Bahnen- Wuppertal.de Bahnhöfe im Portrait

Wuppertal-Ronsdorf

Der Bahnhof Wuppertal-Ronsdorf liegt an der Strecke von Wt-Oberbarmen nach Rd-Lennep bei Km 6,98. Die Kilometrierung zählt vom Bahnhof Oberbarmen (damals Barmen-Rittershausen). Eröffnet wurde die Linie zum 1.9.1868 mt Weiterführung nach Remscheid. In Rittershausen gab es dazu den “Remscheider” Bahnhofsteil in Heckinghausen. Nach Bau der Rauenthaler Tunnel am Leibusch wurde diese Trasse östlich direkt in den Bahnhof eingeführt, war dadurch aber etwas länger (13.9.1889). Die Kilometrierung bezieht sich also auf die neue Trasse, die kurz darauf auch zweigleisig ausgebaut wurde. Zwischen der Wupperbrücke im Rauenthal und der auf den Südhöhen liegenden Ortschaft Rondorf musste die Linienführung im Blombachtal mit 25 Promille recht steil angelegt werden. Bis 1929 war Ronsdorf eine eigenständige Stadtgemeinde und stark durch Betriebe der Textil- und Werkzeugindustrie geprägt. Entsprechend stark war auch der zielbezogene Güterverkehr ausgeprägt. Die Strecke zwischen dem Wuppertal und Remscheid ist zwar als Hauptbahn ausgebaut worden, der Personenverkehr war aber immer recht regional bezogen. “Fernzüge” gab es zeitweise ins Oberbergische bis nach Dieringhausen und sogar nach Waldbröl. Die in bestimmten Fahrplanperioden hier verkehrenden Eilzüge fuhren in Ronsdorf durch. Für eine selbstbewusste Gemeinde selbstverständlich, gab es ein recht stattliches Empfangsgebäude - bis um 1960, denn ab da mussten sich die Ronsdorfer mit einem Neubau in Form eines recht nüchternen Kastens begnügen, der mittlerweile auch keine Funktion mehr hat. Der Zugverkehr ist heute auf die RB 47 (Wuppertal Hbf. - Solingen Hbf. im 20-Minuten-Takt) reduziert. Der Güterschuppen ist “natürlich” längst geschlossen.
 

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Das ist eine Szene bei den Ausfahrgleisen vom Bahnhof Ronsdorf in Richtung Remscheid-Lüttringhausen. Die Trasse
 macht hier, von Oberbarmen kommend, eine groß gezogene S-Kurve, etwa auf der Stadtgrenze zu Remscheid. Man
 steht auf der Brücke, die vom Tannenbaumer Weg zum Rehsiepen führt. Auf Tour “Rund um Wuppertal” anlässlich des
 50jährigen Stadtjubiläums ist die 221 104 mit einer Garnitur des alten Rheingoldzuges unterwegs (Juni 1979). Die bei
 der Bevölkerung früher sehr bekannte Lok der Baureihe V 200/V 200.1 ist ein honoriges Zugpferd für den Nobelzug,
 auch wenn nicht epochengerecht. Denn der Zug wurde von der Reichsbahn im Jahre 1928 dem staunenden Publikum
 vorgestellt, während die Lok erst 1963 von der DB in Betrieb genommen wurde. Loks der Reihe 220/221 sind auf der
 Linie leider nie planmäßig gefahren. Es war und ist halt nur eine Bahnstrecke für den Nahverkehr. Das Stellwerk hatte
 die Bezeichnung “Rs” für Ronsdorf Süd. Das Fahrdienstleiterstellwerk Rf war in Höhe vom nördlichen Bahnsteigende.
Foto VOBA

(c) Slg. Bernhard Terjung   www.bahnen-wuppertal.de

Am Bahnhofsvorplatz in Ronsdorf konnte man von der Eisenbahn auf die Straßenbahn umsteigen. Auf kurzer Stich-
strecke ging es hinunter zu den großen Anlagen des Ronsdorfer Stadtbahnhofes. Das schmalspurige Strab-Netz
reichte von hier bis zum Toelleturm in Barmen (wo die Zahnradbahn ins Tal fuhr), über Elberfeld weit ins Nieder-
bergische, nach Remscheid und über Cronenberg nach Solingen. Für den Straßenbahhnfan also ein Paradies ohne-
gleichen. Anno 1959 war diese Herrlichkeit im Stadtteil Ronsdorf aber leider zu Ende. Rechter Hand vom Personen-
gleis gab es zudem am Güterbahnhof eine Umlademöglichkeit der Waggons auf Rollwagen, eine Betriebsart, die be-
sonders auf den Wuppertaler Strecken stark verbreitet war. Ein totales Unikum war zudem die Tatsache, dass es
hier zum Rangieren wenige Gleise in Regelspur gab (mit der Ellok 601), die vollkommen isoliert vom übrigen Wupper-
taler Normalspurnetz waren (
Näheres auf der Strab-Meterspur-Seite)! Im Hintergrund erspähen wir das ursprüngliche
Gebäude, das bis Anfang der 1960er Jahre stand. Der Neubau wird heute aber auch nicht mehr gebraucht (1959).
Foto Wuppertaler Stadtwerke Sammlung Bernhard Terjung

(c) Zeno Pillmann
www.bahnen-wuppertal.de

Viele Jahre musste man sich auf der Remscheider Strecke mit den üblichen Zügen aus 212 und drei Silberlingen abfin-
den. Waren die Loks noch rot, so gab es wenigstens Farbtupfer in der Landschaft. Was man von der ozeanblau/
beigen Lackierung nicht behaupten kann, wofür sich die gut bezahlten DB-Designer ein sehr unrühmliches Denkmal
 gesetzt haben. Wir stehen an der Osteinfahrt aus Richtung Lüttringhausen beim Anschluss zum RWE-Kraftwerk. Zur
 Strecke hin gibt es eine Schutzweiche. Im März 1988 lagen auf den Südhöhen noch einige Schneereste (212 252).
Foto Zeno Pillmann

(c) Ralf Händeler   www.bahnen-wuppertal.de

In den ersten beiden Augustwochen 2009 wurden Teile des bergwärts führenden Gleises zwischen Oberbarmen und
 Ronsdorf erneuert. Dabei kamen verschiedene Züge bzw. Loks zum Einsatz. Der Altschotter wurde zum Oberbarmer
 Bahnhof abgefahren, während der Neuschotter aus Lennep angekarrt wurde. Im Bild oben sehen wir die Ludmilla 232
 575 vor einem Zug mit neuen Schwellen, während die 218 436 (Bh Kempten) die Wagen mit dem Neuschotter aus
 Lennep heranführt (unten). In der Gegenrichtung mit dem Teleobjektiv wirkt der südwestliche Einfahrbereich vom
Bf. Ronsodrf eher so wie eine “grüne Holle”. Im Verhältnis zu vielen Bäumen wirken die Fahrzeuge recht mickrig.
Fotos (2)  Ralf Händeler

(c) Ralf Händeler   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Zeno Pillmann   www.bahnen-wuppertal.d

Hurra, der Zirkus kommt! Auch wenn dieser Ausruf aus den Kindertagen heute kaum noch zu hören ist, so umgibt die
 Manegenwelt immer noch ein Hauch von Geheimnis und knisternden Erwartungen. Da geht man nicht “mal eben” hin,
 sondern einen Zirkus “besucht” man mit einer gewissen Ehrerbietung. Die Zirkusunternehmen waren für die Bahnen
 immer schon treue Kunden, dazu sind Zirkuszüge sehr beliebte Vorbilder für die Modellbahner (und ziemlich teuer,
 aber so richtig was zum Sammeln). Im Oktober 1996 fuhr ein Zug den Bahnhof Ronsdorf an, wobei am Aufnahmetag
212 270 mit Rangierarbeiten beauftragt war. Die Wagen sind Eigentum des alt eingesessenen Zirkus Krone, der in
 München auch einen festen Saalbau erstellte. Für die Altrocker: Dort haben die Beatles auf der Bravo-Blitztournee
 am 24.6.1966 gespielt. Das Konzert (mit anderen Gruppen wie den Rattles) gibt es bei
www.youtube.de. Während
die meist “biederen” Bahnfans ihren Maschinchen nachliefen, gingen die “Halbstarken” eben ins Beatkonzert ....
Foto oben  Zeno Pillmann       Foto unten Peter Hölterhoff

(c) Peter Hölterhoff   www.bahnen-wuppertal.de
(c) Wolfgang R. Reimann   www.bahnen-wuppertal.de

Wir sind etwas gen Osten gewandert und stehen außerhalb des eigentlichen Bahnhofsbereiches an der Trasse von
 Rd-Lüttringhausen (im Hintergrund liegt der Tannenbaumer Weg). Hier verläuft entlang der Strecke die Stadtgrenze
 zwischen Wuppertal und Remscheid, wobei die Gleise aber auf Ronsdorfer Gebiet liegen. Im Bild sehen wir eine ganz
typische Nahverkehrsgarnitur aus der seligen Dampflokzeit bis 1964/65: eine Lok der Baureihe 78.0 im Wendezugbe-
trieb, hier mit vier 3yge-Umbauwaggons und Steuerwagen By , sonst auch mit drei Silberlingen. Der Zug wird in we-
nigen Augenblicken das Einfahrsignal vom Bahnhof Ronsdorf passieren und dann nach einer großen Rechtskurve vor
dem Abstieg durchs Blombachtal in der Station einen Halt einlegen. Die 78 385 ist zum Zeitpunkt der Aufnahme (Ok-
tober 1961) im Bw Vohwinkel beheimatet. Einige Züge wurden zwischen Remscheid und Essen Hbf. durchgebunden.
Foto Wolfgang R. Reimann

(c) Peter Hölterhoff   www.bahnen-wuppertal.de

Wildwüchsige Pflanzen, oft in Form schnell wachsender Birken, übernehmen bald das Regiment im Ronsdorfer Güter-
bereich. Wie auf so vielen anderen Bahnhöfen, wo Gleise und Gebäude einfach nicht mehr gebraucht werden. Eine
Fuhre aus Lennep ist mit einem Wagen natürlich übermotorisiert, aber die Maschnie 294 801 mit der Rangierkupplung
 macht zugegebenermaßen schon einen recht properen Eindruck. Unser Blick geht Richtung Gasstraße (14.5.2009).
Foto Peter Hölterhoff

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Eine Maschine der BR 218 im Bahnhof Wt-Ronsdorf, das war wirklich nicht die Normalität auf der Strecke. Aber früher
 wurden in der Station bekanntlich Fahrzeuge der Bundeswehr umgeladen, die in den Südhöhen-Kasernen stationiert
 waren. Im September 1973 war mal wieder solch ein Zug zugegen mit älteren Personenwagen für die Soldaten und
 Flachwagen für die Panzer. Zum damaligen Zeitpunkt war die neue Güterverladung in Ronsdorf noch voll in Betrieb.
Foto VOBA

(c) Paul Schwieder   www.bahnen-wuppertal.de

Im neuen Jahrtausend ist die Bahnvielfalt auf der Remscheider Strecke auf ein Minimum gesunken. Im Personenver-
kehr gibt es vertaktete Verbindungen mit der Regionalbahn 47 (Wuppertal Hbf. - Remscheid Hbf./Solingen Hbf.) und
den Garnituren aus 628/928. Güterzüge sind die Ausnahme. Obwohl als Hauptbahn eingestuft, war die Station Rons-
dorf immer vom Nahverkehr geprägt. Das wird auch nicht durch die Tatsache verändert, dass es früher einige durch-
gehende Züge von Vohwinkel ins Oberbergische nach Dieringhausen/Waldbröl gab. Ein diesbezüglicher Eilzug fuhr in
Ronsdorf und Lüttringhausen aber durch! Die Firma im Hintergrund hat mittlerweile wohl kräftig investiert (2008).
Foto Paul Schwieder

(c) Jürgen Grieger   www.bahnen-wuppertal.de

Aufnahmen gegen das Licht lassen sich oft durch den Einsatz eines Teleobjektives handhaben. So auch bei diesem
 Bild im Bahnhof von Ronsdorf, das vom 26. Juli 1996 stammt. Uns begegnet ein Güterzug mit der 212 297 und einer
 weiteren 212er, der auf dem Weg von Remscheid nach Köln-Kalk unterwegs ist. Nicht nur ist der Zug mit den beiden
 Maschinen vollkommen übermotorisiert, man nimmt auch den Schlenker durchs Tal der Wupper gnadenlos in Kauf.
Foto Jürgen Grieger

(c) Paul Schwieder   www.bahnen-wuppertal.de

Ein roter Brummer im Bahnhof von Ronsdorf, früher keine Seltenheit, obwohl auf der Linie meist lokgeführte Züge ge-
fahren sind. Wer genau hinschaut, wird allerdings bemerken, wer oder was die Zeit geschlagen hat. Verrostete Gleise
 und Grünzeug, ein untrügliches Anzeichen für den absehbaren Abbau der Schienen. Die alte Bahnsteigüberdachung
mit der Verschnörkelung gibt es auch nicht mehr, dafür aber einen Aufzug. Im Hintergrund erkennen wir die verlas-
sene Güterverladung Richtung Gasstraße. Die Museumsgarnitur von 796/996 ist auf bergischer Sondertour (2008).
Foto Paul Schwieder

Gleisplanskizze  Bahnhof Wuppertal-Ronsdorf
(Zustand ca. 1970, Modellbahnepoche 3/4)
Richtung Rd-Lüttringhausen ist bei km 8,75 die Grenze der Bahnmeistereien (Bm)
Wir danken für die Erlaubnis zur Veröffentlichung und empfehlen die WebSite mit vielen Plänen: www.gleisplan.net
 

(c) Wolfgang R. Reimann   www.bahnen-wuppertal.de

Keine Lok in Sicht, aber trotzdem ein interessantes Motiv, das der Fotograf hier am 16. November 1984 bei etwas
 Schneetreiben eingefangen hat. Offensichtlich gab es in diesem Jahr einen frühen Wintereinbruch, zumindest auf
den Südhöhen. Unser Blick geht nach links, wo sich hinter der Fußgängerüberführung das Fahrdienstleiter-Stell-
werk “Rf” am Bahnsteigende versteckt. Die Bahnsteigüberdachung hat Jahrzehnte überdauert und war ein Marken-
zeichen des Bahnhofs. Bei der vermeintlich zeitgemäßen Umgestaltung des Personenbereiches vor nicht langer Zeit,
 jetzt aber quasi ohne Gesicht, war für die Renovierung der alten Teile kein Geld da und eben auch kein Wille seitens
der Deutschen Bahn AG vorhanden. Verschiedene Vorschläge engagierter Ronsdorfer Bürger wurden leider ignoriert.
Foto Wolfgang R. Reimann

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Es könnte einem schon in den Händen jucken, das Bildbearbeitungsprogramm zu starten und im Foto an einigen neu-
eren Dingen zu retuschieren und das Motiv “auf alt” zu trimmen. Denn der Zug, der repräsentiert schon eine typische
 Garnitur der Wuppertaler Bahnwelt, und solche war mit den Maschinen der Baureihe 78.0 vom nahen Bw Lennep oder
 von Vohwinkel aus hier im Alltagseinsatz zu sehen. Daher ist die Museumslok 78 468 bei den heimischen Bahnfreunden
 auch ein besonders beliebtes Dampfross. Wir stehen an der östlichen Einfahrt vom Bahnhof Ronsdorf, wo die Trasse
in einem mehr als 90 Grad engen Bogen von Lüttringhausen her verläuft. Das Foto stammt vom September 2008.
Foto VOBA

(c) Peter Hölterhoff   www.bahnen-wuppertal.de

Der alte Güterschuppen in Ronsdorf ist längst geschlossen, präsentiert sich aber am 15. April 1996 in noch ordent-
lichem Zustand - zumindest auf den ersten Blick. Die Perspektive lässt gut die Anordnung des zweiteiligen Ensemble
mit eigentlichem Schuppen und Verwaltungsanbau erkennen, ebenso die fürs Bergische Land typische Fachwerk-
bauweise. Sicherlich eine interessante Ansicht hinsichtlich eines möglichen Nachbaus für die Modellbahner unter uns.
Die 212 097 war damals vom Bw Steinbeck aus eingesetzt, das aber schon als Außenstelle von Köln 2 fungierte.
Foto Peter Hölterhoff

(c) Wolfgang R. Reimann   www.bahnen-wuppertal.de

Noch in der Vorkriegszeit wurden auf den Wuppertaler Südhöhen für die damalige Wehrmacht Kasernen gebaut, die
 dann später für Jahrzehnte von der Bundeswehr genutzt wurden. Dazu gehörte auch ein Panzerregiment. Da man
 zuweilen damit auf Manöver-Reisen ging, musste der Bahnhof in Ronsdorf für Verladeaktionen herhalten. Unser Bild
zeigt die letzte einer solchen Verschickung vor Auflösung der betreffenden Kaserne Anfang des neuen Jahrtausends.
Die private 106 970 aus früheren DR-Beständen ist an diesem Tage mit den Rangierarbeiten betraut. Eine ehemalige
 DDR-Lok verschiebt ganz friedlich ex-westdeutsche Militärfahrzeuge - die Zeiten haben sich wirklich verändert!!
Foto Wolfgang R. Reimann

(c) Hans-Jürgen Krämer   www.bahnen-wuppertal.de

Zwischen Ronsdorf und Lüttringhausen verläuft die Trasse entlang des Tannenbaumer Weges und liegt zu einem
großen Teil etwa auf der Stadtgrenze. Wir sehen die 012 077-4 mit einem Sonderzug in diesem Bereich, kurz vor
der Einfahrt zum Bahnhof Ronsdorf aus Richtung Remscheid. Die Strecke bildet hier eine große s-förmige Kurve. An
der Straße gibt es noch etliche schöne Häuser in der für das Bergische Land typischen Schieferverkleidung. Vorne
rechts liegt das besagte Anschlussgleis zu den RWE-Anlagen (siehe Gleisplan). Die Aufnahme stammt von 1974.
Foto Hans-Jürgen Krämer

(c) Peter Hölterhoff   www.bahnen-wuppertal.de

Licht- und Schattenspiele im Bahnhof von Ronsdorf - und sicherlich eine gewisse Herausforderung an eine analoge
 Kamera. Durch die alte Dachkonstruktion am Mittelbahnsteig hindurch erspähen wir einen Bauzug, der von einer Lok
der Reihe 212 und einer 260er bestimmt nicht untermotorisiert ist. Interessant für Modellbahner sind die vielen De-
tails am Dachgerüst und der Unterführung sowie an der Bahnsteigkante. Die Aufnahme stammt vom 10. Juni 1996.
Foto Peter Hölterhoff

(c) Slg. Joachim Bügel   www.bahnen-wuppertal.de

Wir sind mit der Straßenbahnlinie 20 vom Ronsdorfer Stadtbahnhof aus dem Ortszentrum herauf angekommen und
 am Staatsbahnhof ausgestiegen. Schnell sind wir auf den Mittelbahnsteig gewandert, wo sich uns diese Perspek-
tive der Reisenden bietet. An den Fenstern kann man erkennen, dass es sich um eine Nachkriegsaufnahme handelt
 (Mitte der 1950er Jahre). Für die bescheidenen Personenanlagen besaß Ronsdorf ein stattliches Empfangsgebäude.
Das war allerdings nicht im bergischen Stil der umliegenden Gemeinden gebaut, sondern ist mit seinen Mauerfronten
mehr ein Sinnbild der üblichen preußischen Bahnhofsbauten. Mit welcher Lok kam wohl der nächste Zug vorbei?
Foto BD Wuppertal Sammlung Joachim Bügel

(c) Jürgen Grieger                    
www.bahnen-wuppertal.de

Sieht man den Zug und die auf den Durchgangsgleisen abgestellten Wagen rechts, so scheint am 21. Februar 1983
 gütermäßig im Bahnhof von Ronsdorf noch einiger Betrieb gewesen zu sein. Der Zug mit der 260 409-8 vom Bahnbe-
triebswerk Wt-Steinbeck steht an den Freiladegleisen neben dem Güterschuppen. Viel zu tun gab es hier immer mit
den offenen Waggons, denn ein Schrotthändler hatte sich gleich neben dem Bahnhof an der Gasstraße angesiedelt.
Foto Jürgen Grieger

(c) VOBA   www.bahnen-wuppertal.de

Das waren noch Zeiten, als Güterzüge vom Bahnhof Ronsdorf mit einer Dampflok abgefahren wurden. Wir stehen im
 Januar 1970 auf dem Bahnsteig und erfreuen uns am fauchenden Ungeheuer. Angesichts der Kälte hätte man viel-
leicht ein paar Schritte zur Lok hin machen sollen, aber man war ja gut erzogen .... Bevor es jetzt bald ins Tal und
dann weiter zum Rbf. Vohwinkel geht, sollte man vielleicht doch vorher die Scheinwerfer zünden. Die Maschinen der
 robusten Baureihe 50 (Loknummer vor 1968: 50 2857) war damals natürlich im Bw Wuppertal-Vohwinkel beheimatet.
Foto VOBA

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Es grünt so grün, könnte man sagen. An sich ja nicht schlecht und der Großstadt im Grünen alle Ehre machend, aber
auf dem Bahnkörper wirkt dies alles deplaziert. Noch existiert die historische Dachkonstruktion auf dem Bahnsteig,
doch “infrastrukturmäßig” herrscht ansonsten mehr Bahntristesse. Neben dem funktionslosen Empfangsgebäude von
 Anfang der 1960er Jahre liegt der ebenso nicht mehr gebrauchte neue Güterschuppen. Ganz links oben erspähen wir
 den alten Schuppen. Am 6. Juli 2000 fuhr die 212 234 mit einer Schwester als Lz durch die Wuppertaler Station.
Foto Wilfried Sieberg

(c) Peter Hölterhoff   www.bahnen-wuppertal.de

Eine Wagenladung reicht, als die 365 668 vom Bahnhof Ronsdorf aus mit Sperrfahrt den Anschluss “Großhülsberg”
 anfährt. Die Firmen liegen bereits auf dem Stadtgebiet von Remscheid, genauer gesagt in Lüttringhausen. Im Bereich,
 wo jetzt das Telefon quasi “zmmerlos” angesiedelt ist, muss vor Jahren hier mal eine Art Wärterbude existiert haben,
 wahrscheinlich mehr eine Schlüsselbude für die Ent-/Verriegelung der Weiche. Wer genau hinschaut, kann erkennen,
 dass der Anschluss tiefer als die Streckengleise liegt. Noch ist der “Remscheider Knapp” nicht ganz bezwungen!
Foto Peter Hölterhoff

(c) Wilfried Sieberg   www.bahnen-wuppertal.de

Am Spätnachmittag des 15. Oktober 1995 kommt die 64 491 mit “dicken Augen” durch den Bahnhof Ronsdorf gedüm-
pelt. Da es bergab geht, hat der sog. Bubikopf mit der Fuhre keine Schwierigkeiten. Die Loks der Einheitsbaureihe 64
(520 Exemplare, zwischen 1928 und 1940 erbaut) waren ab Anfang der 1960er Jahre nurmehr in Süddeutschland sta-
tioniert. Zwischen 1953 und 1957 wurden vom Bw Wt-Vohwinkel aus auch einige Nahverkehrszüge auf der Talachse
mit dieser Loktype bespannt. Bei den Fahrzeugen gab es einige Bauartunterschiede wie beispielsweise hier bei der
 Museumslok 491 die geschweißten Wasserkästen im Gegensatz zu den genieteten Behältern bei den ersten Serien.
Foto Wilfried Sieberg

(c) Wolfgang R. Reimann   www.bahnen-wuppertal.de

Die Konturen gehen im Schneetreiben Ende November 1984 fast schon verloren, als der “Remscheider” mit der 212
316 den Bahnhof Ronsdorf Richtung Endziel verlässt. Wie oft sind solche Kompositionen wohl auf der Linie verkehrt?
 Nach Aufgabe des Dampfbetriebes mit Loks der Baureihe 78.0 und einzelnen 65er-Leistungen Mitte der 1960er Jahre
 haben “die V 100 mit drei Silberlingen im Wendezugbetrieb” zum Großteil das Regiment übernommen. Ein bisschen Ab-
wechslung brachten nur noch durchgehende Züge nach Dieringhausen und einzelne Schienenbuskurse. Nach fast drei
 Jahrzehnten war diese Episode vorbei, bis die 628/928-Einheiten auftauchten. Nicht ohne Grund wollen wir daher mit
 212-Aufnahmen unseren Rundgang im und beim Bahnhof Ronsdorf beenden, auch mal als eine Huldigung an jene un-
scheinbaren, aber treuen Maschinen der Bundesbahn, die das Hobbyleben vieler Bahnfans in der Region so stark mit-
geprägt haben dürften. Warten wir auf den nächsten (hoffentlich stärkeren) Ersatz der jetzigen Tw-Generation!
Foto Wolfgang R. Reimann

(c) Peter Hölterhoff   www.bahnen-wuppertal.de

Ab dem 7. August 2010 wurden zwischen Ronsdorf und Remscheid-Lennep die Gleise ausgewechselt. Verschiedene
Züge und Lokomotiven waren dabei im Einsatz. Wie meist bei Gleisbauarbeiten wurden hierfür auch Fahrzeuge von
 Privatbahnen genutzt wie im Bild die 216 224-6 der EBM-Verkehrsgesellschaft. Die Gütergleise im Bahnhof Ronsdorf
- mehr eine heute übliche Brachfläche - konnten für die Schottervorräte genutzt werden (Bild am 14. August 2010).
Foto Peter Hölterhoff

(c) Bernd Kleinschmidt   www.bahnen-wuppertal.de

Das ist das Stellwerk Rs (Ronsdorf Süd), das im Bogen der Ausfahrt Richtung Remscheid-Lüttringhausen platziert war,
 hier aufgenommen im Jahre 1991. Am nördlichen Bahnsteigende gab es des Weiteren das Fahrdienstleiterstellwerk Rf.
 Nach Angaben des Bildautors wurde das Haus kurz vor der Außerbetriebnahme noch intern in “Ros” umbenannt.
Foto Bernd Kleinschmidt

Der Bf. Wuppertal-Rondsorf als Teil der Remscheider Strecke

Gleisplan Bahnhof Wuppertal-Ronsdorf
Zustand nach 1960, wohl kurz nach der Straßenbahn-Stilllegung  (Modellbahn-Epoche 3)
Vorlage  Sammlung Michael Peplies

Infoecke:  Bahnhof Ronsdorf/Wuppertal-Ronsdorf im Überblick

1. Bau und Lage:  Der Bahnhof liegt an der Strecke von Wuppertal-Oberbarmen nach Remscheid-Lennep. Der Standort von Km 6,98 bezieht sich auf die Kilometrierung von 1889, als die Linie von Barmen-Rittershausen her (heute Wt-Oberbarmen Km 0,0) durch die Rauenthaler Tunnel und über die Wupperbrücke neu trassiert wurde. Die alte Verbindung vom Bockmühlberg direkt durch Heckinghausen zum “Remscheider Bahnhof” in Rittershausen war etwas kürzer. Bald nach der Neuverlegung wurde die Linie auch zweigleisig ausgebaut. Das erste Bahnhofsgebäude wurde später durch einen etwas verwinkelten größeren Steinbau ersetzt. Dieser wurde nach dem Krieg bescheiden restauriert, im Zuge der Umbauten mit der Auflassung der Straßenbahn 1959 in Folge aber abgerissen und von einen nüchternen Zweckbau der Zeit entsprechend abgelöst. Die alte Bahnsteigüberdachung konnte sich bis ins neue Jahrtausend retten. Bis 2008 wurde der Bahnsteig samt Zugang aber verändert. Ronsdorf war früher ein wichtiger Industriestandort und demzufolge war der Güterbereich mit Rangier- und mehreren Anschlussgleisen ausgestattet.

2. Betriebliches: Auch wenn man der Linie zwischen dem Wuppertal und Remscheid einen Hauptbahncharakter zugestand, war der Personensektor immer durch den Nahverkehr vom Tal hinauf nach Remscheid (ab 1897 nach Bau der Müngstener Brücke auch bis Solingen) geprägt. Nach Durchbindung der sog. oberbergischen Hauptbahn (Wipperfürth - Marienheide 1902) gab es allerdings auch jahrzehntelang durchgehende Züge aus der Schwebebahnstadt nach Dieringhausen und sogar bis Waldbröl. Eilzüge in einigen Perioden fuhren u.W. in Ronsdorf immer durch. Heute wird der Bahnhof durch die RB 67 (Wuppertal Hbf. - Remscheid - Solingen Hbf. (= Ohligs)) werktäglich im 20-Minutentakt mit Triebzügen 628/928 ordentlich bedient. Im Güterbereich war die Bergische Region trotz schwieriger Topgraphie mit etlichen Linien und Gleisanschlüssen ziemlich gut erschlossen, da machte Ronsdorf keine Ausnahme. Eine große Besonderheit war dabei der unmittelbare Anschluss an die Straßenbahn. Bis 1959 war es möglich, Güterwagen per Rollwagen auf die schmalspurige Tramstrecke zu verladen. Kunden waren unter anderen Vorwerk auf Lichtscheid oder die Firmen im Morsbachtal. Ein guter Güterkunde war auch immer eine Schrottfirma direkt am Bahnhof. Die Güterverladung als solche ist schon seit Jahren aufgelassen.

3. Bezeichnungen:  Ronsdorf war bei Gründung der Großstadt Wuppertal anno 1929 eine Stadtgemeinde im Landkreis Lennep. Unsere Station war seit 1868 der einzige “Staats”bahnhof auf dem Stadtgebiet. In der Reichsbahnzeit bis in die DB-Ära hinein war es oft üblich, Bahnhöfe nicht umzubenennen, auch wenn die Gemeindezugehörigkeit mittlerweile gewechselt hatte. Dies galt allerdings nur für jene Stationen, die eine Verwechslung mit gleichen Bezeichnungen in benachbarten Städten ausschlossen. Nach vorliegenden Informationen bekam Ronsdorf seinen Wuppertal-Zusatz 1952.

4. Stellwerke:  Im Bahnhof Ronsdorf gab es früher zumindest zwei Stellwerksbauten. Westlich vom Bahnsteig lag das Haus “Rf” (Ronsdorf Fahrdienstleiter) im nördlichen Bahnhofsbereich. An den Ausfahrweichen Richtung Lennep war das Stellwerk “Rs” (Ronsdorf Süd) platziert. Bei einem weiteren Bau besteht noch Unklarheit: Zwischen den beiden Anschlüssen zum RWE und zum Industriegebiet Remscheid, etwa gegenüber vom östlichen Einfahrsignal, lag eine Hütte, die mit “Wst” (einfach Wärter-Stellwerk?) bezeichnet war. Nach Auskunft eines Bahnmitarbeiters könnte es sich um eine Schlüsselbude für einen “Ausweichanschluss” handeln. Ein Rangierleiter bekommt den Schlüssel für die Bude, wo man per Sperrfahrt hinkommt. In der Bude gibt es weitere Schlüssel für die Anschlussweiche selbst sowie ein sog. Blockwerk. Die Rangierabteilung “blockt sich im Anschluss ein”, unterdessen kann der normale Betrieb weitergehen.  Alle Gebäude sind längst abgerissen.
Die Angaben und Daten stammen aus verschiedenen Veröffentlichungen

Bahnhöfe an anderen Strecken im Wuppertal mit eigenen Seiten

Bahnhof Wt- Beyenburg           Bahnhof Wt-Nächstebreck           Bahnhof Wt-Ronsdorf

Zu allen Bahnhöfen im Wuppertal mit eigenen Seiten siehe die Übersicht der Stationen mit Direktzugriff

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