Bahnen- Wuppertal.de Bahnhöfe im Portrait

Wuppertal-Mirke

Ein Bahnhof im Elberfelder Norden: Der Bahnhof Mirke wurde mit Streckeneröffnung zum 15. September 1879 als wichtigste REG-Station in Elberfeld in Betrieb genommen. Nach den Vorstellungen der Verantwortlichen sollte hier ein Konkurrenzbahnhof zum Halt der BME-Tallinie am Döppersberg entstehen. Das repräsentative Empfangsgebäude sollte ien großes Hotel enthalten mit schönsten Ausblicken auf die Stadt. Schon beim aufwändigen Trassenbau, speziell im Wuppertal mit den vielen Brücken und Tunnelwerken, traten aber bereits erhebliche finanzielle Probleme auf, so dass man an den Hochbauten dann stark sparte. Letztlich wurde das Empfangsgebäude im bergischen Stil mit Fachwerk und Schieferverkleidung errichtet, zwar in gewisser Weise auch beeindruckend, aber mit verschiedenen Teilen mehr so verwinkelt - und eben im Vergleich zum BME-Gebäude doch eher bescheiden. Die Elberfelder Nordstadt war damals nur wenig bebaut, erhielt aber durch die Bahn einen großen Aufschwung. Besonders sind die Gewerbebetriebe zu nennen, die sich nahe beim Bahnhof ansiedelten und gute Kunden wurden. Entsprechend wurde die Station mit Rangiergleisen vergrößert. Mirke erhielt wohl von Anfang an auch eine Lokstation, die später zur Betriebswerkstätte ausgebaut wurde und “aus der Mitte heraus” für die Bespannung etlicher Züge verantwortlich war. Fahrpläne belegen, dass aber hier auch Züge eingesetzt wurden, meist über Wichlinghausen hinaus auf die Hattinger Strecke. Personenzugmäßig war man bis auf die erste Zeit (da gab es sogar einen “Schnellzug” zwischen Dortmund und über Düsseldorf nach Frankfurt!) immer in den regionalen Bahnverkehr eingebunden, der wichtige Fernverkehr lief halt stets über die Tallinie.
                   

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

 Eine Szene im Bahnhof, wie sie wohl unzählige Male in den Jahren des Betriebes auf der Rheinischen Strecke anzu-
treffen war. Während das Vordach am Hausbahnsteig bereits das Zeitliche gesegnet hat, ist das Dach am Zwischen-
bahnsteig Mitte der 1980er Jahre noch vorhanden. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Bahnsteig eigentlich
recht breit ausgefallen ist - “wie auf den Hauptbahnen eben”, könnte man jetzt sagen, wenn man es mal positiv
sieht. Auf Tour ist das ETA-Gespann mit dem 815 780 im altroten (aber im Nachhinein mehr orangen) DB-Design.
Foto Klaus Hoffmann

(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

 Eine schöne Szene am Stellwerk Mw (Mirke West). Der Planverkehr mit Dampfloks ist einige Jahre vorbei und so freut
 man sich zumindest über eine Sonderleistung mit dieser Traktion. Am 7. Februar 1976 ist die 053 075 auf der Rhei-
nischen Strecke unterwegs und fährt ab Gevelsberg auch noch weiter auf der Trasse nach Witten. Die Maschine hat
 einen Wannentender, die ursprünglich für die sog. Kriegsloks der Reihe 52 gedacht waren. Ausführungen der Baureihe
 50 (ab 1968: 050 bis 053) mit solchen Tendern sah man im Wuppertal recht selten. Im Hintergrund das passable
 Gebäude der Zwirnerei Hebebrand (1888), eines der zahlreichen stolzen Firmenbauten entlang der Rheinischen Linie.
Foto Helmut Dahlhaus

(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.de

 Götterdämmerung an der REG-Linie (8.5.1989), da läßt man die Büsche schon quasi auf Vorrat wachsen. Im Bahnareal
 besonders “beliebt” sind Birken, denn die wuchern recht schnell. Die 360 564 kommt aus Richtung Wt-Loh und fährt
 mit der Übergabe nach Vohwinkel. Links erkennen wir an der östlichen Bahnhofsausfahrt das alte Stellwerk Mf (Mirke
 Fahrdienstleiter), welches fast baugleich mit dem West-Stellwerk erbaut wurde. Wie an etlichen Ecken der heute in-
tensiv bebauten Nordhänge des Tals gibt es eine Mischung von historischen Industriebauten und Wohnungen. Hier lag
 übrigens jahrelang eine Bahnsteisterei mit Einsatz “aus der Mitte heraus” zwischen Wichlinghausen und Vohwinkel.
Foto Zeno Pillmann

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

 Im Blick ein toller sog. Gannzug, für den der Modellbahner schon ein paar Taler auf den Tisch legen müsste - und er
 hätte doch “nur gleiche” Waggons. Für bestimmte Massengüter sind derartige Züge schon lange prägend gewesen,
und in der Dampflokzeit waren dies beliebte Motive. Im Bild sehen wir den bei Bedarf verkehrenden Sinterzementzug
Gag 58 936 nach Dornap-Hahnenfurth. Er war üblicherweise mit einer Hammer 044er bespannt. Hier ist die 044 470
als Zugpferd auserkoren. Im leichten Bogen geht es am fotogenen Stellwerk Mw vorbei gen Westen (Mitte 1973).
Foto Wolfgang Bügel

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

 Recht verloren wirkt er, der “Retter der Nebenbahnen”, wie er auf Gleis 1 im Bahnhof Mirke gleich seinen Weg Rich-
tung Wt-Wichlinghausen fortsetzen wird. Im Frühjahr 1980 reicht bei bestimmten Kursen bereits eine Solo-Tw, um die
 Nachfrage befriedigen zu können. Sehr schön erkennbar ist die Bauform der hölzenern Bahnsteigüberdachung mit den
 fotogenen Pfosten. Damit die “vielen” Fahrgäste nicht vor einen solchen laufen, sind sie auch unübersehbar kenntlich
 gemacht. Für einen raschen Fahrgastwechsel war diese Konstruktion wohl nicht gedacht, wohl aber als unbeabsich-
tigte Herausforderung für die Modellbauer! Das Dach baute man im September 1981 ab, nachdem ein westlicher Teil
 zuvor im August 1978 entfernt wurde. Der 798er ist beim Bw Wuppertal in Steinbeck zu Hause, ist aber bald out.
Foto Klaus Hoffmann

(c) H. Ramme   www.bahnen-wuppertal.de

 Stille liegt über der Stadt und auch bald über der Rheinischen Strecke, denn im Januar 1985 sind die Pläne zur Einstel-
lung der Linie längst in der Schublade. Am Bahnhofsgebäude ist das Vordach bereits abgebrochen worden und auch
die Güterschuppen gegenüber sind weg. Sie mussten einem nüchternen Zweckbau Platz machen und haben einige
 Durchgangsgleise gekappt. In der Stadt der Kirchen und Glaubensgemeinschaften erkennen wir in der Elberfelder
Nordstadt - wie einen Fels in der Brandung - den mächtigen Turm der Friedhofskirche an der Hochstraße. Das refor-
mierte, im Stil der Spätromanik 1898 eingeweihte Gotteshaus gehört zu den größten im Tal und wird wegen der Orts-
lage zuweilen als “Ölberg-Dom” bezeichnet. Eine tolle Stimmungsaufnahme von der Rheinischen Eisenbahnstrecke!
Foto Gerhard Ramme

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Wie so viele Motive auf der REG-Trasse, auch dies hier wieder von typischer Natur. Aber wie sollte das auch anders
 sein, wenn tagaus-tagein die ETA-Einheiten die üblichen Züge darstellten? Trotzdem hat der Fotograf einen gewissen
Dusel gehabt, denn bald hätte der einfahrende 815 760 die ausfahrende Komposition im Hintergrund verdeckt. So
hat man fast so etwas wie eine “rush hour” in Mirke mitbekommen. Linker Hand spitzt das Stellwerk Mf keck hervor.
Foto Klaus Hoffmann

Nachkriegszeit und Abgesang: Bis in die 1960er Jahre hinein gab es auf der Rheinischen Linie noch eine Menge von Güterzügen im Durchgangsverkehr (östliches Ruhrgebiet - Rhein, speziell auch Hagen-Vorhalle - Wt-Vohwinkel), die dann immer weniger wurden. Nach ganz detaillierten, aber nicht ausgeführten Planungen von 1962/63 zur Elektrifizierung der Linie gab es diesbezüglich erneuten Auftrieb für die REG-Strecke und damit für den Bahnhof Mirke Ende der 1970er Jahre. Denn in Zusammenhang mit den Vorbereitungen zur S-Bahn auf der Tallinie wollte man den Güterverkehr von dort auf die REG-Trasse (teilweise) verlagern und dazu die Linie doch elektrifizieren (Gevelsberg West - Wt-Vohwinkel). Die Planungen waren sehr konkret und nach Zeitungsmeldungen von Ende 1978/Anfang 1979 stand ein Umbau unmittelbar bevor. Aber dann wurde die Sache nach Überlegungen zu neuen Streckenalternativen im Bereich Oberbarmen - Langerfeld - Schwelm (mindestens vier Gleise) schlagartig gestoppt. Personenzugmäßig fuhren nach der Dampflokzeit ab Juni 1967 nurmehr ETA-Gespanne und vereinzelt Schienenbusse, dies bis 1985 tagsüber bei einem fast stündlich vertakteten Angebot. Ab da bis zur Einstellung am 27. September 1991 gab es die berüchtigten Alibi-Zugpaare (je eines Wichlinghausen- Düsseldorf und Wichlinghausen - Vohwinkel). Im Rahmen des geplanten großen Radwanderweges soll das noch weitgehend erhaltene und unter Denkmalschutz stehende Empfangsgebäude ein wichtiger Ankerpunkt der Streckennutzung werden.
 

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Eine Citybahnlinie auf unserer Trasse, das wär`s gewesen - aber bei Nüchternheit betrachtet vielleicht mehr für die
 Hobbyfreunde als für die Bahn selbst. Denn ein Bedarf für solche Kurse bestand wohl kaum. Die Lok und die überar-
beiteten Waggons im attraktiven Outfit sind ein Ergebnis der Planungen zur bahnorientierten Aufwertung der sog.
Aggertallinie (Köln - Gummersbach). Nachdem die Züge Mitte der 1980er Jahre in Betrieb kamen, gab es auf einigen
 Routen Vorstellungsfahrten - wie im August 1985 -, und die Loks sah man umlaufbedingt auch vor anderen Zügen.
Foto Klaus Hoffmann

(c) H. Ramme   www.bahnen-wuppertal.de

 Gegenüber der Lampe und dem Signal wirkt die 044er eher mickrig. Aber alles ist eine Sache der Perspektive: Wer ein-
mal die Jumbos in voller Blüte erlebt hat, wird dies mit Sicherheit nicht unterschreiben, denn diese Maschinen gehör-
ten zu den mächtigsten Güterzugloks der Reichsbahn und später Bundesbahn. Mit einigen Auslandslieferungen wurden
 zwischen 1926 und dem Kriegsende etwa 2.000 Exemplare in Dienst gestellt. Bei der DB bewältigten sie zur Dampflok-
zeit einen Großteil des schweren Güterverkehrs. Bis Ende 1968 waren etliche Dampfer auch beim Bw Vohwinkel behei-
matet, die planmäßig über die Rheinischen Strecke fuhren. Ganz wichtige weitere Betriebswerke in der Bundesbahn-
direktion Wuppertal waren die Bw Hagen-Vorhalle und Altenhundem, speziell zum Einsatz auf der Ruhr-Sieg-Strecke,
der Güterrollbahn zwischen Ruhrgebiet und Süddeutschland. Am 21. Juni 1974 sind wir ins Stellwerk Mf getigert und
 sehen eine Lok der Baureihe auf so genannter Leerfahrt (Lz), wahrscheinlich Richtung Heimatbetriebswerk Hamm.
Foto Gerhard Ramme

(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Im Bahnhof von Mirke gab es früher drei prächtige Stellwerke, so richtig typische Merkmale der alten Eisenbahn. Das
 zentral verantwortliche Fahrdienstleiterstellwerk Mf (Foto oben) stand an der östlichen Ausfahrt der Station, jenes
am westlichen Ende - Bild unten - war das ziemlich baugleiche Stellwerk West (Mw). Etwa mittig der Bahnanlagen,
 schräg gegenüber vom Empfangsgebäude, befand sich das etwas kleinere Steuerungshaus Mb (Foto ganz unten). Das
 “b” könnte für Betriebswerk stehen, denn über die Gleise in diesem Bereich fuhr man zum Schuppen und den Behand-
lungsanlagen. Dieses Gebäude wurde als erstes abgerissen. Wo es genau war, kann man auf dem
Bw-Luftbild von
1928
sehen. Ein wohl gezielter Direktionsauftrag führte den Berufsfotografen am 25. Juni 1953 zum Bahnhof Mirke.
Fotos (3)  H. Säuberlich/BD Wuppertal  Sammlung Joachim Bügel

(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Sammlung J.Bügel   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

 Den eigentlichen Bahnhofsbereich von Mirke hat das doppelte Lottchen mit dem Steuerwagen 815 782 an der Spitze
 bereits verlassen und wird einige Meter weiter gen Ottenbruch in den Dorrenberg-Tunnel einfahren. Aber das tolle
 Ensemble wollen wir uns allen nicht vorenthalten, denn es umfasst das westliche Einfahrsignal zur Station Mirke. Wohl
 wegen der Brücke dahinter wurde extra ein Ausleger erstellt, um die Stellung der Flügel gegen den Hintergrund besser
 abzuzeichnen (Aufnahme vom Frühjahr 1985). Für die Modellbauer unter uns so etwas wie ein gefundenes Fressen!
Foto Klaus Hoffmann

(c) Helmut Brinker   www.bahnen-wuppertal.de

 Morbider Charme, könnte man sagen. Damit ist natürlich das Bahnhofsumfeld gemeint und keineswegs die junge Dame,
 die auf einen der letzten Mohikaner wartet (wobei sich dies wiederum auf einen Zug bezieht und zu keinen anderen
 Spekulationen Anlass geben sollte ...). Liebe Modellbahner, baut doch einfach einmal die Bahnsteigkante und andere
 solche Dinge auf Eurer Anlage nach, die neidvolle Bewunderung der Nietenzähler hättet Ihr sicher! Vielleicht müsste
 man sich aber gewissen Einwänden der Nichteingeweihten gegenüber wappnen, dies sei doch alles ziemlich unvoll-
kommen gebaut und keineswegs eine Expertenarbeit? Schön, dass es solche Bilder als Vorbild-Beweise gibt (1988).
Foto Helmut Brinker

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

 Züge dieser Art mit zwei Dieselloks der Reihe 216 waren nicht der Normalfall auf der Rheinischen Strecke. Dieser sog.
 Ganzzug begegnet dem Fotografen im August 1983 auf einer Hobbytour zum Bahnhof Mirke. In dieser Perspektive
wird die verwinkelte Bauweise des Empfangsgebäudes gut deutlich. Was bei der Eröffnung einstmals ein mit dem
 repräsentativen Döppersberger Bahnhof der BME vergleichbares Bauwerk sein sollte, entuppte sich nach Änderung
der Pläne im Nachhinein doch als eher bescheiden. Die verschnörkelte Bahnsteigüberdachung ist nun abgebaut.
Foto Klaus Hoffmann

(c) H. Ramme   www.bahnen-wuppertal.de

 Vor Jahren brachte ein Modellbauhersteller “das brennende Finanzamt” auf den Markt, was auch bei den braven Bür-
gern kaum zu Mitleidsbekundungen angesichts der Zerstörung führte. Brennt etwas auf dem Bahnhofsgelände, so tut
 das dem wahren Fan in der Seele schon mehr weh. Offenbar hat ein Schuppen Feuer gefangen und hat das Stellwerk
 Mf angegriffen. Die Feuerwehr ist mit dem Löschzug schnell vor Ort und versucht nun, den Brand unter Kontrolle zu
 bringen (13.7.1974). Das Bild ist zwar nicht ganz konturenscharf, wir möchten es Ihnen aber nicht vorenthalten.
Foto Gerhard Ramme

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

 ”Theoretisch” eine Begegnung der üblichen Art auf der Rheinischen Strecke, wenn sich zwei Akku-Triebzüge treffen.
 “Praktisch” aber nicht die Regel dürfte die akkurate Platzierung der Fahrzeuge nebeneinaner gewesen sein, für die
 Fotofans ein beliebtes Sujet. Hier macht sich die unterschiedliche Lackierung auch nicht schlecht, um einen Ver-
gleich zu ziehen. Jeder sollte sich da sein eigenes Urteil bilden. Auffällig wirkt der sehr breite Bahnsteig (24.5.1985).
Foto Wilfried Sieberg

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Eine absolute Kultlok der Bundesbahn,”die V 200”, die aber nicht planmäßig über die Rheinische Trasse brummte.
 Ab 1953 wurden insgesamt 86 Maschinen der zeitlos eleganten Lokbaureihe erstellt, die anschließend im hochwertigen
 Fernreiseverkehr eingesetzt wurden. Im nordwestdeutschen Flachland konnten sie mit ihren kurzen F-Zügen beach-
tenswerte Fahrzeiten erzielen. Aber auch in den Mittelgebirgen waren sie zu Hausen, da aber oft in Doppeltraktion.
Die Wuppertaler konnten die Loks regelmäßig antreffen, aber vor der Elektrifizierung eben nur auf der wichtigen BME-
Line durchs Tal. Hier sehen wir die V 200 033 bei einer Sonderleistung anno 1992, als die Strecke im Personenverkehr
offiziell bereits stillgelegt war. Der dichte Baumbewuchs am Stellwerk Mw unterstreicht den Abgesang der REG-Linie.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Ein “Steppenpferd” der Einheitsreihe 24 auf der REG-Linie, das war alles andere als eine planmäßige Angelegenheit.
Diese Maschinen, von denen zwischen 1926 und 1938 insgesamt 95 Exemplare gebaut wurden, waren in der Eisen-
bahndirektion Elberfeld/Wuppertal nicht zu Hause (nach Kiregsende war ein Ross angeblich beim Bw Scherfede abge-
stellt). Die Loktype war aber den Bahnfans ziemlich bekannt, da sie von den Modellbahnherstellern schon früh im
 Programm geführt wurde. Die letzte DB-Lok (24 067) wurde 1966 beim Bw Rheydt ausgemustert. Die abgebildete 24
 009 erwarb der “Eisenbahn-Kurier” im Herbst 1972 von der DDR-Reichsbahn. Anschließend gab es jahrelang zahlreiche
 Sonderfahrten in fast allen Regionen der Bundesrepublik. Der Verein schaffte sich auch einen stilreinen Personenzug
an. Leider war bei den Touren der Wettergott den Eisenbahnfreunden nicht immer wohl gesonnen (Februar 1975).
Foto Klaus Hoffmann

(c) Helmut Brinker   www.bahnen-wuppertal.de

Ein ganz typisches Motiv von der Rheinischen Strecke, aber dazu ein sehr harmonisches. An der Osteinfahrt vom
 Bahnhof Mirke kommt uns eine ETA-Einheit entgegen, geführt vom Steuerwagen 815 778. An dieser Stelle öffnet sich
 die Gleisharfe in den Güterbahnhof, weswegen das Stellwerk Mf auch etwas schräg zu den Durchgangsgleisen steht.
 Warum es gleich zwei Kilometertafeln gibt, bleibt wohl das Geheinmnis unserer Väter oder vielleicht der bekannten
 Bürokratiesystematik. Das Abbremsen auf 70 km/h vor der Kurve Richtung Wichlinghausen sagt alles über die für
 Jahrzehnte mehr als unglückliche Trassierung der REG-Linie aus. Die Aufnahme stammt von Mitte der 1980er Jahre.
Im Hintergrund erkennt man einige der ausgedehnten Fabrikgebäude der bekannten Bandweberei Frowein (1889).
Foto Helmut Brinker

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Ziemlich verloren kommt sie daher, die 260 281 am östlichen Bahnhoskopf von Mirke. Aber in der Station gibt es was
zu tun und einige Rangierfahrten sind notwendig (1985). Gut zu sehen ist die Ausfahrt in relativ engem Bogem zum
 Engelnberg-Tunnel hin. Wie auf der Rheinischen Strecke sehr typisch, werden mit dem Tunnel überbaute Wohnge-
biete unterquert. Markanter Orientierungspunkt in dieser Perspektive ist die Kirche an der Opphofer Straße. Diese
wurde 1910 als “Evangelisch-lutherisches Gemeindehaus am Engelnberg” eingeweiht und heißt heute Thomaskirche.
Foto Klaus Hoffmann

(c) Helmut Brinker   www.bahnen-wuppertal.de

Licht und Farbe begründen im Bahnhof Mirke eine atmosphärisch seltsame Szenerie. Es hat offenbar vor nicht allzu
 langer Zeit geregnet und das Abendlicht wird bald die Herrschaft übernehmen. Auf dem Bild wirkt das Empfangsge-
bäude durch das Teleobjektiv recht gestaucht, was es tatsächlich nicht ist. Aber ziemlich verwinkelt und in einem
 heimatbezogenen Baustil, das ist nicht zu übersehen. Seit das alte hölzerne Vordach leider abgerissen wurde, wirkt
 alles aber recht traurig. Das übliche Gespann mit dem 815 700 am Schluss fährt Richtung Wichlinghausen (um 1987).
Foto Helmut Brinker

Gleisplanskizze  Bahnhof Wuppertal-Mirke
(Zustand ca. 1970, Modellbahnepoche 3/4)
Wir danken für die Erlaubnis zur Veröffentlichung und empfehlen die WebSite mit vielen Plänen: www.gleisplan.net
 

(c) Peter Hölterhoff   www.bahnen-wuppertal.de

 Ein trauriger Anblick im Bahnhofsbereich von Mirke - den wahren Bahnfreunden wird bei diesem Motiv sicherlich ein
 Stich durchs Hobbyherz gehen. Aus der Kilometertafel ist sofort ersichtlich, dass es hier dem westlichen Stellwerk
an den Kragen geht. Am 27. März 1994 werden die Einrichtungen für den Betrieb auf der Rheinischen Strecke nicht
mehr benötigt und können entsorgt werden. Die Wand beim Fachwerkaufbau wirkt recht dünn, fast so wie auf der
 Modellbahn “aus Pappe”. Ein leichter Kran im üblichen Dienstfahrzeuge-Gelb sorgt für die nötige Unterstützung.
Foto Peter Hölterhoff

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

 Unser Blick geht von Osten auf den Bahnhof Mirke mit seinen früher umfangreichen Gleisanlagen. Die ETA-Einheit ist
auf Sonderfahrt für ausgewählte Bahnfreunde, denn am 14. Juni 1992 war der Betrieb seit einigen Monaten bereits
eingestellt. Zuletzt gab es ohnehin nur noch das Alibi-Zugpaar. Dreiteilige Züge mit den Akku-Tw sah man auf der
Linie im Planeinsatz eher selten. In der Regel reichte ein Zweierpack mit Trieb- und Steuerwagen vollkommen aus.
Auch das altertümliche Dach vom Mittelbahnsteig ist trotz Protesten aus der Bevölkerung leider abgebaut worden.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

 Eine fototechnisch mehr “gewagte” Aufnahme, dafür aber ein um so schöneres Motiv. Am 1. September 1979 gab es
 eine  Sonderfahrt mit der Diesellok V 36 204. Hier fährt sie mit dem Bochumer Museumszug aus Ottenbruch kommend
in Mirke ein. Damals existierte noch die interessante Dachkonstruktion am sichtbaren Hausbahnsteig. Zwischen
den beiden Pfosten hindurch ist der ehemalige, privat genutzte Lokschuppen vom Betriebswerk zu sehen. Die Bau-
reihe V 36, ab 1968 als 236 immatrikuliert, wird auf Grund der Erstbeschaffung ab 1938 oft als “Wehrmachtslok”
 bezeichnet. Im Bw Wt-Steinbeck waren bis in die 1970er Jahre hinein relativ viele solcher Maschinen stationiert.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Peter Hölterhoff   www.bahnen-wuppertal.de

 Es ist schon erstaunlich, dass der alte Schriftzug “Elberfeld-Mirke” sol lange überdauert hat. Am Tag der Aufnahme
am 5. April 1992 sind es ja immerhin schon über sechs Jahrzhente her, dass man den eigenen Großstadtstatus verlo-
ren hat und sich dem “Wuppertal” untergeordnet hat. Wahrscheinlich war es aber nicht nur damals, sondern auch in
den Jahrzehnten danach weniger die historische Dimension, sondern mehr der finanzielle Aufwand, hier etwas zu ver-
ändern. Das Bewusstsein für einen Denkmalschutz auch bei Eisenbahnbauten ist bekannterweise noch nicht so alt.
Foto Peter Hölterhoff

(c) H. Ramme   www.bahnen-wuppertal.de

 Es scheint etwas im Weg zu sein, aber damit muss man sich mal
 abfinden, wenn man bestimmte “live”-Szenen vom Bahnbetrieb
 einfangen will. Unser Blick geht vom Stellwerk Mf Richtung Per-
sonenbahnhof Mirke, wo gerade ein Militärtransport durchrollt.
Als Zuglok kann man an der Silhouette des Kabinentenders eine
 Maschine der Baureihe 50 ausmachen, die noch eine Ellok vom
Typ E 40 mitzieht. Daher wird es sich sehr wahrscheinlich um
eine Umleitung von der BME-Talstrecke handeln (13.9.1968).
Foto Gerhard Ramme

(c) H. Ramme   www.bahnen-wuppertal.de

 Es gab Zeiten, da musste man auch im Tal mit Schneemassen
 kämpfen. Wenn sich die Bahnfans auch über bestimmte Tage
 wegen der faszinierenden Qualmentwicklung freuten, war das für
 den Bahnbetrieb alles andere als lustig. Besonders für die Leute
 auf den Dampfloks war es kein Zuckerschlecken, eine Situation,
 die sich jüngere Lokführer in ihrer Kabine wohl nicht vorstellen
 können. Hier eine tolle Anfahrt von einem Jumbo der Reihe 44.
Der alte Güterschuppen rechts ist noch vorhanden (9.12.1967).
Foto Gerhard Ramme

Infoecke:  Bahnhof Elberfeld-Mirke/Wuppertal-Mirke im Überblick

1. Bau und Lage:  Der Bahnhof Mirke lag am Standort Km 28,36 der REG-Linie von Düsseldorf nach Hagen und weiter nach Dortmund (Kilometrierung von D-Derendorf). Geplant war er als zentrale Station der REG-Linie in Elberfeld als Konkurrenz zum Döppersberger Bahnhof an der BME-Tallinie. Beim repräsentativen Empfangsgebäude sollte ein Hotel angeschlossen werden. Ausgeführt wurde aber aus finanziellen Gründen ein Fachwerkgebäude, das es heute noch gibt und seit dem 31.7.1987 unter Denkmalschutz steht. Die schöne Bahnsteigüberdachung aus Holz ist aber abgerissen. Nach erster Zusage der DB, die Holzteile zunächst für eine Restaurierung zu lagern, wurden sie dann mehr heimlich beim Bahnhof Schee verbrannt. Neben den Personen- und Güteranlagen wurde eine Lokstation eingerichtet, die die KPEV als verantwortliche Staatsbahn später zur Betriebswerkstätte ausbaute. Schon 1932 offiziell aufgeben, hat der Lokschuppen Jahrzehnte lang bei privater Nutzung bis Ende der 1970er Jahre überlebt. Im Zweiten Weltkrieg kam die Elberfelder Nordstadt mit den Bahnanlagen glimpflich davon. Die heute noch vorhandenen Gleise werden im Rahmen der Umwandlung der Rheinischen Strecke zum Radwanderweg dann ausgebaut.

2. Betriebliches: Wirklich bedeutenden Reisezugverkehr wie auf der BME-Tallinie hat es hier nie so richtig gegeben. Personenzugmäßig war man bis auf die Anfangszeiten lediglich in den regionalen Nahverkehr zwischen Hattingen, Hagen, Wt-Vohwinkel und Düsseldorf eingebunden, der allerdings bei einigen Zügen und in der wenig automobilen Zeit voll in Anspruch genommen wurde (speziell im Berufsverkehr). Seit 1953 wurde die REG-Linie verstärkt von Schienenbussen der Reihe VT 95 befahren, später kamen die Akku-Tw ETA 150 dazu, und der letzte planmäßige Dampfzug wird für den Mai 1967 gemeldet. Seit etlichen Jahrzehnten wurde tagsüber fast stündlich bis 1985 ein vertakteter Verkehr angeboten. Im Güterbereich sah es bei der REG-Linie besser aus. Man fungierte zum einen als Durchgangsstation zwischen östlichem Ruhrgebiet und der Rheingegend bzw. dem Rbf. in Vohwinkel (teilweise auch Umleiterzüge von der Tallinie). Zum anderen gab es vor Ort mit den vielen Firmen einen regen Güterumschlag. Der letzte Planzug für die Fahrgäste fuhr am 27.9.1991, ein Jahr später wurde der Güter-Durchgangsverkehr offiiziell eingestellt. Die Lokstation war für den Rangierverkehr zuständig, bespannte aber “aus der Mitte heraus” auch Personenzüge (einzelne begannen im Bahnhof Mirke). Für die Streckenunterhaltung war eine Bahnmeisterei vorhanden (eingebettet zwischen den Bm Vohwinkel und Wichlinghausen).

3. Bezeichnungen: Der erste Fahrplan vom 15.9.1879 bezeichnet den Bahnhof als “Elberfeld (Mirke)”. Eine Fahrplantabelle vom 1.5.1897 gibt nun den Namen “Elberfeld Mirke” (ohne Bindestrich) an. In der Reichsbahnzeit nach der Großstatdgründung heißt man ab dem 1.8.1930 nur einfach “Mirke” (ohne Stadt-Zusatz eine bei der DRG durchaus übliche Benennungsform bei Bahnhöfen). Die Wuppertal-Zugabe gilt erst seit der Bundesbahnzeit (1952/53).

4. Stellwerke:  Unsere bisherigen Recherchen haben ergeben, dass es in der Reichsbahnzeit in Mirke drei Stellwerke gab. Im Osten stand Mf (Mirke Fahrdienstleiter), an der anderen Bahnhofsausfahrt Mw (Mirke West) und nördlich vom Bahnsteig Mb (b vielleicht für Betriebswerk). Dieses Bauwerk war etwas kleiner, während die anderen Häuser fast baugleich waren. Diese beiden Stellwerke waren auch bis zur Endzeit des Betriebes vorhanden, Mb wurde in den 1950er Jahren kassiert.
Die Angaben und Daten stammen aus verschiedenen Veröffentlichungen

Bf. Wt-Mirke als Teil der Rheinischen Strecke

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Bf. Wichlinghsn. Bf. Heubruch Bf. Rott Bf. Loh Bf. Ostersbaum Bf. Mirke
Bf. Ottenbruch Bf. Dorp Bf. Varresbeck Bf. Lüntenbeck Bf. Dornap-Hahn

Fahrtrichtung von Ost nach West. Die neuen DB-Haltepunkte nach dem Krieg (Rott, Ostersbaum, Dorp und Lüntenbeck) sind zusammen auf einer Seite.

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