeld-Areal auf der Seite über das Bw Langerfeld

(c) Joachim Biemann   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Alt und neu vereint zusammen, so könnte man das Bild bezeichnen. Die 143 044 (mit einer Leergarnitur für die
 S 8) verkörpert den modernen S-Bahnverkehr in unseren Landen, auch wenn die Farbgebung der Züge schon
 überholt ist. Die 042 360 ist eine beliebte Museumslok und hat mittlerweile viele Strecken befahren, wo sie früher
 nie eingesetzt war. Als schnellfahrende Güterzuglok mit Ölhauptfeuerung war sie früher vornehmlich in nord- und
 westdeutschen Gefilden zu finden, fast bis zum Ende der DB-Dampfzeit (Foto 26. Mai 1996). Rechts von der 41er
 spitzt der zweite, östlicher gelegene Containerkran hervor. Die Dampflok steht hier zum Wasserfassen, aber leider
nicht am alten Kran, denn das Bw wenige Meter weiter südlich ist schon mehr als drei Jahrzehnte geschlossen.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

Ein weiter Blick auf die Gleise am Containerbahnhof, die ab und zu zum Wenden von Sonderzügen genutzt wurden.
 Bekannterweise machten das die in Oberbarmen ankommenden/abfahrenden Regionalbahnen für lange Zeit. Im Bild
ein “Intercity” mit der 215 217 und einer anderen 215 am Zugende. Dass es sich natürlich um keinen Fernzug der
DB, sondern um eine Extraleistung handelt, dürfte wohl klar sein (28.8.1983). Links neben dem Zug steht eine 212.
Foto Zeno Pillmann

(c) Slg. Joachim Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Eine sehr lange Garnitur umfasst an diesem Tag anno 1933 der E 112, der sich vom Abstellbahnhof in Wt-Langer-
feld auf seinen Weg nach Koblenz aufmacht. Zuglok ist die 03 045 vom Bw Köln Bbf, die Unterstützung von der 38
2655 bekommt. Rechts am H-Schild geht es übrigens zu den Anlagen vom Bw Langerfeld, die etwas tiefer liegen im
 Vergleich zu den Bahnhofsgleisen. Links neben der im klassischen Reichsbahn-Outfit gehaltenen P 8 (große Lampen,
 kleine Windleitbleche, Kastentender) liegt das Gleis der Verbindungsbahn zum Bahnhof Wichlinghausen. Das driftet
hier in einem großen Bogen oberhalb des (späteren) Sportplatzes an der Grundstraße ab, soeben erkennbar links
vom Schornstein der 03. Wegen der eng liegenden Gleise gibt es Signalausleger. Ganz rechts hinter dem wahnsin-
nigen Telegrafenmast kann man die an dieser Stelle überquerte BME-Hauptbahnstrecke nach Hagen erspähen.
Foto Carl Bellingrodt Sammlung Joachim Bügel

(c) Ralf Händeler   www.bahnen-wuppertal.de

In Wuppertal-Langerfeld gibt es auch heute noch eine (der wenigen) Abstellmöglichkeiten für Zuggarnituren. Sozusagen in Fort-
führung des alten Wagennabstellbahnhofs. Hier erwischen wir am 29. September 2013 zwei Einheiten vom Triebwagen 628/928.
Foto Ralf Händeler

Gleisplanskizze Bahnhof Wuppertal-Langerfeld
(Zustand ca. 1970, Modellbahnepoche 3/4)
> Der Personenbahnsteig befindet sich rechts neben der Wagenhalle an Gleis 2, Zugang vom Tunnel Kohlenstraße <

Wir danken für die Erlaubnis zur Veröffentlichung und empfehlen die WebSite mit vielen Plänen: www.gleisplan.net
 

Infoecke: Bahnhof Langerfeld (Westf.)/Wuppertal-Langerfeld im Überblick

1. Bau und Lage: Der Bahnhof liegt an der Hauptstrecke von Düsseldorf/Köln nach Hagen. Der Standort der alten Personenstation bei Km 2,20 bezieht sich auf die eigentliche Güter-Verbindungsbahn von Barmen-Rittershausen/ Wt-Oberbarmen nach Schwelm. Die neue Personenstation bei Km 45,2 orientiert sich an der S-Bahnverbindung von Neuss nach Schwelm (eigene Nahverkehrsgleise). Einen Personenbahnhof an der alten BME-Fernbahn hat es nie gegeben. Mit Eröffnung der ersten BME-Strecke Elberfeld - Dortmund anno 1848 und und auch mit der Verbindungsstrecke Rittershausen bzw. Rauenthal - Wichlinghausen wurde Langerfeld für Jahrzehnte quasi links liegen gelassen. Erst bis 1910 wurden hier ein Verschiebe- bzw. Güterbahnhof und Wagenabstellanlagen (sowie das Bw) angelegt, was auch eine Entlastung der Rittershauser/Oberbarmer Anlagen war. Nach unseren Unterlagen wurde die Personenstation neben der alten Wagenhalle erst 1948 angelegt, ziemlich primitiv mit nur einem Gleis und unbequemen Zugang durch den Straßentunnel. Ein erstes Container-Terminal wurde am 10.7.1969 eingeweiht, ein zweites folgte zum 19.3.1980. Die anderen Güterleistungen wurden wie überall im Tal sukzessive abgebaut. Im Mai 1988 bekam Langerfeld endlich eine gebührende S-Bahnstation, parallel der Ferngleise. Die Umstrukturierungen im Regional- und besonders S-Bahnverkehr seit Ende der 1980er Jahre machten die Abstellanlagen für die Züge bald auch überflüssig. Heute werden bis auf den Containerbereich nur einige Gleise zeitweise genutzt. Das Bw war nach Elektrifizierung der Talstrecke bereits Anfang Juni 1964 aufgegeben worden.

2. Betriebliches: Personenmäßig war und ist Langerfeld immer ein Bahnhalt für den Nahverkehr gewesen. Vor der S-Bahnzeit war man an etliche regionale Züge nach Hagen oder Gevelsberg Nord angebunden, die den Schlenker über diese Station nahmen. Allerdings erbrachte der Wagenabstellbahnhof sehr wichtige Zugbildungsaufgaben, vor allem für in Rittershausen/Oberbarmen beginnden Züge westwärts durchs Tal. Der Verschiebebahnhof hatte einst eine bedeutende Pufferfunktion, da durch die spezielle Gleisentwicklung die Güterzüge aus Richtung Remscheid, von der BME-Talstrecke, aus Richtung Hattingen - Wichlunghausen sowie aus Hagen - Schwelm den Bahnhof direkt anlaufen konnten. Der Containerbahnhof hat (mit zeitweiligen Höhen und Tiefen) bis in die heutige DB AG-Zeit eine wichtige Funktion zu erfüllen, nicht zuletzt wegen seiner perfekten Anbindung zur Autobahn gleich nebenan.

3. Bezeichnungen: Langerfeld war bis 1922 eine eigenständige Gemeinde in der Provinz Westfalen. Die ersten Bezeichnungen nach 1910 weisen den (Güter-)Bahnhof dann auch entsprechend mit diesem Zusatz aus - wie das bei vielen “Grenzorten” damals üblich war. Nach Eingemeindung in die rheinische Nachbarstadt bekam man für wenige Jahre den Namen “Barmen-Langerfeld”. Nach Umzeichnungaktionen der Reichsbahn zum 1.8.1930 besitzen alle Bahnhofsteile die Kennung als “Wuppertal-Langerfeld”.
Die Angaben und Daten stammen aus verschiedenen Veröffentlichungen

Bf. Wt-Langerfeld als Teil der BME-Strecke durch das Tal

Bf. Langerfeld
Bf. Elberfeld
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Bf. Oberbarmen
Bf. Steinbeck

> Fahrtrichtung Ost-West  >

Bf. Zool. Garten
Bf. Barmen
Bf. Sonnborn
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Bf. Unterbarmen
Bf. Vohwinkel


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