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Straßenbahnen in Wuppertal:  das Meterspurnetz

Das Straßenbahnnetz in Wuppertal wurde in starkem Maße durch die unterschiedlichen Bedingungen der ehemals selbständigen Gemeinden Barmen und Elberfeld geprägt. Obwohl als “Schwesterstädte” schon immer ganz eng verbunden, gab es in beiden Stadtbereichen andersartige Enwicklungen und offenbar auch “Vorlieben”. So war das Elberfelder Netz viel stärker als dasjenige von Barmen in eine Nord-Süd-Achse eingebunden, was eine intensive Verknüpfung mit den nördlichen Linien im Niederbergischen bis nach Essen und im südlichen Bereich mit den Bahnen von Solingen und Remscheid bedeutete. Vor diesem Hintergrund mit den Besonderheiten der topografischen Verhältnisse ist der Bau des Elberfelder Meterspurnetzes einzuordnen, während man in den Barmer Bezirken von Anfang an auf die Regelspur setzte. Lediglich im Talbereich bis Sonnborn inklusive weniger direkter Ergänzungsstrecken wurde auch in Elberfeld die von der Schwarzbach in Oberbarmen kommende Linie in Normalspur gebaut. Die in Elberfeld meist gegebene Nord-Süd-Ausrichtung des Streckennetzes war dann auch ein Grund für etliche Strab-Linien, die mit Auf- und Abstiegsetappen die Talachse in Querrichtung durchfuhren. Diese Situation ist auch heute hier noch typisch für etliche Kurse mit den Dieselbussen.  

Eine Bemerkung gerade zu dieser Seite: Das Straßenbahnnetz in Meterspur war in Wuppertal und Umgebung eine äußerst vielfältige Angelegenheit, die mit ihren zahlreichen Linien, Fahrzeugen und Betriebsverhältnissen mit Sicherheit ein intensives, wichtiges Kapitel im Komplex der “Bahnen in Wuppertal” ausmacht. Wir können diese Vielschichtigkeit auf der Seite natürlich nur fragmentarisch, mehr so im Sinne von Beispielszenen nachempfinden und zunächst nicht vollständige Linien oder ganze Streckenabschnitte vorstellen. So wollen wir uns zunächst primär auf die Nachkriegszeit beschränken und hier verstärkt die letzten Jahre der beiden Linien 5 und 25 Revue passieren lassen. 
        

(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Innenstadt Elberfeld
Zum Einstieg ein Motiv aus wirklich alten Bahnzeiten im Tal. Im Bild der alte Triebwagen Tw 1 der Straßenbahnlinie
 Elberfeld - Cronenberg - Remscheid zu einer Zeit, als im Tal noch Ein-PS-Vehikel vorherrschten im Gegensatz zur
Tram oder gar dem Automobil. Die Szene entstand am alten Stadttheater in Elberfeld, so um 1900. Mal wieder hoch
 interessant sind die zeitgenössische Kleidung und die vielen Details am Rande. Die Firma UEG aus Berlin war zu Be-
ginn an mehreren Straßenbahnbauten (und der Schwebebahn) beteiligt. Bestechend ist die Qualität der Aufnahme
mit der Plattenkamera. Da auch beim Pferd keine Bewegungsunschärfe festzustellen ist, nutzte man damals
offenbar ein Top-Gerät zur Herstellung dieses eindrucksvollen Zeitdokuments aus dem Tal der Wupper.
Foto Archiv WSW   Sammlung VOBA

(c) Graham Feakins   www.bahnen-wuppertal.de

Dönberger Straße
Die Straßenbahnlinie 25 zwischen Dönberg und Sudberg war eine der letzten Kurse auf dem Meterspurnetz und um-
fasste so eine für Elberfeld typische nord-südwärts führende Route. Aber nicht nur typisch für die Linienausprägung
im Wuppertaler Schmalspurnetz, sondern ebenso für die Struktur der Trassierung. Denn vom wenig urbanen Dönberg
 ging es über Vorstadtbezirke südwärts hinunter in die verkehrsmäßig zentralste Zone von Wuppertal. Dann fuhr man
 am anderen Berg wieder hinauf durch vorstädische Gebiete bis ins geschäftige, “richtig” bergische Cronenberg und
 weiter an den Endpunkt in Sudberg mit stark ländlichem Charakter. Im Bild sind wir auf der im oberen Uellendahl
 abzeigenden Dönberger Str. und bewundern den Triebwagen 133 (Westwaggon/SSW 1949) beim Umsetzmanöver
(Sommer 1969). Dieses schöne Farbfoto wie auch andere verdanken wir einem englischen Straßenbahnfan, der
das Wuppertaler Meterspurnetz auf mehreren Reisen 1969 und 1970 zu unser aller Glück rechtzeitig ablichtete .
Foto Graham Feakins

(c) Sammlung Lotz   www.bahnen-wuppertal.de

Elberfelder Südstadt
Zwei interessante Bilder vom Bereich an der Blankstraße und Augustastraße, wo Anfang 1960 noch eine richtige
 Neubaustrecke erstellt wurde. Der Grund dafür war die sehr enge und steile Streckenführung in diesem Bereich.
Oben auf dem Bild gut erkennbar ist die steile Trassierung mit einer besonders engen Kurve. Hier kommt “fast um-
fallend” der Solo-Triebwagen Nr. 158 (MAN/SSW 1925, ausgemustert am 1.Mai 1965) nach einer s-förmigen Fahrt
auf seiner Linie 15 nach Remscheid nun auf die etwas gerader verlaufende Augustastraße, kurz vor der Haltestelle
 Irenenstraße. Links ist die neue zweigleisige Trasse gerade im Bau. Unten sehen wir das andere Ende der Umbau-
strecke. Hier geht der Blick von der Blankstraße hinein in eine Art Schlucht und bietet für eine Straßenbahntrasse
 mitten in der Großstadt schon einen “aufregenden” Streckenverlauf. Noch eiin Motiv von der Linie 15. Dem Tw mit
der damals sehr bekannten Kaffee-Kikuth-Reklame ist der Beiwagen 904 angehängt. Die Bahntrasse, die nur 10
Jahre  in Betrieb sein sollte, lief über die Ferdinand-Schrey-Straße (damals Sackgasse). Fotos vom Mai 1960.
Foto oben  WSW   Sammlung Lotz     Foto unten  WSW   Sammlung Malicke

(c) Sammlung Malicke   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Graham Feakins   www.bahnen-wuppertal.de

Betriebshof Mirke
Das Depot im Bezirk Mirke nahe der Rheinischen Bahnlinie im Norden von Elberfeld war für die letzten Einsätze
der Bahnen auf dem Meterspurnetz verantwortlich. Klar, dass hier auch beim Abschied dieses Betriebszweiges eine
 Menge los war. War das wirklich klar? Bekanntlich wird es den meisten Bürgern - und auch etlichen Bahnfans - ja
erst richtig bewusst, was verloren geht, wenn es schon zu spät ist. Das war bei der Stillegung der Bergbahn oder
des Sambas nach Cronenberg auch nicht anders. So sind die Abschiedsfahrten und Feierlichkeiten tatsächlich mehr
eine etwas makabre Inszenierung, denn “zu feiern” gibt es an sich nichts. Trotzdem freuen wir uns natürlich immer
über jedes Foto aus dieser Zeit, was ja letztlich stets ein historisches Zeitdokument der Bahn- und auch Stadt-
geschichte ist. Im Bild der Tw 105 (Talbot/SSW 1927) auf der letzten Einsatzstrecke zwischen Dönberg und dem
 Hauptbahnhof, den es damals noch gar nicht gab, sondern “Wuppertal-Elberfeld” hieß. Das Datum des Bildes ist
 unschwer zu erkennen. Der alte Triebwagen kam nach der Ausmusterung in den Museumsbestand der BMB.
Foto Graham Feakins

(c) Sammlung Malicke   www.bahnen-wuppertal.de

am Döppersberg
Ein hochinteressantes Zeitdokument
vom Bau der Rampe am Döppersberg.
Mit diesem Bauwerk konnte die südli-
che Fahrbahn der umgestalteten B7
vom Verteilerpunkt Döppersberg aus
 Richtung Johannisberg/Stadthalle in
 sinnvoller Weise überbrückt werden.
Die Fahrbahn war ausgerichtet auf
eine zweigleisige Trasse. Im Bild der
Tw 105 auf der E 5 zum Friedens-
hain hinauf. Rechts dominiert das
 “Köbo-Haus” das Bild, ein markanter
 Punkt am Döppersberg und jedem
 Wuppertaler ein Begriff. Für Historiker
 und Nachbauwillige sehr toll ist die
 zeitgenössische Reklame am Haus,
nicht nur hinsichtlich der Firmen, son-
dern ganz speziell in der Form jener
 Epoche. Im Gegensatz zu heute wirkt
 das recht einfach und bieder, aber
 gleichzeitig präzise. Es hat wenig ge-
meinsam mit der heutigen Werbungs-
Überflutung. Für die Modellbauer ist
dies allerdings vorteilhaft, denn einfa-
che Schriften lassen sich ja gut her-
stellen (wohl dem, der einen alten
 Faller-Stadtbausatz ergattern kann).
Foto WSW   Sammlung Malicke

(c) Graham Feakins   www.bahnen-wuppertal.de

Dönberger Straße
Noch hat die Straßenbahn auf dem Meterspurnetz einige Wochen Galgenfrist und sie ist auf dem letzten Abschnitt
 zwischen der Elberfelder Innenstadt und Dönberg im Einsatz. Im Bild der Triebwagen 197 auf der Dönbeger Straße.
Der Triebwagen ist ein Eigenbau der Stadtwerke (WSW/SSW) aus dem Jahre 1951. Sein Ende kam zum 1.8.1970.
Foto Graham Feakins

(c) Sammlung Lotz   www.bahnen-wuppertal.de

Lichtscheid/Ronsdorf
Im oberen Bild ist der Tw 29 mit Bw 360 auf der Linie 10 am Lichtscheider Kreuz. Er kommt vom Toelleturm, wo die
 Straßenbahn als Verlängerung der Bergbahn direkten Übergang aus dem Barmer Stadtzentrum bot. Rechter Hand
geht es nun etwas eben weiter und dann hinunter in die Ronsdorfer Innenstadt. Links führen die Gleise weiter zum
Depot Kapellen und zum Friedenshain, Das Lichtscheider Kreuz ist mit dem “Überflieger” vor einigen Jahren vollkom-
men umgestaltet worden. Das alte Versorgungsgebäude im Hintergrund gibt es allerdings gegenüber der neu erbau-
ten katholischen Kirche noch. Hinter dem Beiwagen erkennen wir die neue (Zwischen-)Wendeschleife für den Obus,
der bald nach dem Aufnahmezeitpunkt im Juni 1959 weiter nach Ronsdorf fahren sollte. Unten ein schönes Motiv
vom Ronsdorfer Stadtbahnhof, wo der “Bahnhof” die Straßenbahnen betraf und nicht die Eisenbahn. Der Tw 32 ist
auf der Pendelstrecke zur DB-Station eingesetzt, wobei über eine Schleife am Ascheweg und am Kraftwerk vorbei
 etliche Höhenmeter gewonnen werden mussten. Von der Bahnstation in Ronsdorf gab es früher intensiven Güter-
verkehr mittels Rollwagen Richtung Remscheid und nach Lichtscheid hinauf (u.a. zur Firma Vorwerk). Nicht zu über-
sehen wird das Fahrzeug als “Einmannwagen” ausgeschildert, wo man beim Fahrer aus- und zusteigen musste. Die
beiden Fahrzeuge stammen aus einer Serie von 1928/29 (Schöndorff/SSW) und wurden am 1.1.1962 ausgemustert.
Fotos (2)  WSW   Sammlung Lotz

(c) Sammlung Lotz   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Graham Feakins   www.bahnen-wuppertal.de

Betriebshof Mirke
Noch ein Bild vom Betriebshof Mirke am Tag des Abschieds im Sommer 1970. Im Bereich des Werkes sind einige
 Fahrzeuge aufgestellt bzw. buntgeschmückt auf großer Fahrt. Viele Bahnfans sind zum Schnuppern gekommen und
 wollen die letzten Schnappschüsse einfangen. Ältere Mitbürger wollen noch einmal eine Tour mit “ihrer” Linie unter-
nehmen. Wenn man die Vielschichtigkeit der Straßenbahnen im Tal Revue passieren lässt und über den Niedergang
der Herrlichkeit ins Sinnieren kommt, kann man nur “grübelnd-verzweifelnd” in den Sessel sinken oder etwa nicht?
Foto Graham Feakins

(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

am Islandufer
Ein schönes Foto aus einer alten Werbebroschüre
der Industrie-und Handelskammer. Das Bild muss so
um 1952 herum  entstanden sein. Wir stehen am
 Islandufer unweit des Elberfelder Bahnhofes. Die
 Hinweisschilder für die diversen Straßenbahnlinien
 erinnern sehr wehmütig an die alte Straßenbahn-
Herrlichkeit, wie sie in dieser Gegend früher ein-
mal geherrscht hat. Ein Kenner der Szene wird so-
fort konstatieren, dass es sich bei den Angaben nur
um Meterspurbahnen handelt, die bis auf die Tal-
achse das Elberfelder Netz prägten. Im Hintergrund
 dominiert das alte Hotel Kaiserhof die Szene, das
 später einige Meter weiter ostwärts im “zeitge-
mäßen” Stil neu erbaut wurde. Vgl. die Aufnahme
unten am Brausenwerth, wo rechts mittlerweile
der neue Kaiserhof an der Straße Döppersberg
 enstanden ist (später mal Intercity-Hotel).
Foto Sammlung VOBA

(c) Graham Feakins   www.bahnen-wuppertal.de

Innenstadt Elberfeld
Ein tolles Aktionsfoto vom Brausenwerth in Elberfeld. Man spricht davon, dass hier heute die größte Verkehrsdichte
in der Stadt zu verzeichnen ist. Der alte Straßenbahn-Tw 105 ist auf der Linie 25 eingesetzt und “wankt” um die
Kurve. Dahinter erspähen wir den Neubau vom Hotel Kaiserhof. Ein Zug der Schwebebahn aus den Anfangsjahren
kommt aus Richtung Barmen und wird gleich in die Station Döppersberg einfahren. Rechts eine “Badewanne”, wie
ein Ford Taunus bestimmter Form bzw. Baujahre gerne genannt wurde. Links zwei Autos aus der damaligen Käfer-
Schwemme, dazwischen ein Opel Commodore sowie links ein Opel Rekord. Die junge Dame in Bildmitte, außerhalb
jeder Fußgängertrasse, hat einen Minirock an, was die Zeit wegen des Termins der Strab-Einstellung schon recht
gut einkreisen hilft. Miniröcke gibts zum Glück auch heute noch im Tal, Straßenbahnen leider nicht mehr (1970).
Foto Graham Feakins

Innenstadt Elberfeld
Auf diem Bild kann man gut das schma-
le Profil der Strab-Fahrzeuge erken-
nen. Auffälig auch die Nietreihen, die
 wirklich so ein Sinnbild einer “allten”
Bahn vermitteln. Der Tw 142 hat noch
 eine lange und beschwerliche Reise
vor sich. Denn zunächst muss er die
 Höhe nach Cronenberg hochkraxeln.
 Danach geht in die Kohlfurth wieder
auf Wupperniveau hinunter und dann
 erneut steil nach Solingen hinauf. So
 eine typische Überlandstreckenführung
 im Bergischen Land! Die Linie 5 war
 mit die letzte des Wuppertaler Meter-
spurnetzes. Hochinteressant für die
 Historiker und für eine vorbildgetreue
 Modellbahn ist mal wieder die zeit-
genössische Kleidung, die auf einen
 warmen Sommertag hindeutet. Übri-
gens: rechts im Hintergrund sehen wir,
 dass die Ampeln weiss gestrichen sind.
 Dies war eine Episode auf dem Wupper-
taler Straßennetz und auch immer ein
gutes Indiz zur zeitlichen Einordnung
 eines Fotos bzw. der Epoche. Könnten
wir mit der Zeitmaschine zurückfahren,
so würden wir im Sommer 1965 an der
 Haltestelle Morianstraße in der Elber-
felder City dieses Motiv einfangen. Der
Tw 142 wurde 1927 von Uerdingen und
SSW erbaut und war zunächst bis 1958
 bei der Straßenbahn in Ennepetal im
 Einsatz. Die Ausmusterung erfolgte
zum Betriebsende am 1.August 1970.
Foto WSW   Sammlung Lotz

(c) Sammlung Lotz   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Ronsdorf
Der bekannte Fotograf Carl Bellingrodt, jahrzehntelang ansässig in der Siegesstraße in Barmen, war zwar in erster
Linie ein Eisenbahnfotograf und gilt mit seiner legendären Plattenkamera als Nestor der deutschen Bahnfotografie.
Zeitweise wurden aber andere Motive gemacht, vielfach mehr nebenher. So verdanken wir ihm auch diese schöne
Motiv von der Waldstrecken-Trasse an der Krim in Ronsdorf. Der Triebwagen 153 ist heute auf Solotour unterwegs.
Ein wirklich tolles Motiv der alten Straßenbahnromantik mit der schräg angelegten Brücke, den Masten, den alten
 Stromabnehmern beim Tw - und im Hintergrund erinnern die schieferverkleideten Häuser an die bergische Heimat.
Die Anlieferung des Triebwagens erfolgte von MAN/SSW anno 1925, die Ausmusterung kam zum 1. März 1965.
Foto Carl Bellingrodt   Sammlung VOBA

(c) Graham Feakins   www.bahnen-wuppertal.de

Solingen
Mal außerhalb der Wuppertaler Heimat, aber in nur allzu be-
kanntem Terrain: Tw 119 an der Endhaltestelle Mühlenplatz
in Solingen. Der Triebwagen hat sich die Ruhepause wahrlich
 verdient, denn die Heimfahrt wird lang mit beschwerlichen An-
 und Abstiegsphasen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme anno 1969
war der Abgesang für die alte Trasse zwischen Elberfeld und
 Solingen aber längst schon eingeläutet (bzw. gebimmelt). Der
Tw 119 wurde 1931 von Uerdingen und SSW erbaut (+ 1970).
Foto Graham Feakins

(c) Graham Feakins   www.bahnen-wuppertal.de

Dönberger Straße
Nun ist es soweit, der gelbe Mohr hat seine Schuldigkeit getan,
 der Meterspur-Tw kann gehen. Wir stehen in der Dönberger
 Straße und schnuppern zur Betriebseinstellung Ende Juli 1970
 ein letztes Mal Straßenbahn-Flair in einer sich rasant ändern-
den Zeit. Man spricht noch nicht von Ölkrise, von Verkehrs-
kollaps oder Autoabgasen - aber die Strßsenbahn, die passt
nicht mehr ins Bild resp. Verkehrskonzept der Stadtplaner. Der
Tw wirkt mit der durchgehenden Frontscheibe recht modern.
Foto Graham Feakins

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Stöckener Tunnel
Auf Solinger Seite gab es südlich des Bezirkes Stöcken den 188 Meter langen gleichnamigen Tunnel. Hier haben wir
uns am 26.4.1969 für eine Aufnahme postiert. Ein Sonderwagen ist auf Tour und kann noch einmal bestaunt werden.
 Der Triebwagen 156 stammt aus dem Jahre 1925 (MAN/SSW) und ist ein schwerer Vierachser (+ 8.5.1969). 
Foto VOBA

(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Elberfelder Nordstadt
Die Situation ist nicht unbekannt, dass am Tag der Einstellung einer Bahnstrecke plötzlich das Interesse ganz groß
ist und dies “gefeiert” werden muss. Für den wahren Bahnfan ist das wohl mehr ein Trauerfall denn ein Freudener-
eignis. Wir befinden uns am 25. Mai 1968 am Gabelpunkt, wo der Rest der alten Stammstrecke (von Neviges) nun
 zwischen Grenze Jagdhaus und Elberfeld Gathe stillgelegt wird. Im Bild friedlich vereint die Triebwagen 159, 156
und 117. Der Tw 159 wurde anno 1925 von den Firmen MAN und SSW gebaut und am 8. Mai 1969 ausgemustert.
Foto WSW  Sammlung VOBA

(c) Graham Feakins   www.bahnen-wuppertal.de

Sudberg
Ganz im Süden vom Stadtteil Cronenberg liegt der Bezirk Sudberg, sozusagen zwischen Remscheider und Solinger
Gebiet eingeklemmt. Bis hierhin fuhr fast bis zum Ende des Schmalspurbetriebes die Linie 25. Von Cronenberg ging
es dann “gemeinsam-abwechselnd” mit der aus Solingen kommenden Linie 5 nach Elberfeld hinunter. Oben im Bild
die Endhaltestelle mit dem Tw 133, unten ein Solo-Tw in diesem Bezirk. Wie bei vielen Strecken im Bergischen, die
übers Land führten oder in die Außenbezirke gingen, wirkt die Szenerie mit den Masten, den Pflastersteinen, dem
 fehlenden Bürgersteig, den varianten Häuserfronten und dergeichen Details so richtig straßenbahn-romantisch.
Foto oben  Graham Feakins
Foto unten WSW  Sammlung Lotz

(c) Sammlung Lotz   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Sammlung Lotz   www.bahnen-wuppertal.de

Döppersberg/Johannisberg
Ein interessanter Blick gen Westen
auf den Johannisberg. Im Zuge des
 Straßenausbaus der B 7 auf der Tal-
achse wurde die Streckenführung der
 Straßenbahntrassen auch verändert.
Vom Döppersberg hoch gab es nun die
 Betonrampe für die Tram, um auf das
 Niveau der Bahnhofstraße zu gelan-
gen. Heute fahren über die Trasse die
 Dieselbusse. Im Hintergrund der Prunk-
bau der Elberfelder Stadthalle, mittler-
weile nach aufwändiger Restauration
vor einigen Jahren eines der nicht ge-
rade zahlreichen Vorzeigeobjekte im
Tal. Rechts davor erspähen wir den
 nüchternen Neubau des Wilhelm-Dörp-
feld-Gymnasiums. Einige alte Gebäude
 aus der Kriegszeit stehen noch, die
 spätestens mit dem Neubau des Spar-
kassenhauses weichen mussten. Die
 Straßenbahn kommt auf der Linie 25
von Sudberg herunter gefahren.
Foto WSW   Sammlung Lotz

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Cronenberg
Auf der Berghauser Straße in Cronenberg geht es fast genau südwärts nach Sudberg. Dieser Ast wurde bekannt-
lich von der Linie 25 bis zum 21. August 1969 bedient. Der Tw 140 komt vom südlichsten Bezirk Wuppertals und
hat bis zur Dönberger Straße noch einen netten Lauf vor sich. Der Triebwagen stammt von der Straßenbahn aus
 Ennepetal (Nr. 13) und wurde am 21.10.1957 in Wuppertal in Dienst gestellt. Gebaut wurde er 1927 durch die
Firmen Uerdingen/SSW, ausgemustert am 1.8.1970 zum Ende der Meterspurära im Tal (Foto vom Frühjahr 1969).
Foto VOBA

(c) Graham Feakins   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Graham Feakins   www.bahnen-wuppertal.de

Cronenberg
Wieder eine tolle Szene mit Überland-
charakter, wie sie in unserer Region
ja bei vielen Straßenbahnlinien vor-
kam. Wir sind im Bereich Möschenborn
im südlichen Cronenberg. Der Tw steht
auf dem ehemaligen Streckengleis der
Linie 5 nach Solingen, das ab dem 4.5
1969 als Pausenplatz für die nicht bis
Sudberg durchlaufenden Kurse der SL
25 benutzt wurde. Eine leicht schiefe
Lage der Tram, die Oberleitung in
der Kurve mit der Abspannung, die
nicht befestigte Straße, das alte
 bergischhe Haus und etlicher “Kros”
 drumherum, alles Dinige, die die Bahn-
romatik für die Fans ausmachten. An
 einem schönen Sommertag im Jahre
1969 war ein Fotograf zur richtigen
Zeit an der richtigen Stelle.
Foto Graham Feakins

Uellendahl
Der Tw 117 (Uerdingen/SSW 1931, +
 1.8.1970) auf einer Ausweiche in der
 Uellendahler Straße. Vergleicht man
den Verkehr mit dem heutigen Betrieb,
so muss man bei aller Liebe zugeben,
dass die Straßenbahnen im Planum
 meistens irgendwie gestört haben. Man
 wundert sich vielleicht im Nachhinein,
 dass dadurch nicht mehr Unfälle vor-
kamen. Wenige Wochen vor Tores-
schluss enstand im Frühsommer 1970
diese Aufnahme. Während die Bahn für
 den bekannten Magenbitter Reklame
 macht, zieht es die Einheimischen wohl
 mehr ins Eck, um sich ein kühles Pils in
die Kehle zu schütten. Die Reklame für
das Wicküler-Bier (“Drei Musketiere”)
 erinnert an die Brautradition in der
Stadt, die ebenso wie die Bahnen
 schon lange zur Geschichte gehören.
Foto Graham Feakins

(c) Sammlung Lotz   www.bahnen-wuppertal.de

am Elberfelder Bahnhof
Ein interessantes Zeitdokument der Wuppertaler Geschichte am Elberfelder Bahnhof. Nicht nur die Details, auch das
 diesige Wetter könnten eine trübsinnige Stimmung verbreiten. Wir befinden uns an der Bahnhofstraße am Johnnis-
berg, gleich neben der Bundesbahndirektion. Die Straße ist mittlerweile natürlich vollkommen ausgebaut und Stra-
ßenbahngleise gibt es schon längst nicht mehr. Der Strab-Zug ist auf der Linie 33 im Einsatz und ist noch nicht so
lange unterwegs, denn er kommt von der Endhaltestelle an der Ravensberger Straße in der oberen Steinbeck.
Linker Hand sehen wir die alte Fußgängerbrücke zur Südstadt, die im Zuge der Elektrifizierung der Bergisch-
Märkischen-Bahn zusammen mit den Bahnhofshallen um 1963 abgerissen wurde. Heute führt bekanntlich eine
neue Brücke hoch und mittig über die Bahnhofsgleise des beengten Wuppertaler Hauptbahnhofes hinweg.
Foto WSW  Sammlung Lotz

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Brücke Kohlfurth
Die Wupperbrücke hat in letzter Zeit wegen ihres maroden Zustandes und einer zeitweiligen Sperrung für Aufsehen
 gesorgt. Ende 2008 wird die Restaurierung wohl endgültig eingeleitet. Wir sind an der Wupper am tiefsten Punkt
auf der Linie 5 von Solingen nach Elberfeld. Nach beiden Seiten hinauf (Solingen bzw. Cronenberg) mussten die
Bahnen schon recht klettern. In der Kohlfurth befindet sich seit Jahren das Depot der Bergischen Museumsbahnen,
von wo aus durch das Kaltenbachtal Richtung Cronenberg an vielen Wochenenden verschiedene Straßenbahnen
fahren. Für viele Motorradfahrer ist das Cafe “Hubraum” hier ein beliebter Treffpunkt. Der Tw 112 stammt von 1927
 (Talbot/SSW) und wurde mit der Einstellung des Meterspurnetzes am 1. August 1970 kassiert. Foto vom April 1969.
Foto VOBA

(c) Graham Feakins   www.bahnen-wuppertal.de

Cronenberg
Zwar nicht ganz konturenscharf, aber eine tolle Betriebsaufnahme von einer Kreuzung zweier Straßenbahnen (Tw
117) auf dem Cronenfeld, der relativ ebenen Fläche zwischen Hahnerberg und dem eigentlichen Zentrum der bis
1929 selbstständigen Gemeinde Cronenberg. In diese Bezirke fuhr bis 1988 auch der “Samba” auf Bundesbahngleisen,
so dass es hier immer gute Anschlüsse im Nahverkehr gab (was mit den Dieselbussen heute noch gesteigert wurde).
 Links der Straße bergische Bauherrlichkeit pur mit den alten schieferverkleideten Häusern (samt dem angeschnitte-
nen Schild von Bremme-Bräu-Barmen). Rechts eine für den Nachbau interessante Erfrischungsbude - im Ruhrgebiet
 meist als “Trinkhalle” bezeichnet -, wo es neben der zeitgemäßen Cola auch “Eis vom Ita” gibt. Für Nachbauwillige
gut sichtbar ist die Verlegung der Gleise in der Straße mit verschiedenen Materialien. Ein ganz starkes Live-Motiv!
Foto Graham Feakins

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Ein nüchternes Hinweisschild kündet im Mai 1969
vom Ende einer einst berühmten Trasse zwischen
 Wt-Cronenberg und Solingen. Diese Linie gab es
seit dem 3. August 1914. Sie war wegen der
 beiden Abstiege auf das Wupperniveau in der
 Kohlfurth mit Kehren und Tunnel fast schon eine
 Gebirgsbahn, wenn auch ohne extreme Steigun-
gen. Auf der Wuppertaler Seite betreiben heute
 die Bergischen Museumsbahnen ihren historischen
 Betrieb auf der Strecke durch das Kaltenbachtal.

Linker Hand ein weiteres Foto vom Bereich der
 Kohlfurth, wo uns der Tw 135 im Frühjahr 1969
 begegnet. Auch dieser Wagen stammt ehedem
aus Ennepetal (Uerdingen/SSW 1927) und kam
im Juni 1956 zu den WSW. Der Tw fuhr bis zur
 Einstellung des Betriebes des Meterspurnetzes.
Fotos (2)  VOBA

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Cronenberg
Der Triebwagen 197 wirkt von der glatteren Form her moderner als die meisten anderen Wagen. Nicht verwunderlich,
 denn er ist ein Eigenbau der Stadtwerke aus dem Jahre 1951. Er war bis zum Ende des Meterspurnetzes im Wagen-
park. Hier begegnen wir dem Tw auf der Linie 5 Richtung Solingen im Bereich von Lenzhaus in Cronenberg (4/1969).
Foto VOBA

Denkmal Straßenbahn Wt-Ronsdorf
Im März 2006 wurde neben dem Stadt-
bad im Ortsteil Ronsdorf ein Denkmal
 errichtet, das an die ehemalige Rons-
dorf-Müngstener Eisenbahn und den
 Straßenbahnbetrieb in dieser Region
 erinnern soll. Es umfasst zum einen eine
 Achse eines alten Waggons, die durch
 Vermittlung der BMB beschafft werden
 konnte. Zum anderen gibt es eine Hin-
weistafel mit Daten zur RME sowie zum
 “Stadtbahnhof”, auf dessen Areal das
 Denkmal steht. Der Bahnhof für den
 schmalspurigen Straßenbahn- und
 Güterverkehr erhielt den Namen im
 Gegensatz zum Staatsbahnhof der Ei-
senbahn. Auf den Ronsdorfer Linien gab
 es früher intensiven Güterverkehr mit
 kleinen Elloks und Rollwagen, die am
 Bahnhof der Staatsbahn umgeladen
 wurden. Der Betrieb der Schmalspur-
bahn insgesamt endete anno 1959.
Foto Daniel Arnhold

(c) Daniel Arnhold   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Sammlung VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Solinger Strecke
Zwei sehr interessante, uralte Fotos
 erhielten wir vom Bau der Straßen-
bahnlinie zwischen Cronenberg und
 Solingen. Im Bild sehen wir Bauaktionen
 an der Trasse, die von der Wuppertaler
 Firma Schutte ausgeführt wurden. Wie
 früher meist üblich, mussten für Erd-
arbeiten und den Ab-/Antransport von
 Materialien Loren und Feldbahndampf-
loks herhalten. Wo die beiden Szenen
 festgehalten wurden, ist nicht überlie-
fert. Bei den Fotos steht nur bei: “Erd-
arbeiten für die Kleinbahn Cronenberg -
 Solingen 1913/14”.  Neben den Fahr-
zeugen mit ihren natürlich wüst ver-
legten Gleisen fasziniert uns auch der
alte Baukran auf eigenem Planum. Viel-
leicht kann uns ein User mehr zum Ort
des Geschehens und zu der Lok sagen.
Fotos (2)  Sammlung VOBA

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Kohlfurth
In diesem Bereich befinden sich heute die Anlagen der Bergischen Museumsbahnen, deren Vorgängerverein es zum
 Zeitpunkt der Aufnahme am 26.4.1969 bereits gab. Auch vor den Abschiedsfahrten zur Einstellung der Strecken gab
 es zuweilen Sonderfahrten für Anwohner und Straßenbahnfreunde. Die Tw 159 und 156 (hinten) waren an diesem
Tag mal dabei. Der 159 (MAN/SSW 1925) kam wenige Tage später nach Auflassung der Solinger Linie zu den BMB.
Foto VOBA

“Mischbetrieb” in Ronsdorf oder wie eine Regelspurlok “auf” dem Meterspurnetz fuhr

Eine kuriose betriebliche Situation gab es beim Bahnhof der Reichsbahn bzw. später der Bundesbahn in Wt-Ronsdorf. Denn dort rangierte auf wenigen Metern Normalspurgleisen die Lok 601, quasi innerhalb des Schmalspurnetzes. Der Grund: Beim Bahnhof gab es einige Übergabegleise für die Güterwagen des früher sehr intensiven Frachtenverkehrs auf den meterspurigen Strab-Linien. Nur für die Aufgabe des Umrangierens der Waggons und Verladung auf die Rollwagen wurde die 601 eingesetzt und für keine anderen Leistungen gebraucht. Die kleine Rangierlok hatte sozusagen einerseits die große Straßenbahnwelt vor Augen, konnte aber nicht auf der schmaleren Spur verkehren. Andererseits schaute sie auf die weite Welt der Eisenbahn, konnte aber dort wegen de elektrischen Traktion auch nicht fahren. Gefangen in den eigenen Ketten des Seins .... Die Lok (bis 1940 Bezeichnung als Nr. V der Barmer Bergbahn) entstand anno 1931 durch einen neuen Lokkasten, der von der Bergbahn-Werkstatt am Toelleturm auf das Fahrgestell des Straßenbahnwagens Nr. 16 gesetzt wurde. Das Maschinchen wurde noch bis zur Stillegung der Ronsdorfer Strecken im Sommer 1959 eingesetzt. Ein Jahr später konnte sie an die Neusser Straßenbahn verkauft werden. Nach deren Kassierung kam sie 1971 zur Rheinbahn nach Düsseldorf, wurde dort aber wohl meistens abgestellt. Nach Intermezzo in der Eifel ist sie nun wieder Bestandteil der Wuppertaler Bahnen, allerdings “nur” bei den Bergischen Museumsbahnen in der Kohlfurth und wegen der Normalspur dort nicht einsatzfähig.  Ein ganz uriges Vehikel oder? Durch die ziemlich eckigen Formen auch für den Nachbau gut geeignet.
        

(c) Sammlung B.Terjung   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Sammlung Fullin   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Sammlung Fullin   www.bahnen-wuppertal.de
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Lok Nr. 601 der WSW
Vom Straßenbahn-Experten Bernhard
 Terjung erhielten wir zur Lok 601 fol-
gende Informationen: Die Lok wurde
1931 auf dem Fahrgestell des Barmer
 “Russenwagens” Nr. 16 aufgebaut. Im
 Zuge der Gründung der Wuppertaler
 Bahnen AG anno 1940 als Zusammen-
fassung der bisherigen Einzelbetriebe
im Tal wurde die Lok im neuen Schema
als 601 eingereiht. Nach Einstellung
des Ronsdorfer Straßenbahn-Netzes
 Anfang September 1959 wurde die Ma-
schine kurz darauf von einer Dampflok
der Reihe 50 vom Bw Wuppertal-Voh-
winkel von der DB-Station in Ronsdorf
über die Rheinische Strecke und den
 Bahnhof Wt-Loh zum Schlachthofbahn-
hof der Stadtwerke an der Carnaper-
straße geschleppt. Dort stand sie ei-
nige Monate herum, wobei ein Einsatz
 bisher nicht belegt ist. Anno 1960 ver-
kaufte man sie an die Neusser Stadt-
werke. Sie wurde dort als Nr. 201 ein-
gereiht und bekam ein Straßenbahn-
Fahrgestell, wobei die Zug- und Stoß-
vorrichtungen nach der EBO (im Rons-
dorfer Betrieb ja notwendig) ausgebaut
 wurden. Im Jahre 1971 wurde die Neus-
ser Straßenbahn stillgelegt. Von da an
 fand das Vehikel als Arbeitsfahrzeug Nr.
 5201 bei der Rheinbahn in Düsseldorf
eine neue Heimat. Hier blieb sie offen-
bar bis Anfang der 1990er Jahre und
kam zu den Eisenbahnfreunden Daun
in die Eifel. Dort stand sie einige Zeit
mit anderen Fahrzeugen mehr so als
 Schrott herum. Während des Jahres
 2001 konnte sie dann von den Bergi-
schen Museumsbahnen geborgen wer-
den und befindet sich seitdem - mit
Aufarbeitung in den alten Wuppertaler
Farben - wieder in der Heimat.

Ganz oben: Wer die Lok 601 fotogra-
fieren wollte, musste “nur” zum Bahn-
hofsvorplatz von Ronsdorf kommen, da
konnte sie dem Fotografen nicht ent-
kommen. Die Lok rangiert 1959 an den
 Übergabegleisen neben der Station,
etwa parallel zur Gasstraße gelegen.
Foto WSW  Sammlung Terjung

Oben sehen wir die Lok in einer oran-
gen Farbgebung in Neuss, wohl so um
das Jahr 1970  herum. Über dem Rah-
men steht die Eigentumsbezeichnung
 “Stadtwerke Neuss Verkehrsbetriebe”
und neben der Lampe prangt vorne
die dortige Betriebsnummer 201.
Foto Ron Copson   Sammlung Fullin
 

Mittig ein Bild vom Abstellplatz in Daun
 vom Juli 1998.Die Lok macht einen nicht
 besonders einladenden Eindruck. Dahin-
ter eine Köf-Lok der Leistungsklasse II.
Foto Giovanni Fullin

Unten: Im bekannten Farbton der
 Wuppertaler WSW-Loks und als 601 ist
 sie wieder in der bergischen Heimat
 eingetroffen. Im Museum Kohlfurth
hat sie nun eine Bleibe gefunden.
Foto Roy Budmiger   Sammlung Fullin

Die Fahrzeugdaten wurden dem Buch “Straßenbahnen in Wuppertal” von Bernhard Terjung entnommen.

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