Bahnen- Wuppertal.de Bahnhöfe im Portrait

Neue Bahnhöfe der REG-Linie
  (Nach 1950 von der DB erbaute Haltepunkte in Wuppertal)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf der Rheinischen Strecke infolge der zunehmenden Bebauung und durch die Überlegungen der Bundesbahn, den Zugverkehr rationeller zu gestalten, in Wuppertal vier neue Haltepunkte angelegt. Besonders die ab 1952 beim Bw Wt-Steinbeck stationierten Schienenbusse (VT 95) sollten hier einige Kurse übernehmen. Im Gegensatz zu den etablierten  Bahnhöfen waren die Bahnsteige der Haltepunkte dadurch bewusst eng bemessen. Durch die neuen Stationen wurde der Abstand zwischen den alten Bahnhöfen und daher den Haltestellen insgesamt zum Teil ziemlich kurz, fast schon S-Bahnartig ausgeprägt. Insgesamt zwar eine positive Entwicklung, aber auf längere Sicht auch keine eigentliche Wende in der Benutzung.  Mit aufkommender Motorisierung der Bevölkerung waren nur bestimmte Züge ordentlich belegt. Alle diese neu angelegten REG-“Bahnhöfe” waren nach DB-Regularien formal Haltepunkte ohne Weichen.
Ergänzender Hinweis: Westlich vom Wuppertal wurden an der REG-Linie nach dem Zweiten Weltkrieg auch zwei neue Haltepunkte eingerichtet, einmal Mettmann West zum 30. Oktober 1953 und dazu Mettmann Ost am 23. Mai 1954.
 

Bf. Rott Bf. Ostersbaum Bf. Dorp Bf. Lüntenbeck

Wuppertal-Rott

Der Bahnhof Rott lag am Standort Km 31,7 an der REG-Linie von Düsseldorf nach Hagen und weiter nach Dortmund (Kilometrierung von D-Derendorf). An den beginnenden Barmer Nordhängen finden wir nordwestlich vom Alten Markt den Bezirk Rott, deren Lagebezeichnung bei vielen Bürgern mehr durch das Wohnen oder Arbeiten “auf dem Rott” prägend wurde. Es ist ein heute eng bebautes Gebiet mit verschachtelten Straßen in unterschiedlicher Höhenlage. Streckenmäßig war die Bahn in diesem Gebiet zwischen den Viadukten über die Schönebecker Straße (westlich) und über den Steinweg (östlich) nur bedingt einsehbar - vielleicht mehr hörbar -, denn ein großer Teil des Bereiches wurde mittels des 351 Meter langen Rotter Tunnels unterfahren. Der neue Haltepunkt mit schmalen Seitenbahnsteigen wurde sehr beengt angelegt, quasi eingequetscht zwischen dem Ostportal des Tunnels und dem sich unmittelbar anschließenden Steinweg-Viadukt Richtung Wichlinghausen. Offiziell in Betrieb genommen wurde die Station Rott zum 30. Oktober 1953, zunächst als Bedarfshalt für die ziemlich kurzen Schienenbusse. Die Bahnhofsbezeichnung war von Anfang an mit Wuppertal-Zusatz.
                          

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Rott
Fast auf dem Rotter Tunnel stehend hatte man früher diesen faszinierenden Ausblick auf die Rheinische Strecke. Die
 Trasse führt aus Richtung Wichlinghausen in einem Bogen über den Steinweg-Viadukt. Auch hier ist wieder die Nähe
der Linie zur engen Bebauung der Barmer Nordstadt zu erkennen. Beim sog. Ganzzug (Waggons gleicher Verwendung,
 meist ähnlicher oder gar identischer Bauart) handelt es sich um einen Zug von Geseke zu den Kalkwerken Dornap, der
 für einige Jahre an bestimmten Tagen fuhr und mit einer Hammer 044er bespannt war (Aufnahme vom Juli 1974).
Foto Wolfgang Bügel

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Rott
Aufgrund des Signals und im Vergleich zum obigen 44er-Bild ist der Standort des Fotografen unschwer auszumachen.
Er hat sich wahrhaftig Richtung Steinweg-Viadukt geschlichen, um dieses Motiv einzufangen. Die Bahnpolizei war ja
nicht vor Ort, alles ist vergeben und wir danken für den Hobby-Einsatz! Man kann hier gut die Lage der Bahnsteige
 erkennen, die ganz eng zwischen Brücke und Tunnel erbaut wurden. Für längere Personenzüge war hier wirklich kein
 Platz vorhanden. Wie auf sehr vielen Abschnitten der Rheinischen Strecke gibt es auch hier wegen der besseren Er-
kennung ziemlich hohe Signalmasten. Oft REG-typisch, es geht nicht nur am Rotter Tunnel eng bebaut zu (5/1985).
Foto Klaus Hoffmann

(c) Sammlung H.Brinker   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Rott
Das waren noch Zeiten, als man die Eröffnung eines Haltepunktes so begeistert aufnahm. Und heute würde es für
 die Oberen von der Bahn wie ein Honigschlecken sein, wenn man ähnliche Plakatinschriften sehen würde wie “Der Rott
dankt der Bundesbahn” .... Anno 1953 war die Welt eben noch anders und es galten andere Rahmenbedingungen und
 Maßstäbe. Der VT 95 kommt aus Wichlinghausen und wird gleich an den Schüttbahnsteig rollen. Wie bei den ersten
 Serien üblich, gab es zunächst noch Dachfenster in der Stirnfront. Nach offiziellen Angaben wurde die Station am
 30.10.1953 eröffnet. Wie bei ähnlichen Bildern ist immer wieder die zeitgenössische Kleidung ein informatives Indiz.
Foto Wieland  Sammlung Helmut Brinker

Hp. Wt-Rott

Hp. Wuppertal-Rott
Einen “Gleisplan” vom Haltepunkt Rott zu bringen, wäre vielleicht etwas vermessen, denn es gibt ja nur zwei Durch-
gangsgleise ohne Weichen. Deshalb dieser offzielle “Bahnhofsplan”, der speziell auf die Fahrwegprüfbezirke abstellt.
Der Hp.Wt-Rott wird in dieser Hinsicht vom westlicheren Bahnhof Wt-Loh betreut, was durch die blaue Farbgebung
 deutlich wird. Zuständig dort ist das Stellwerk Lo. Der Plan stammt vom 23.6.1982 von der Bundesbahndirektion Köln,
 wobei sich die eigentliche Zeichnung auf das Jahr 1966 bezieht, damals bekanntlich unter Obhut der BD Wuppertal.
Vorlage  DB/BD Köln  Sammlung Michael Peplies

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Rott
Im weichenlosen Haltepunkt am Rotter Berg gibt es nicht viele unterschiedliche Fotoperspektiven. Eng gedräntg geht
 der Blick entweder westwärts direkt zum Tunnelportal oder ostwärts auf Innenstadtgebiete. Direkt am Tunnel mit ei-
ner Sicht auf die Trasse verläuft die Rödiger Straße, im gebogenen und bergigen Verlauf typisch für so manch eine
 Wegstrecke in der Barmer Nordstadt. Über dem Steinweg-Viadukt erkennen wir das Backsteingebäude vom Strafvoll-
zug am Sedansberg. Darüber markiert der Gaskessel den Stadtteil Heckinghausen. Das Foto wurde 1985 angefertigt.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Rott
Eng eingebunden zwischen Steinweg-Viadukt und Rotter Tunnel gab es den Haltepunkt Rott für die Fahrgäste des
 gleichnamigen Bezirkes, der nordwestlich vom Barmer Zentrum liegt. An den kurzen Bahnsteigen am steilen Gelände
 waren “Sonnenfotos” nur zu bestimmten Zeiten möglich. Obwohl es sich bei der Rheinischen Linie ja um eine zwei-
gleisige Strecke mit Güterverkehr handelt, wird diese Szene mehr durch Nebenbahnidylle pur geprägt. Man schaue
nur einmal auf die vielen Details am Rande (schiefer Zaun, Fahrplantafel, niedrige Bahnsteige, Wohnhaus neben der
 Strecke u.ä.). Im Bild der “letzte Mohikaner” der Baureihe 78.0 beim Bw Wt-Vohwinkel. Kurz vor Einstellung des Plan-
betriebes konnte die 78 159 mit dem P 4055 am 19.5.1967 abgelichtet werden (ausgemustert im November 1967).
Foto Helmut Dahlhaus

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Wuppertal-Ostersbaum

Der Bahnhof Ostersbaum lag am Standort Km 29,4 an der REG-Linie von Düsseldorf nach Hagen und weiter nach Dortmund (Kilometrierung von D-Derendorf). Die Station sollte möglichen Bahnkunden im Bezirk Ostersbaum, Clausen und vom mittleren Uellendahl einen bequemeren Anschluss bringen. In der noch wenig automobilen Gesellschaft der Nachkriegszeit war dies sicherlich eine sinnvolle Überlegung, abgesehen von den prinzipiell problematischen innerstädtischen Verkehrsrelationen auf der Rheinischen Strecke (denn wer musste im Wuppertal wirklich an den Nordhängen von einem Bezirk zum anderen fahren?). Der Halt kam etwa da zu liegen, wo früher die Grenze zwischen den Städten Elberfeld und Barmen war. Westlich Richtung Mirke ging es bald in den Engelnberg-Tunnel (171 Meter). Offiziell in Betrieb genommen wurde die Station Ostersbaum zum 30. Oktober 1953, zunächst als Bedarfshalt für Schienenbusse. Die Bahnhofsbezeichung war von Anfang an mit dem Wuppertal-Zusatz.
                         

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Ostersbaum
Randale der Ostersbaumer Jugend auf dem heimischen “Bahnhof” oder warum hat der Lampenmast eine bedenkliche
 Schräglage bekommen? Für Nachbauer ideal ist der recht schmale Bahnsteig der Station, so richtig was für beengte
 Platzverhältnisse auf der Modellanlage und eben ganz vorbildgerecht. Wie auch bei einigen anderen Bildern zu sehen,
 reichte die Nachfrage in den letzten Fahrplanperioden bei etlichen Kursen für ein Solofahrzeug vollkommenm aus (wo-
bei die Doppeleinheiten bekanntlich meist auch schwach genutzt wurden). Ein Bild vom Sommer 1983 mit 515 618.
Foto Klaus Hoffmann

Hp. Wt-Ostersbaum

Hp. Wuppertal-Ostersbaum
Einen “Gleisplan” vom Haltepunkt Ostersbaum zu bringen, wäre vielleicht etwas vermessen, denn es gibt ja nur zwei
 Durchgangsgleise ohne Weichen. Deshalb dieser offzielle “Bahnhofsplan”, der speziell auf die Fahrwegprüfbezirke ab-
stellt. Der Hp. Wt-Ostersbaum wird in dieser Hinsicht vom östlicheren Bf. Wt-Loh betreut. Zuständig dort ist das
Fahrdienstleiterstellwerk Lf. Der Plan stammt vom 23.6.1982, jetzt von der Bundesbahndirektion Köln, wobei sich
die eigentliche Zeichnung auf das Jahr 1966 bezieht, zu jener Zeit bekanntermaßen unter Obhut der BD Wuppertal.
Vorlage  DB/BD Köln  Sammlung Michael Peplies

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Ostersbaum
Noch eine Szene am Bahnsteig von Ostersbaum in ähnlicher Perspektive wie obiges Bild mit dem 515 618, aber mehr
zum östlichen Einfahrtbereich hin aufgnommen. Im Juli 1983 begegnet uns eine Doppeleinheit, diesmal geführt vom
515 544. Eine Kombination von Wagen in unterschiedlicher Farbgebung vermittelte zwar eine gewisse Farbvielfalt
 dies konnte man aber keineswegs als harmonisch bezeichnen. Der Halt hier sollte Fahrgäste “im Grenzbereich von
 Elberfeld und Barmen” aufnehmen, speziell jene vom Bezirk Ostersbaum (Ef) und dem westlichen Clausen (Ba).
Foto Klaus Hoffmann

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Wuppertal-Dorp

Der Bahnhof Dorp lag am Standort Km 25,9 an der REG-Linie von Düsseldorf nach Hagen und weiter nach Dortmund (Kilometrierung von D-Derendorf). Gleich vor dem Westportal des Dorp-Tunnels (488 Meter) wurde der gleichnamige Haltepunkt angelegt. Typisches Merkmal dieser Station war die darüber verlaufende alte Steinbogenbrücke. Die Situation wäre übrigens ein hochinteressantes, ergiebiges Vorbild für die Modellbahn (Haltestelle an zweigleisiger Strecke ohne Weichen mit querender Straßenbrücke). Mit der Errichtung der Bahnsteige sollten vor allem Fahrgäste im Elberfelder Westen/Katernberg gewonnen werden. Offiziell in Betrieb genommen wurde die Station Dorp zum 15. Dezember 1954 und war somit der zuletzt eröffnete Halt auf der Rheinischen Strecke im Wuppertal. Die Bahnhofsbezeichnung war von Anfang an mit dem Wuppertal-Zusatz.
          

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Dorp
Eine interessante Szenerie eröffnet sich uns hier beim Haltepunkt Wt-Dorp. Der rote Brummer der Reihe 798 hat so-
eben den Dorper Tunnel verlassen (am östlichen Ende war die Station Wt-Ottenbruch platziert) und fährt nun unter
der alten Steinbrücke durch, die sehr prägend für die Station war. Durch Anlage des Bahnhofs wollte man den Fahr-
gästen im westlichen Elberfeld eine bequemere Nutzungsmöglichkeit bieten. Zunächst gelang dies auch - zumindest
bei etlichen Zügen -, da die automobile Zeit noch nicht angebrochen war. Nicht lange nach dem Aufnahmezeitpunkt
im Mai 1980 wurden die Schienenbusse nach bald drei Jahrzehnten Einsatz auf den Wuppertaler Linien abgezogen.
Foto Klaus Hoffmann

(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Dorp
Bis Ende Mai 1967 wurden einige Personenzüge auf der Rheinischen Strecke in Verbindung mit der Hattinger Linie noch
 mit einer Dampflok gefahren. Meist war dafür die 78 159 eingeteilt, der man allerdings den Abgesang wochenlang sehr
 gut ansehen konnte. Offensichtlich hielt es keiner im Bw Wt-Vohwinkel noch für nötig, die Maschine etwas zu säubern.
 Abgesehen vom grundsätzlichen Dreck der Dampfrösser somit eine äußerst tolle Visitenkarte für die Bundesbahn! Ein
markantes Zeichen des versteckt liegenden Haltepunktes in Dorp war die alte Steinbogenbrücke über den Gleisen.
Foto Helmut Dahlhaus

Hp. Wt-Dorp

Hp. Wuppertal-Dorp
Einen “Gleisplan” vom Haltepunkt Ostersbaum zu bringen, wäre vielleicht etwas vermessen, denn es gibt ja nur zwei
 Durchgangsgleise ohne Weichen. Deshalb dieser offzielle “Bahnhofsplan”, der speziell auf die Fahrwegprüfbezirke ab-
stellt. Der Hp. Wt-Dorp wird in dieser Hinsicht vom westlicheren Bahnhof Wt-Varresbeck betreut. Zuständig dort ist
das Fahrdienstleiterstellwerk Vf. Der Plan stammt vom 14. März 1983 von der Bundesbahndirektion Köln, wobei sich
die eigentliche Zeichnung auf das Jahr 1965 bezieht, damals bekanntermaßen unter Obhut der BD Wuppertal.
Vorlage  DB/BD Köln  Sammlung Michael Peplies

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Dorp
Morbid-idyllisch, so wikt die Szene mit der Brücke und dem Bahnsteigzugang samt angerosteten und begrünten Tei-
len. Mal wieder ist ein gemischtes Doppel im Bild, zum einen was die Farbgebung der Fahrzeuge betrifft zum anderen
 aber auch die Typen, denn der im Bild sichtbare rote 815 781 ist ja ein Steuerwagen. Diese Beiwagen wurden erst mit
 den Fahrzeug-Lieferungen ab 1957 in Betrieb genommen. Die ersten Serien ab 1953 waren zunächst nur Motorwagen.
Das Dorper Tunnelportal scheint neu verputzt zu sein, zumindest aber neu getüncht (Foto Mitte der 1980er Jahre).
Foto Klaus Hoffmann

(c) Helmut Dahlhaus   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Dorp
Wir sind im April 1970 auf Erkundungstour mit einem Sonderzug, der im - besser “am” - Haltepunkt Wt-Dorp einen so
 genannten Fotohalt einlegt. Infolge der Zuglänge kann die Garnitur gar nicht richtig am Bahnsteig halten. Man kommt
 aus Richtung Wt-Wichlinghausen und fährt weiter gen Westen. Als Zugpferd ist eine Lok der preußischen Reihe G 8.1
 gechartert, ein robustes Ross im Stall der DB-Gütermaschinen. Die 055 345 (bis 1968: 55 3345) stammt von 1915.
Foto Helmut Dahlhaus

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Wuppertal-Lüntenbeck

Der Bahnhof Lüntenbeck lag am Standort Km 23,3 an der REG-Linie von Düsseldorf nach Hagen und weiter nach Dortmund (Kilometrierung von D-Derendorf). Die Station Lüntenbeck war eine eisenbahnbezogene Spezialität, denn wo konnte man einen Haltepunkt an einer quasi viergleisigen Strecke finden?  “Richtig” viergleisig war hier die Linie zwar nicht, aber von der Trassenführung her wirkte es so, denn die Haltestelle an der Rheinischen Strecke befand sich genau im Abzweig der beiden Äste nach Düsseldorf und nach Vohwinkel. Der erste Zweig war die Urstrecke von 1879, während es sich bei der Vohwinkler Linie um eine Verbindungsbahn zur BME-Strecke handelte mit der Betriebseröffnung am 1. April 1896 (Kilometrierung von Vohwinkel 2,1 km). Vom Abzweig bis zum östlichen Bahnhof Varresbeck verlief die Trasse etwa einen Kilometer weit mehrgleisig und vermittlete dadurch eine “besondere Bedeutung”. In Varresbeck war dann auch ein Verschiebebahnhof angelegt. Für die Modellbahner demnach so etwas wie eine Sahnehäubchen-Situation, der Haltepunkt Lüntenbeck, deren Bahnsteige dazu zunächst mit einem filigranen Fußgängersteg verbunden waren. Offiziell in Betrieb genommen wurde die Station zum 30. Oktober 1953, zunächst als Bedarfshalt für Schienenbusse. Ab dem 15. Dezember 1954 wurde er aufgewertet als Regelhalt auch für die (üblicherweise kurzen) Dampfzüge. Die Bahnhofsbezeichnung war von Anfang mit dem Wuppertal-Zusatz.
                     

(c) Sammlung H.Brinker   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Lüntenbeck
Man müsste bald schon Angst bekommen, dass sich der Fußgängersteg durchbiegen würde ob dieser Ansammlung von
 Masse. Für den Bezirk Lüntenbeck wird es schon ein wichtiges Ereignis gewesen sein, nun endlich an die mehr oder
 minder große Welt angeschlossen zu sein. Und so sind Kind und Kegel auf den Beinen, um den Eröffnungszug lauthals
 zu empfangen. Und vielleicht auch zu bewundern, denn die roten Brummer waren zwar einfach gestrickt, aber damals
 eben “modern” im Vergleich zu den fauchenden Dampfloks mit dem teilweise noch ziemlich alten Wagenmaterial. Laut
offiziellen Angaben zur Eröffnung der Nachkriegshaltepunkte der REG-Linie müsste der Fototag der 30.10.1953 sein.
Volle Laubpracht im Hintergrund und das kurze Röckchen bei der jungen Dame könnten Zweifel am Termin anmelden.
Foto Wieland  Sammlung Helmut Brinker

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Lüntenbeck
Wie in vielen nicht direkt städtisch bebauten Gebieten hat der Baumwuchs in den Jahrzehnten nach dem Krieg meist
 erheblich zugenommen. So natürlich auch im Wuppertal, der “Großstadt im Grünen”. Seit keine Dampfloks mehr fahren
 oder Oberleitungsmasten am Wegrand stehen, ist der freie Streifen zum Gleis oft auch erheblich geringer geworden.
 Hier ein schönes Motiv vom Vohwinkler Bahnsteigteil. Der 515 880 hat soeben die mehrgleisige Trasse von Varresbeck
 her verlassen und biegt nun ein auf die Verbindungsbahn zum Bahnhof Wt-Vohwinkel. Offenbar wollen doch einige
 Fahrgäste das kurze Stück noch mitfahren. Die Bahnsteige an diesen beiden Gleisen hier samt Brücke darüber wur-
den etwas später als die Haltestellen auf den Düsseldorfer Gleisen in Betrieb genommen (Aufnahme vom Mai 1985).
Foto Klaus Hoffmann

Hp. Wt-Lüntenbeck

Hp. Wuppertal-Lüntenbeck
Einen “Gleisplan” vom Haltepunkt Lüntenbeck zu bringen, wäre vielleicht etwas vermessen, denn es gibt ja nur vier
 Durchgangsgleise ohne Weichen. Deshalb dieser offzielle “Bahnhofsplan”, der speziell auf die Fahrwegprüfbezirke ab-
stellt. Der Hp.Wt-Lüntenbeck wird in dieser Hinsicht vom östlicheren Bahnhof Wt-Varresbeck betreut. Zuständig dort
ist das Stellwerk Vw. Gut zu sehen ist die Funktion als Keil”Bahnhof” zwischen den Streckenästen Richtung Wt-Voh-
winkel und Düsseldorf mit seinen ziemlich kurzen Bahnsteigen. Aus Sicherheitsgründen führt ein Fußgängersteg über
 beide Gleispaare. Die sichtbaren Anschlussgleise werden vom Bahnhof Wt-Varresbeck aus bedient. Der Plan stammt
 vom 14. März 1983 von der Bundesbahndirektion Köln, wobei sich die eigentliche Zeichnung auf das Jahr 1965 be-
zieht. Damals war die Rheinische Strecke im Tal bekanntermaßen noch unter Obhut der BD Wuppertal angesiedelt.
Vorlage  DB/BD Köln  Sammlung Michael Peplies

(c) Klaus Hoffmann   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Lüntenbeck
Der ursprüngliche filigrane Fußgängersteg über die älteren Düsselorfer Gleise wurde später verändert. Zusammen mit
 dem Überweg an der Vohwinkler Trasse wirkte die Angelegenheit irgendwie “geschustert”. Interessant und ein äußerst
 dankbares Vorbild für unsere Modellbauer ist die nicht höhengleiche Lage der beiden Teile. Das könnte einmal mit der
 nachträglichen Erweiterung des südlichen Teils zusammenhängen; vielleicht aber auch etwas mit der Gleislage zu tun
 haben, denn die Krümmung der beiden Gleise Richtung Vohwinkel bedingte eine starke Überhöhung, so dass speziell
die nördliche Außenschiene doch um einiges höher liegt als im normalen ebenen Verlauf (vgl. Bild mit dem roten ETA
 anno 1985). Hochinteressant ist der Kugelgasbehälter in der Möbeck. Er wurde 1958 in Betrieb genommen mit einer
 Füllmenge bis zu 270.000 cbm Erdgas. Das Gas kommt durch eine unterirdische Leitung aus Holland und bewirkt den
 überwiegenden Teil der Wuppertaler Gasversorgung. Er ist bis heute der größte Kessel dieses Typs in Deutschland.
Foto Klaus Hoffmann

(c) Wolfgang Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Lüntenbeck
Die Strecke zwischen Varresbeck und Lüntenbeck sah fast so aus wie eine viergleise Rennstrecke der DB. Dies
 täuschte aber, denn es handelte sich um die Streckenäste, die vom Gbf. Varresbeck nach Düsseldorf-Gerresheim
 (die beiden Gleise links) und nach Wt-Vohwinkel (die beiden Gleise vorne) führen. Die Station Lüntenbeck war dem-
nach von der Anordnung ein “viergleisiger Haltepunkt”. Von der Brücke mit den Zugängen zu den Gleisen sehen wir
auf die ETA-Einheit, die vor wenigen Minuten den Bahnhof Vohwinkel verlassen hat und nun auf der Rheinischen
 Strecke nach Wt-Wichlinghausen fährt. Der bald schon folgenden Bahnhof von Wt-Varresbeck ist im Hintergrund
zu erspähen (815 780 im Frühjahr 1986). Verschiedene Anschlussgleise werden vom Bf. Varresbeck aus bedient.
Foto Wolfgang Bügel

(c) Sammlung H.Brinker   www.bahnen-wuppertal.de

Hp. Wuppertal-Lüntenbeck
Einige Monate nach Betriebseröffnung war auch der Meister vor Ort. Für sein Archiv hat er den 2.2.1954 notiert. Die
 Schienenbuskurse mit dem neuen Halt in Lüntenbeck werden offensichtlich angenommen, aber ein Solo-Triebwagen
am kurzen Bahnsteig ist nun auch nicht die Welt. Im Dezember 1954 wurde die Station auch für die dampfgeführten
Züge ein normaler Stop, so dass dabei sicherlich die Bahnsteige etwas verlängert wurden. Interessant ist vorne die
 Haltetafel am Düsseldorfer Bahnsteig mit dem Hinweis auf “2 Tp”, was wohl auf die Länge zweier Schienenbusse als
 “Triebwagen-Personenzüge” hinweisen soll. Ob sich unser Fotofreund mit den neuen Fahrzeugen wirklich anfreunden
 konnte? Gegenüber den wild arbeitenden Dampfloks wirkten die Omnibusse auf Rädern fotomäßig doch eher mickrig.
Foto Carl Bellingrodt Sammlung Helmut Brinker

Die Bahnhöfe aus der Nachkriegszeit als Teil der Rheinischen Strecke

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Bf. Wichlinghsn. Bf. Heubruch Bf. Rott Bf. Loh Bf. Ostersbaum Bf. Mirke
Bf. Ottenbruch Bf. Dorp Bf. Varresbeck Bf. Lüntenbeck Bf. Dornap-Hahn

Fahrtrichtung von Ost nach West. Die neuen DB-Haltepunkte nach dem Krieg (Rott, Ostersbaum, Dorp und Lüntenbeck) sind zusammen auf einer Seite.

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